Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
659
Anrechnung von Gewerbesteuern

Einzelne Betriebsstätte entscheidend

Die Begrenzung des Steuerermäßigungsbetrags der Gewerbesteuer muss bei mehreren Standorten betriebsbezogen ermittelt werden. Für den Steuerzahler kann das sehr nachteilig sein.
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine ungünstige Berechnungsformel für die Gewerbesteuer für rechtens erklärt. Danach muss die Begrenzung des Steuerermäßigungsbetrags orts- und betriebsbezogen ermittelt werden. Bei Gewerbesteuerzahlungen in mehreren Kommunen dürfen diese nicht zusammengerechnet und für die Berechnung der fälligen Gewerbesteuerermäßigung herangezogen werden. Dies entschied der BFH zu Ungunsten eines Steuerzahlers und gab damit dem Fiskus recht (Urteil vom 20.3. 2017, Az. X R 12/15). Rechtliche Grundlage ist § 35 Einkommensteuergesetz. Demnach wird die tarifliche Einkommensteuer des Steuerzahlers ermäßigt, wenn im Einkommen gewerbesteuerbelastete gewerbliche Einkünfte enthalten sind. Die Steuerermäßigung beträgt maximal das 3,8fache des Gewerbesteuermessbetrags. Höchstens darf natürlich die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer angerechnet werden. Allerdings gibt es eine Kappungsgrenze von 400% für den Hebesatz der von der Kommune erhobenen Steuer. Ist die Gewerbesteuer an einem Ort höher, wird der Entlastungsbetrag trotz gezahlter Steuern entsprechend verringert. Im entschiedenen Fall verfügte das Unternehmen über mehrere Betriebsstätten. Es rechnete die dafür gezahlten Gewerbesteuern zusammen. Dadurch erreichte es, dass die durchschnittlich gezahlte Gewerbesteuer je Betrieb unter der Kappungsgrenze von 400% lag. Diese Rechnung kippte der BFH. Er rechnete die Gewerbesteuer je Betriebsort aus. Dabei wurde die 400%-Grenze teilweise überschritten. Der BFH kürzte die Steuerentlastung entsprechend. Das bedeutete eine Entlastung von nur noch 914.839 statt 1.058.131 Euro.

Fazit: Berücksichtigen Sie auch den Aspekt der Hebesteuersätze bei der Standortauswahl. Über 400% wird es einkommensteuerlich unattraktiver.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Zu viele Unwägbarkeiten

Die Mär vom vorzeitigen Kanzlerwechsel

Ein Thronwechsel im Kanzleramt ist derzeit nicht zu erwarten. Copyright: Pixabay
Deutschland diskutiert über einen vorzeitigen Kanzlerwechsel. Merkel wirke müde, Impulse seien von ihr nicht mehr zu erwarten. Die designierte Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer stehe kurz vor Halbzeit in den Startlöchern. Was sich plausibel liest, ist es beim Blick hinter die Kulissen noch lange nicht. FUCHSBRIEFE berichten, was in Berlin hinter den Kulissen dazu zu hören ist .
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Aktien aus Australien

Viel zu entdecken in Down Under

Im Fokus: Aktien aus Australien Copyright: Pixabay
Nachdem wir vor wenigen Wochen Titel aus Neuseeland vorgestellt haben, fokussieren wir uns in dieser Woche auf den großen Bruder: Australien. Durch die räumliche Distanz kommen europäische Anleger nur selten mit australischen Titeln in Kontakt. Ein Manko, das es angesichts der soliden Wirtschaft und lukrativer Unternehmen auszuräumen gilt.
  • Im Fokus: Wasserstoff und Brennstoffzellen

Suche nach Diesel-Alternativen treibt an

Wasserstoff-Atom Copyright: Pixabay
Saubere, ökologische und nachhaltige Antriebsmöglichkeiten sind derzeit gefragt. Dass man Wasserstoff als Energieträger nutzen kann, lernt man bereits im Chemie-Unterricht in der Schule. Auch heute schon, kann man mit einem Wasserstoff-Motor nicht unerhebliche Reichweiten erreichen. Durch die Diesel-Diskussion werden diese Motoren stärker gefragt. Findige Konzerne werden auf ebenso innovative Zulieferer aus der Branche angewiesen sein. Wir stellen einige der potenziellen Profiteure vor.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bank für Sozialwirtschaft, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Keinerlei Enthusiasmus

Die Bank für Sozialwirtschaft hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
So geht es nicht. Die Bank für Sozialwirtschaft kommt mit einem 08-15 Angebot daher. Die vorgegebenen Kundenwünsche werden unter den Tisch gekehrt. Wichtige Angaben zu den Kompetenzen des Hauses werden nicht gegeben. Damit macht es sich die Bank viel zu einfach und stellt sich mit diesem Angebot im Wettbewerberumfeld selbst ins Abseits.
  • Fuchs plus
  • HSBC, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Viel heiße Luft

Die HSBC hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
HSBC hat nach eigenen Angaben alle notwendigen Qualifikationen im Stiftungsmanagement und kann auf eine lange Tradition zurückbleiben. Im spezifischen Fall kocht die HSBC allerdings nur mit Wasser. Intelligente Überraschungsmomente sucht man vergebens. Einige Kundenwünsche werden sogar kurzerhand negiert. Mit dieser Haltung kann die HSBC nicht an vorderster Front mitspielen.
  • Uni-Leitungen ohne Rückgrat

Professoren-Pranger und Repression

An den Unis grassiert ein Klima der geistigen Repression. Studenten führen sich auf wie Jakobiner, Universitätsleitungen geben klein bei. Die Tempel der geistigen Freiheit verkümmern zu Höhlen des eingeschränkten Diskurses mit einem virtuellen Pranger im Zentrum. Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber über eine traurige Entwicklung, die an der US-Elite-Uni Harvard gerade wieder „Schule" macht.
Zum Seitenanfang