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Zwischen Gewinnrückgängen und neuen Chancen

Automobilbranche: Transformation mit Rückenwind

© Porsche AG
Die deutschen Autohersteller erleben eine entscheidende Phase ihrer Transformation. Trotz der aktuell gemeldeten Gewinnrückgänge: Die Erfolgsaussichten für die deutsche Branche verbessern sich. Diese Einschätzung hören FUCHSBRIEFE im Gespräch mit Branchenexperten.

Die deutschen Autohersteller fahren mit Schwung durch die fundamentale Transformation ihrer Geschäftsmodelle - und können mit wachsender Zuversicht nach vorn sehen. Die aktuell gemeldeten Gewinnrückgänge sind zwar brutal, aber viele wichtige Eckdaten und Rahmenbedingungen bessern sich. Das wird der Branche bald wieder einen Schub geben.  

Branchenkenner beurteilen die Chancen der für den Industriestandort Deutschland relevanten Branche als gut. „Ich sehe keinen Grund für einen Abgesang auf die deutsche Automobilindustrie." Das sagt Beatrix Keim, Direktorin des Center Automotive Research, im Gespräch mit den FUCHSBRIEFEN. Keim ist zuversichtlich, dass VW, Mercedes Benz und BMW wieder zur alten Stärke zurückfinden können. "Setzt die Politik angemessene Rahmenbedingungen, werden die Modelloffensiven zünden. Das wird sich positiv in den Bilanzen niederschlagen“, so die Automobilexpertin.

Verbesserte Rahmenbedingungen

Wesentliche Rahmenbedingungen haben sich für die Branche schon verbessert. Die Kehrtwende der EU beim Verbrenner-Aus werde sich schon kurz-bis mittelfristig positiv für die deutschen Hersteller auswirken. Elektromobilität wird zwar ein immer wichtigerer Treiber für den Absatz, sei aber mit Blick auf die weltweiten Verkaufszahlen nicht die einzige Antriebsform der absehbaren Zukunft. Die Verbrenner-Technik werde noch über Jahre eine Rolle spielen, so Keim. 

Einen Beleg dafür liefert BMW mit seinen vorgelegten Zahlen. Der technologieoffene Ansatz der bayerischen Autoschmiede zahlt sich aus. Insbesondere die Weiterentwicklung der Wasserstofftechnologie bei BMW ist vielversprechend. Denn in den neuen Vorgaben der chinesischen Regierung ist Wasserstoff für Fahrzeuge enthalten. „Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute“, sagte BMW-CEO Oliver Zipse.

Positive Impulse aus Übersee

Auch aus den USA dürften die deutschen Hersteller positive Impulse bekommen. Von dort erwartet Expertin Keim direkte Verkaufsimpulse für die deutschen Hersteller. Hintergrund: Mit der Einigung vom August 2025 greifen nun für alle Fahrzeuge wie Pkw oder SUV nur 15% Zoll. Von den wieder aufgeflammten Zollstreitigkeiten nach dem Urteil des Supreme Court waren die Autozölle ausdrücklich ausgenommen. Folge: Gerade große Modelle wie der Q7 von Audi, der in Europa produziert wird, könnte davon profitieren. Für BMW, die ihre SUV in Spartanburg in South Carolina herstellen, trifft das nur eingeschränkt zu. 

Die OEM haben die Transformation ebenfalls erfolgreich eingeleitet. "Sie sind auf dem richtigen Weg und können in die Erfolgsspur zurückfinden", schätzt Keim die Lage ein. Für den Markt vor Ort zu produzieren, wie es VW jetzt nach dem Prinzip „In China for China“ umsetze, sei ein wesentlicher Faktor für einen erfolgreichen Transformationsprozess. Die Wolfsburger wollen damit die Entwicklungskosten um bis zu 50% senken und die Markteinführungszeiten um 30% verkürzen. Mit dem ID.UNYX 07, dem ID.Evo und dem ID.Evo laufen demnächst die ersten Modelle vom Band, die der Konzern vollständig im Reich der Mitte entwickelt hat. VW wird auch von der Softwareentwicklung in China profitieren. Sogar ein Extended Range Electric Vehicle (EREV) wird demnächst in China vorgestellt. Zudem greifen sukzessive Kostensenkungsprogramme.

Autohersteller: Aktuelle Zahlen im Blick

Für 2025 legten die VW- und BMW Group in dieser Woche die Jahreszahlen vor, die Mercedes-Benz-Group bereits Mitte Februar. Bei den Wolfsburgern und den Stuttgartern halbierte sich in etwa das operative Ergebnis. Die VW-Group (322 Mrd. Umsatz) verdiente 8,9 Milliarden Euro, bei der Marke mit dem Stern (145,6 Mrd. Umsatz) sank das Ebit von 13,7 auf 8,2 Mrd. Euro. Die Münchner meldeten heute bei Erlösen von 133,4 Euro einen Vorsteuergewinn von über 10,23 Mrd. Euro, was einen Rückgang von rd. 700 Mio. Euro entspricht. Damit ist das abgelaufene Geschäftsjahr eines der herausfordernsten Jahre der Branche seit der Wiedervereinigung gewesen. „Das alte Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr“, so VW-Chef Oliver Blume bei der Vorlage der Bilanz.

Die deutschen Autobauer haben verstanden und den Transformationsprozess eingeleitet. Mit Modelloffensiven, und Produktionsanpassungen und Kostensenkungen können sie zu alter Stärke zurückfinden. Das wird sich schon 2026 in den Bilanzen nierschlagen.

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