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Wirtschaftliche Verflechtung immer stärker von Politik geprägt

Abgrenzung zwischen Blöcken nimmt zu

Neue Handelsblöcke treten an die Stelle der globalisierten Wirtschaft der frühen 2000er Jahre. Es sind vier Blöcke, innerhalb derer der Austausch von Waren, Finanzdienstleistungen und die politische Zusammenarbeit zugenommen hat. Aber für die EU bestehen gute Chancen, den Handel mit einigen Ländern wieder zu erhöhen.

Die Globalisierung wird langsam zurückgedreht und es entstehen allmählich vier wirtschaftspolitische Gravitationszentren auf der Welt. Das zeigt eine Studie des Wirtschaftsprüfers Deloitte. Die Studie weist darauf hin, dass politische Entscheidungen diesen Prozess inzwischen wesentlich stärker beeinflussen als unternehmerische. Darum gibt es unterschiedliche Anpassungsgeschwindigkeiten in den Bereichen Politik, Finanzwesen und Handel.

Schon heute zeigt sich, dass die vier Blöcke jeweils untereinander wirtschaftlich und politisch immer enger zusammenarbeiten. Die Kooperation zwischen den Blöcken nimmt aber ab. Die vier Gravitationszentren sind: Europa (EU, GB, Türkei), Russland und der Nahen Osten (Saudi-Arabien, Ägypten, Iran, Vereinigte Arabische Emirate), China und umliegende aufstrebende Länder (Thailand, Indonesien, Philippinen, Indien, Argentinien, Brasilien) und Nordamerika und Verbündete (USA, Kanada, Mexiko, Japan, Südkorea, Taiwan, Australien).

Wachsende Abgrenzung zwischen den Blöcken

Der Wendepunkt in der Globalisierung war die Finanzkrise 2009. Seither geht die finanzielle Integration zwischen den Blöcken zurück. Das zeigt sich z. B. daran, dass seither Anleger aus Europa immer weniger Aktien oder Anleihen aus China halten. Auch die Direktinvestitionen sind seither zurückgegangen (besonders stark aus der EU in Russland). Auch die Direktinvestitionen aus China in der EU und in den USA sind seit 2019 deutlich zurückgegangen. Die Investitionen aus der EU und den USA in China steigen seit 2019 deutlich langsamer als zuvor.

Politische Drift seit 2016

Auf der politischen Ebene driften die Blöcke seit 2016 stark auseinander. Beleg: Die Blockstaaten stimmen in der UN ähnlich ab. Das Abstimmungsverhalten unterscheidet sich aber zwischen den Blöcken inzwischen stark. Außerdem bilden die Länder innerhalb der Blöcke neue Militärallianzen oder belegen Staaten aus anderen Blöcken mit Sanktionen.

Im Waren- und Dienstleistungshandel überdeckt der zunehmende Austausch innerhalb der Blöcke den zurückgehenden Handel zwischen Blöcken. Besonders Europa hat seine Handelsströme in den vergangenen Jahren stark verändert. Der Handel mit dem Nordamerika-Block wurde stark intensiviert. Der Handel mit Russland/ Naher Osten wurde stark verringert. Ähnliche Abgrenzungen beobachtet Deloitte zwischen den anderen Blöcken. 

EU hat gute Chancen, den Austausch mit Ländern in anderen Blöcken zu vertiefen

Die Blockgrenzen sind aber nicht so fest, wie es derzeit wirkt. Die größten Mächte der Blöcke – die EU, und die USA auf der einen, sowie China und Russland auf der anderen Seite – werden in den nächsten Jahren nicht wieder enger zusammen arbeiten. Aber Europa hat gute Chancen, die Verbindungen zu mehreren Staaten in anderen Blöcke zu verstärken. Etwa durch das EU-Mercosur-Abkommen mit Brasilien und Argentinien. Aber auch mit Ländern wie Indien, Indonesien, Vietnam und den Philippinen aus dem China/ aufstrebende Länder Block. Diese und andere Staaten suchen wirtschaftliche und teilweise auch politische Alternativen zu den führenden Blockmächten, mit denen sie derzeit noch eng verbunden sind. Sie wollen ihren Handel auf mehr Staaten verteilen, um krisensicherer aufgestellt zu sein.   

Fazit: Die Abgrenzung zwischen den Blöcken nimmt zu. Unternehmen, die über Blockgrenzen hinweg aktiv sind, müssen sich darauf einstellen, dass künftig noch mehr und höhere politische, wirtschaftliche oder regulatorische Hürden zwischen den Blöcken aufgestellt werden.
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