Abkühlung beim Palladium-Preis
Die Rallye bei Palladium verliert langsam Kraft. Im Oktober stieg der Palladiumpreis im Windschatten von Platin auf ein zweieinhalb Jahreshoch von mehr als 1.630 US-Dollar je Feinunze. Inzwischen sind die Notierungen deutlich zurückgekommen.
Hintergrund: Die Fundamentaldaten trüben sich für Palladium perspektivisch ein. Der World Platinum Investment Council (WIPC) präsentierte im September in seinem 5-Jahresausblick für Palladium im nächsten Jahr nur noch ein geringes Angebotsdefizit von rund 80.000 Unzen. Für die Jahre danach rechnet der WPIC sogar mit steigenden Angebotsüberschüssen.
Angebotsdefizit wird zum Überschuss
Es ist vorstellbar, dass der Palladiummarkt schon im kommenden Jahr überversorgt ist. Der WPIC ging im 5-Jahresausblick noch von einem deutlich höheren Angebotsdefizit bei Palladium aus. Dieses wurde in der Prognose im November vollständig revidiert und in einen kleinen Angebotsüberschuss gedreht.
Für einen Angebotsüberschuss spricht vor allem, dass die Nachfrage aus der Automobilindustrie im nächsten Jahr stärker zurückgehen könnte als bisher erwartet. Die Nachfrage des Sektors macht mehr als 80% der Gesamtnachfrage nach Palladium aus. Andere Nachfragesegmente könnten einen solchen Rückgang kaum kompensieren.
Aufwärtspotenzial begrenzt
Die Charttechnik untermauert das Bild. Während sich der Kursbereich um 1.400 US-Dollar je Feinunze als Unterstützung herauskristallisiert, kommt der Palladiumpreis kaum noch über 1.500 US-Dollar hinweg. Das Aufwärtspotential für Palladium dürfte damit eher begrenzt sein.
Fazit: Der Luft für weitere Kursgewinne bei Palladium wird dünner. Mit einem Short-ETF (Beispiel Wisdom Tree Palladium 1x Daily Short, ISIN: IE 00B 94Q LR0 2) können Anleger von sinkenden Palladiumpreisen profitieren.