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Deutsche Industrie bewertet Wettbewerbsfähigkeit schwach wie nie

Anpassungsdruck für KMU extrem hoch

Deutsche Industrie-Unternehmen bewerten ihre Wettbewerbsfähigkeit so schlecht, wie nie zuvor seit 1994. Derzeit geht es kaum einer europäischen Industrienation wirklich gut, aber Deutschland hinkt hinter allen anderen weit hinterher.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) versuchte auf der Industriekonferenz 2024 gute Stimmung zu machen und winkt der Wirtschaft mit weiteren Subventionen. Habeck scheint das angesichts des derben Stimmungstiefs für zielführend zu halten. Seine Erkenntnis: "Der Industriestandort steht unter Druck und wir sollten alles daran setzen, seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken."

Habecks Worte treffen bei vielen Unternehmen einen Nerv. Denn deutsche Unternehmen bewerten ihre Wettbewerbsfähigkeit auf Auslandsmärkten so schlecht wie nie zuvor. Seit 1994 fragt das Wirtschaftsforschungsinstitut ifo die Unternehmen nach ihrer Einschätzung innerhalb Europas und auf internationalen Märkten. Dabei hat sich gezeigt, dass die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit und die ihrer Branche recht gut einschätzen können. 

Wettbewerbsfähigkeit so schlecht wie seit 1994 nicht mehr

Seit 2017 bewertet die deutsche Industrie ihre Position auf internationalen Märkten stetig schlechter. Davon sind alle Branchen betroffen. Während die Industrie seit 1994 ihre Position insgesamt mit durchschnittlich +1,5 bewertet, sind es in den Jahren 2023 und 2024 satte -10,9 Punkte in der EU und -18,1 Punkte weltweit. Zur Orientierung: Positive Werte deuten auf eine Verbesserung, negative Werte auf Verschlechterung der Wettbewerbsposition hin.

Besonders negativ sind Branchen, die schon lange unter einer Strukturkrise leiden. Dazu gehören Textil (EU -35,3; Welt -47,6). Auch energieintensive Industrien sehen ihre Konkurrenzfähigkeit sehr viel schlechter (Chemie -13 EU, -26,9 Welt) oder Metallerzeugnisse (-17,7 EU, -24,9 Welt). Aber auch der Maschinenbau (-5,9 EU, -11,9 Welt) und die Autoindustrie (-12 EU, -18,6 Welt) sind eingebrochen.

Deutschlands Entwicklung sticht in Europa negativ heraus

Auch wenn die EU insgesamt schwach abschneidet, sticht Deutschlands Entwicklung negativ heraus. Nur in Österreich, Belgien und Zypern bewerten Industrieunternehmen ihre Wettbewerbsentwicklung noch schlechter. Die ehemaligen Euro-Krisenländer stehen wesentlich besser da. Die Industrieunternehmen in Portugal (-1,5 EU; -2,1 Welt), Spanien (-1,8 EU, -1,7 Welt) und Frankreich (-0,2 EU, -2,5 Welt) sehen nur eine leichte Verschlechterung ihrer Wettbewerbspositionen. Die Position der griechischen Industrie (+3,9 EU, +5,9 Welt) hat sich sogar verbessert.

Fazit: Die Industrie in der EU hat in den vergangenen beiden Jahren viel an globaler Wettbewerbsfähigkeit verloren. Deutschland hebt sich in diesem Umfeld noch negativ ab. Der Anpassungsdruck auf KMU ist weiter extrem hoch. Neue Subventionen sind aber nur Symptom-Behandlung und können nur kurzfristig Anpassungsschmerzen lindern.
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