Banken verstärken Druck auf Kreditnehmer
Diese Woche (am 5.2.) entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) über den Leitzins. Unternehmen, die auf eine Zinssenkung hoffen, werden enttäuscht. Die EZB plant, den Leitzins in der Eurozone unverändert zu lassen.
Der Leitzins wird voraussichtlich auch im restlichen Jahr stabil bleiben. Die Inflation hat sich bei 1,9% eingependelt (Dezember). Für 2026 wird eine Inflation von 2% erwartet. Steigende Öl- und Rohstoffpreise könnten die Inflation beeinflussen. Der starke Euro hat jedoch bisher zusätzliche Inflationsimpulse abgefedert.
Keine Erleichterung von Bankenseite
Banken werden die Finanzierung für Unternehmen nicht erleichtern. Bankkredite sind teurer und anspruchsvoller geworden. Höhere Sicherheiten und Risikoprämien sind gefragt. Bonität, planbares Geschäft und stabile Cashflows sind entscheidend.
Ein Engpass bleibt die Kapitalbindung im operativen Geschäft. Längere Lieferantenbindungen und hohe Lagerbestände belasten die Liquidität. Banken sehen diese Faktoren kritisch. Ein regelmäßiges Working-Capital-Monitoring kann helfen. Forderungsmanagement und Bestandsoptimierung verbessern die Kreditwürdigkeit.
Nachhaltigkeitsanforderungen immer wichtiger
Nachhaltigkeit wird bei Banken immer wichtiger. Kleine und mittlere Unternehmen werden häufiger danach gefragt. Im Jahr 2025 betraf das 24% der KMU im verarbeitenden Gewerbe. 2023 waren es 20%. Im Baugewerbe sollten 15% der kleinen Unternehmen Auskunft geben, im Handel 20%.
KMU haben weiterhin Schwierigkeiten, Kredite zu erhalten. Die KfW-ifo Kredithürde erreichte zuletzt 37,8%, einen neuen Rekordwert. Über ein Drittel der KMU empfindet die Kreditvergabe als besonders restriktiv.
Durchschnittszins niedriger als vor einem Jahr
Die durchschnittlichen Kreditzinsen lagen zuletzt bei 3,5%. Sie waren etwas niedriger als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach Krediten bleibt jedoch gering. Banken verlangen umfangreiche Unterlagen für KMU-Kreditanträge. Bearbeitungszeiten sind oft lang und Entscheidungen ziehen sich hin.