Antriebs-Fragmentierung verhindert Skalen-Effekte
Der europäische Automarkt schrumpft weiter (-3%), die Hersteller fahren mit E-Modellen aber langsam in die Gewinnzone. Das zeigen aktuelle Zahlen aus der Branche.
Insgesamt schrumpfte der EU-Automarkt im ersten Halbjahr 2025 um 1,9%. Die anhaltende Fragmentierung des Marktes in unterschiedliche Antriebstechniken drückt im Trend auf die Marge der Hersteller. Mild-Hybride machen inzwischen den größten Anteil der Neuzulassungen in der EU aus (34,8%, insgesamt 1,9 Mio. Fahrzeuge). Der Anteil der Benziner liegt bei 27,4%. Die Neuzulassungen von Benzinern gingen in der EU im ersten Halbjahr 25 um 21% gegenüber dem Vorjahr zurück (Deutschland -28%). Die Neuzulassungen reiner E-Autos (BEV) legten in Deutschland im ersten Halbjahr 25 um 35% zu (ggü. Vj.), in der EU um +12,5%.
Hersteller fahren mit E-Autos in die Gewinnzone
Bei den Herstellern sind Margenverschiebungen zu beobachten. „Es ist fraglich, ob die Verbrennermodelle überall noch positive Deckungsbeiträge erzielen“, meint Beatrix Keim, Direktorin von Car-future, die über die Autoindustrie forscht. Viele E-Modelle erzielen inzwischen aber wohl Gewinne. Insbesondere die sinkenden Batteriekosten helfen den Herstellern. Wie lange das angesichts des Preiskampfes Bestand hat, bleibt abzuwarten.
Ermutigend sind hohe Vorbestellungen für den Mercedes CLA und den BMW IX 3 (Verkaufsstart Frühjahr 26). Beide bieten große Reichweiten und kurze Ladezeiten. Die neuen E-Autos senken allerdings den Wert der bisher gebauten E-Autos erheblich. Die Hersteller dürften Probleme mit der Verwertung der Leasing-Rückläufer bekommen. Es könnte sein, dass sie hohe Werte abschreiben müssen.
Fazit: Die Autoindustrie fährt absehbar bis mindestens 2027 weiter auf der Marterstrecke. Die Fragmentierung der Antriebstechnologie drückt die Margen der Hersteller und reduziert Skalen-Effekte. Zudem bleibt die politische Unsicherheit groß und die Branche von Zöllen und E-Auto-Förderungen abhängig.