Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
5400
Fuchsrichter Logo Bank Julius Bär Europe AG | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Bank Julius Bär Europe AG: Hier ist nicht der Bär los

Die Bank Julius Bär Europe AG erhält in der Gesamtwertung das rating »Das weite Feld«.
Das erleben wir durchaus öfter bei unseren Markttests: Auf eine gute mündliche Beratung folgt eine dürftige schriftliche Vorstellung. Julius Bär Europe reiht sich da ein. Man bindet uns zwar keinen Bären auf; aber der Bär los ist mit dieser Gesamtleistung gewiss nicht.

Die Bank Julius Bär Europe hat im Beratungsgespräch gut abgeschnitten. Als Fazit hielt die Prüfinstanz fest:

„Die Berater steigern sich. Sie erklären Anlagethemen sehr gut und leicht verständlich, ohne dass die sie Erklärungen zu sehr vereinfachen. Mit ihren Erklärungen können wir auch als Laien Anlageentscheidungen fällen. Das Abwägen zwischen Risiko und Ertrag ist inzwischen zu einer schwierigen Aufgabe geworden. Hier wurde sie – so sehen wir das aus Laiensicht – gut gelöst. Leider weigert sich die Bank, unseren Transparenzfragebogen auszufüllen. Selbst Banken, die sich komplett im Privatbesitz befinden, waren dazu bereit. Dadurch fehlen viele Angaben, die einen besseren Vergleich mit den anderen Banken ermöglicht hätten. Um das Vertrauen der Kunden zu stärken, wäre mehr Offenheit sicher gewiss sinnvoll."

Bewertung von Vermögensstrategie und Portfolioqualität

Ein gesondertes Protokoll nach unserem Gespräch erhalten wir nicht. Dafür ein 28 Seiten umfassendes Dokument mit dem Titel „Unser Lösungskonzept für Sie". Wir sind gespannt. Unsere Situation wird nur sporadisch erfasst und wirkt sehr standardisiert dargestellt.

Unser Risikoprofil ist „ausgewogen", aha! Dass wir keine Tabak- oder Rüstungsunternehmen im Portfolio haben wollen, wird unter Besonderheiten aufgezählt. Unsere Verlustgrenze von 20% finden wir im Anlagevorschlag nicht dokumentiert.

Die Vermögensstruktur bei Julius Bär

Das Vermögen soll so strukturiert werden: 34% Renten, 46% Aktien, 12% Nicht traditionelle Anlagen, 8% Liquidität.
Danach werden die vorgeschlagenen Positionierungen kommentiert. Dies wirkt beim Lesen eher ermüdend. Wir sehen eine Vielzahl von Übersichten mit Kennzahlen zur Aktien- und Rentenseite, Branchen- und Länderallokationen. Auffällig ist der hohe Europaanteil mit 54%. Gut: Die Sprache ist einfach gehalten, sodass auch ein Laie (vielleicht) verstehen kann, worum es geht.

Verlustgrenze wird in der Simulation deutlich überschritten

Wir erhalten nun eine Risikosimulation des Portfolios seit 2001. Im schlechtesten Zeitraum hätten wir einen Verlust von -26% generiert. Dies verletzt den angestrebten Maximalverlust von -20%. In den Krisenzeiten wie z.B. der Finanzkrise 2007 hätten wir sogar -33% verloren. Damit ist der Vorschlag außerhalb unseres Verlustrahmens. Das sehen wir kritisch.
Julius Bär „vergisst" den Kundwunsch nachhaltigen Investments

Die Bank rechnet im Aktienbereich mit Renditen von 6 % in Europa, und 7 % für Schwellenländer. Die USA werden nur mit 4,2 % Renditeerwartung berücksichtigt. Die Aufstellung zeigt, dass die Einzeltitel mithilfe von beigemischten ETFs zwar diversifiziert werden, doch nachhaltige Investments können wir nicht erkennen.

Wie viel der Kunde zahlen soll, wird nicht dokumentiert. Auch sehen wir keinen Ausweis der Gesamtkosten. Einige teure Fonds sind im Portfolio zu erkennen. Hier hätten wir eine klare Kostenaufstellung erwartet.

Fazit Vermögensstrategie und Portfolioqualität

Die Leistung von Julius Bär zeichnet sich durch wenig Individuelles, dafür aber viel Allgemeines aus. Überzeugendes finden wir nicht. Kritisch: Unser Risikoziel wird nicht eingehalten.

2021 (TOPs 2021) Beratungsgespräch Viele Infos und einige offene Fragen im Shop
2019 (TOPs 2020) Beratungsgespräch Bank Julius Bär Europe AG: Nicht flexibel und gründlich genug im Shop
2018 (TOPs 2019) Vermögensstrategie Bank Julius Bär Europe AG: Hier ist nicht der Bär los im Shop
2018 (TOPs 2019) Qualifikation Überzeugend trotz gewisser Intransparenz im Shop
2017 (TOPs 2018) Vermögensstrategie Julius Bär Europe vergisst die Diskussion im Shop
2017 (TOPS 2018) Beratungsgespräch Bank Julius Bär Europe: Alles aus einem Guss im Shop
2016 (TOPS 2017) Beratungsgespräch Julius Bär Europe: Etwas zu sportlich im Shop
2015 (TOPS 2016) Beratungsgespräch Schweizer Wurzeln, deutsche Früchte im Shop

WISSENSWERTES

Bank Julius Bär Europe AG
Koenigstrasse 43b
70003 Stuttgart
Deutschland


Mehr aus Rating

Sie haben Anmerkungen zu diesem Thema? Kontaktieren Sie unsere Redaktion jetzt über redaktion@fuchsbriefe.de – wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Mehr erfahren zum Rating TOPs 2019

GESAMTWERTUNG

Julius Bär steht nur auf einem Bein: Überzeugend ist lediglich das Beratungsgespräch selbst, dagegen fallen Vermögensstrategie und Portfolioqualität deutlich ab, Transparenz fehlt – über die allgemein zugänglichen Informationen hinaus – völlig. Kurz: Das Haus hat sich insgesamt, vor allem in der Schweiz – schon deutlich besser präsentiert

Neueste Artikel
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 20: Stabilität und Wettbewerb auf Augenhöhe

Weberbank, DRH und Kaiser Partner dominieren – vier Verwalter schlagen Benchmark

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Performance-Projekt 9 (Stiftungsportfolio) präsentiert sich als stabiler Wettbewerb auf hohem Niveau: Vier Vermögensverwalter übertreffen das Benchmarkdepot bei der Vermögensentwicklung. Angeführt von der Weberbank mit über 55.000 Euro Zugewinn zeigt sich eine klare Spitzengruppe. Das Benchmarkdepot selbst überzeugt mit starkem Plus und niedrigem Drawdown, bleibt aber hinter den Besten zurück. Gleichzeitig bestätigt das Fehlen von Handelsaktivitäten die Qualität langfristiger Allokationen.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 20: Performance, Gewinner und Verlierer

Weberbank einzige Gewinnerin

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Performance-Projekt 8 (vermögensverwaltende Fonds) zeigt ein klares Bild: Während das Benchmarkdepot mit +12.872 Euro und null Prozent Drawdown überzeugt, gelingt es nur einem einzigen Vermögensverwalter, diese Performance zu übertreffen. Die Weberbank setzt sich mit +13.559 Euro an die Spitze, während 98 von 99 Teilnehmern zurückfallen. Gleichzeitig verliert das Gesamtfeld im Schnitt an Vermögen – ein starkes Signal für die Dominanz des Benchmarkdepots in einem schwachen Marktumfeld.
  • Wochenbericht zu Projekt VII: Bewegung, Mut und Momentum im Private Banking

DRH Vermögensverwaltung und Bankhaus Bauer führen das Feld in KW 20 an

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Performance-Projekt 7 (Private Banking Depot) zeigt ein ungewohnt starkes Marktbild: Gleich 19 Vermögensverwalter übertreffen das Benchmarkdepot in der Wochenentwicklung. Angeführt von DRH Vermögensverwaltung und dem Bankhaus Bauer entstehen teils massive Zugewinne, während das Benchmark mit stabilen +8.384 Euro zurückfällt. Gleichzeitig bleibt die Handelsaktivität extrem gering. Für Anleger offenbart sich ein spannendes Paradox zwischen breiter Outperformance und passivem Verhalten.
Zum Seitenanfang