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Öffentlicher Dienst als „Hauptsünder“

Befristete Arbeitsverträge werden Wahlkampfthema

Befristete Arbeitsverträge werden in der Endphase des Wahlkampfs zum Streitthema. Es werfen ausgerechnet die mit Steinen, die selbst im Glashaus sitzen.
Befristete Arbeitsverträge werden auf den letzten Metern zum Wahlkampfthema. Die Parteien streiten zwar mit korrekten Zahlen, aber falschen Interpretationen. Dabei wollen SPD, Grüne und Linke den Boden bereiten, sachgrundlose Befristungen zu verbieten. Richtig ist: Bei Neueinstellungen waren im vergangenen Jahr 45% der Verträge befristet. Das waren vier Punkte mehr als 2015. Doch in den Jahren davor bewegte sich die Quote zwischen 43% und 46%. Die Altersgruppe zwischen 25 und 35 Jahren, also die Berufseinsteiger, waren dabei überdurchschnittlich vertreten. Und: Nach letztverfügbaren Zahlen (2015) bekamen knapp drei Viertel von ihnen nach der Befristung einen regulären Arbeitsplatz. Der Einstieg via Befristung klappte also überwiegend. Impulsgeber für den Anstieg der Quote ist der öffentliche Dienst. Bei „Vater Staat“ lag der Anteil befristeter Stellen bei 57%, im Wissenschafts-, Bildungs- und Erziehungsbereich sogar bei 72%. Und weil der Staat 2016 mehr Personal einstellte als in den Jahren zuvor, wirkte sich das entsprechend steigernd auf die Gesamtquote aus. Beim Personalbestand sieht es ähnlich aus. Von den deutschlandweit 44 Mio. Arbeitsverhältnissen waren laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im vergangenen Jahr 8,5% der Beschäftigten befristet angestellt. „In der Altersgruppe 25 bis 35 Jahre waren 2015 knapp 12% der Beschäftigten befristet tätig. In der Privatwirtschaft betrug der entsprechende Anteil knapp 11%, im öffentlichen Dienst rund 23%.

Fazit: Ein Verbot sachgrundloser Befristung wird nicht kommen. Der Staat würde selbst am meisten an Flexibilität einbüßen.

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