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Proteste und Boykott-Aufrufe gegen Unternehmen nehmen zu

Aktivisten auf dem Vormarsch

Aktivisten auf dem Vormarsch. Copyright: Pexels
Weltweit vernetzen sich Aktivisten und gehen selbstbewusst für ihre Anliegen auf die Straße. Dabei machen sie auch vor Werkstoren immer seltener Halt. Unternehmen werden dadurch in die Zange genommen.

Politischer Aktivismus nimmt weltweit zu und richtet sich immer häufiger gegen Unternehmen. Damit wird er zu einem Unternehmensrisiko, das in Risikoanalysen aufgenommen werden muss. Umweltschützer, Menschenrechtsaktivisten und Gewerkschafter setzen kompromissloser und härter als früher ihre Forderungen durch. Aktuelle Fallbeispiele aus Deutschland:

  • Die Firma Bahlsen benannte nach einem Boykott-Aufruf ihren Keks „Afrika“ um.
  • Aktivisten von Extinction Rebellion besetzten jüngst in Berlin das Bürogebäude des Deutschen Bauernverbandes.
  • Der Getränkehersteller „TrueFruits“ druckte auf seine Flaschen als „Wahl-Special“ Parteiprogramme ab, auch das der AfD. Edeka kam Aktivisten zuvor und lehnte die Flaschen ab.

Aktivismus in Schwellenländern nimmt zu

Auch in Schwellenländern gibt es immer mehr politischen Aktivismus. Durch den digitalen Fortschritt sind die Gruppen besser denn je vernetzt. Sie bekommen Rückenwind von NGOs aus Europa und den USA und agieren dadurch selbstbewusster. Betroffen sind oft Vorproduzenten, Zulieferer oder Tochterfirmen von in Europa ansässigen Firmen. Einige Beispiele:

  • Aus Frust über ihre ausgetrockneten Brunnen besetzen in Mexiko seit dem 8. August Ortsansässige ein Werk des Wasserproduzenten Bonafont – einer Tochterfirma von Danone.
  • Der Streik in der zum BHP-Konzern gehörenden chilenischen Escondida Kupfer-Mine konnte zwar abgewendet werden (vgl. FB vom 9.8.21). Angestachelt vom Erfolg der Gewerkschaft gibt es nun aber Streiks in den Minen Caserones und Codelco Andina.
  • Disney produzierte 2020 den Spielfilm „Mulan.“ Gedreht wurde auch in der chinesischen Provinz Xinjiang, in der die muslimische Minderheit der Uiguren unterdrückt werden. Aktivisten riefen zum Boykott auf – der Film wurde ein Flopp.

Wie viele solcher Vorgänge es gibt, wird bisher nicht erfasst. Auf Anfrage von FUCHSBRIEFE konnten weder Wirtschaftsverbände noch Ministerien eine klare Auskunft geben. Die Schäden fallen je nach Intensität und Dauer der Proteste sehr unterschiedlich aus. Neben den Kosten durch Produktionsausfälle erleiden Unternehmen zudem auch noch Reputationsschäden.

Wie umgehen mit Aktivismus?

Unternehmen, die aktivistischen Forderungen nachgeben, können zwar auf weniger Gegenwind hoffen. Zudem erfüllen sie dadurch auch eher die Ansprüche des Lieferkettengesetzes. Wer das aber konsequent umsetzt, leidet unter Margendruck und muss höhere Preise gegebenenfalls an den Endkonsumenten weiterreichen.

Wer sich den Forderungen entgegen stellt, braucht vor allem eine PR-Mannschaft mit dickem Fell. Er muss zudem das Risiko einkalkulieren, dass Geschäftspartner abspringen und seine Produkte boykottiert werden.

Fazit: Auf der vermeintlich sicheren Seite stehen die Unternehmen, die Aktivisten gar nicht erst einen Anlass zum Protest bieten. Wobei die Beispiele Afrika-Keks und AfD-Flasche zeigen, wie hypermoralisch und übersensibel manche Gruppen bereits agieren.

Hinweis: In einer Risikoanalyse sollte das Thema „Aktivismus“ regelmäßig abgeklopft werden. Ist das Thema zu komplex, beauftragen Sie einen Mitarbeiter, sich der Sache anzunehmen.

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