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Kreditversorgung im Mittelstand

Bessere Bedingungen für Kleine

Großes PRoblem für die Banken: Gesunde Unternehmen benötigen wenig Kredit und finanzieren sich nach wie vor aus dem Cashflow. Kranke Unternehmen bekommen diese aufgrund der Ausfallrisiken aber nicht.
Die Kreditversorgung der Wirtschaft und der mittelständischen Unternehmen bleibt üppig. Einerseits ist das Zinsniveau weiterhin extrem gering. Die Europäische Notenbank (EZB) hat bei ihrem jüngsten Treffen den Leitzins unverändert belassen. Aus dem Statement von EZB-Chef Mario Draghi ging zudem hervor, dass die konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone nur im Schneckentempo verläuft. Daher gibt es überhaupt keinen Anlass für steigende Zinsen. Der prinzipielle Zugang zu Unternehmenskrediten ist hervorragend. Die aktuell ermittelte ifo-Kredithürde liegt bei 14,6% (Vormonat 14,5%). Das bedeutet: Nahezu jedes 15. Unternehmen der gewerblichen Wirtchaft schätzt die Kreditvergabe der Banken als restriktiv ein. Dabei hat sich der Zugang zu Krediten für kleine Unternehmen gegenüber Juni sogar leicht verbessert.

Nachfrage nach Unternehmenskrediten in Europa rückläufig

Das entscheidende Problem ist eine strukturelle Fehlallokation, die von der EZB befeuert wird. Denn die Banken müssen ihre großen Bestände notleidender Kredite abbauen (vgl. FB vom 28.7.). Zugleich sollen sie aber neue, möglichst wenig riskante Darlehen ausreichen, was die Konjunktur stützen soll. Das Problem: Gesunde Unternehmen benötigen wenig Kredit und finanzieren sich nach wie vor aus dem Cashflow. Daran ändern auch geringe Zinsen nichts. Kranke Unternehmen, die Kredite verstärkt nachfragen, bekommen diese aufgrund der Ausfallrisiken aber nicht oder nur zu wenig attraktiven Konditionen. Unter dem Strich ist darum die Nachfrage nach Unternehmenskrediten in Europa rückläufig. Deshalb wandelt sich die Wahrnehmung der Notenbankpolitik beim deutschen Mittelstand grundlegend. Das hat eine Umfrage des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) unter 1.100 Mitgliedsunternehmen gezeigt. Die unter den Unternehmern verbreitete Ansicht: „Der Plan der EZB, über niedrige Zinsen eine höhere Kreditnachfrage und damit Investitionen anzufachen, geht nicht auf.“

Zinspolitik sorgt für Unsicherheit

Die EZB sorge mit ihrer Zinspolitik für Unsicherheit. Immerhin zwei von drei Unternehmen sehen in der aktuellen EZB-Marschroute überwiegend gesamtwirtschaftliche Risiken. Nur 13% der Unternehmen sehen einen Nutzen. Als größte Probleme sehen die Mittelständler Blasenbildung durch galoppierende Spekulation und Überschuldung. Die Niedrigzinspolitik wirkt natürlich bis in die Bilanzen der Unternehmen hinein. Die immer geringere Verzinsung von Einlagen beurteilen viele Firmeninhaber als gravierendes Problem.

Fazit: Die Kreditversorgung bleibt in den kommenden Monaten supergünstig. Großen Schwung wird die EZB trotzdem nicht auslösen und die mit der Niedrigzinspolitik verbundenen Probleme wachsen.

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