Anleger nutzen Korrekturen als Einstiegschancen
Koordination vor dem Alaska-Gipfel
Beflügelt werden die Börsen gerade wieder von den Ukraine-Nachrichten. Das bevorstehende Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin schürt Friedenshoffnungen für die Ukraine. Zuvor haben noch Gespräche zwischen den USA und Europa stattgefunden, an denen auch der Präsident der Ukraine Wolodymyr Selenkskyj teilgenommen hatte.
Bei dem Treffen ging es vor allem darum, möglichst eine gemeinsame Position zu erarbeiten. Denn die USA sagen inzwischen offen, dass die Ukraine zu Gebietsabtretungen bereit sein müsse. Die Mehrheit der Menschen in der Ukraine hat sich mit dem Gedanken ebenfalls angefreundet. Europa steht noch weiter auf der Position, dass die Ukraine keine Gebiete abtreten und frei über ihre Zukunft entscheiden sollte. Das ist in unseren Augen eine moralisch richtige, aber in der Praxis nicht durchsetzbare Position.
Sichere Häfen weiter gefragt
Die Abstimmungen zwischen der EU und den USA hat zwar etwas Unsicherheit aus dem Markt genommen. Volles Vertrauen, dass der Westen eine gemeinsame Position entwickelt, gibt es aber noch nicht. Das zeigt sich daran, dass sichere Häfen wie Gold, Silber und Schweizer Franken weiter angelaufen werden. Auch der Kurs des Euro und der Kurs des Bitcoin haben weiter zugelegt. Ohnehin bleiben auch die Kryptowährungen stark - voran Ethereum (FD vom 08.08.).
US-Inflation legt zu
Beachtlich ist der Blick auf die aktuelle Inflationsentwicklung in den USA. Die Kerninflation ist um 0,3 Prozentpunkte auf 3,1% gestiegen. Bis Jahresende könnte die Inflationsrate auf 3,4% klettern. Das erwartet PIMCO, einer der größten Anleihe-Investoren der Welt. Ausgelöst wird der Anstieg der Inflationsrate durch die sukzessive Weitergabe von Zollkosten an die Verbraucher, so wie es FUCHS-Kapital hier vor einiger Zeit prognostiziert hatte.
Im Gegensatz zur realen Entwicklung signalisieren die Verbraucher aber eine rückläufige Preisdynamik. Diese Erwartung korreliert mit der Einschätzung einer nachlassenden Dynamik auf dem US-Arbeitsmarkt. Für die US-Notenbank könnte das schon als Argument ausreichen, die Leitzinsen im Jahresverlauf zu senken, obwohl die Inflationsrate noch über dem Notenbankziel liegt.