Bau: Mehrkosten transparent nachweisen
Österreich zieht die Dokumentationspflichten auf Baustellen an. Auslöser ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Nachweispflicht von Mehrkosten. Bislang wurden häufig Sachverständigengutachten zur nachträglichen Plausibilisierung von Mehrkosten herangezogen. Das geht künftig nicht mehr.
Transparente Nachweise für Mehrkosten nötig
Mehrkosten müssen künftig detailliert und baustellenspezifisch nachgewiesen werden. Pauschale Berechnungen oder nachträgliche Gutachten reichen nicht mehr aus. Globale Zuschläge oder allgemeine Schätzungen reichen nicht mehr aus. Auch ein erhöhter Aufwand für Bauleitung und Controlling wird nicht mehr durchgewinkt. Mehrkosten müssen bereits auf der Baustelle exakt dokumentiert werden.
Folge: Wer Bauverzögerungen, Störungen oder Mängel nicht lückenlos festhält, läuft in Österreich künftig Gefahr, berechtigte Ansprüche nicht durchsetzen zu können. Davor warnt der Dienstleister „123erfasst“, der im Bereich mobiles Baustellenmanagement tätig ist.
Digitaler Helfer
Unternehmen müssen ihre Dokumentation anpassen. Technische Fehler oder die Arbeit am Plan vorbei ziehen immer Kosten nach sich. Hier gilt es nachzuweisen, wer dafür verantwortlich ist. Wenn mehrere Gewerke beteiligt sind, entstehen schnell Streitigkeiten. Kommt es zu Verzögerungen im Bauablauf, müssen alle Beteiligten reagieren: Personal und andere Projekte umplanen etc. Gründe für solche Verzögerungen gibt es viele. Bauherrenseitig zu erbringende Leistungen werden nicht pünktlich fertig oder die zur Verfügung gestellten Planungen erweisen sich als fehlerhaft. Auch das Wetter kann zu Verzögerungen führen. Kommt es zu solchen Verzögerungen, muss dies dokumentiert werden.
Unterstützung kann ein digitales Tool leisten. Der Dienstleister „123erfasst“ bietet ein Tool zur detaillierten Erfassung aller Mehrkosten (auch einzelne Posten wie Materialkosten, Zusatzstunden, Produktivitätsverluste, Kostenverfolgung) sowie zur zeitnahen Aufzeichnung direkt auf der Baustelle (Tagesberichte, Fotodokumentationen, Bautagebücher etc.). Digitale Bautagesberichte umfassen z. B. Baufortschritt, Personal, Maschinen und Materialien. Auch wichtig: automatische Wetterdaten-Erfassung und Prüfung vertraglicher Grundlagen.
Fazit: Unternehmen, die in Österreich tätig sind, sollten künftig auf die transparente Dokumentation achten. Eine klare Dokumentation ist ohnehin hilfreich. Sie beugt Konflikten mit Auftraggebern vor und gibt den Projektbeteiligten stets aktuelle Infos. Achten Sie auf Schnittstellen zu Bauplanungs- und ERP-Systemen.
Urteil des OGH, Ob136/22a