Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
209
Unternehmen | Finanzierung

Entspannung in der Peripherie

Deutsche Unternehmen sollten sich darauf einstellen, dass ihr finanzierungsbedingter Wettbewerbsvorteil gegenüber der europäischen Konkurrenz kleiner wird.
Der Zins-Vorsprung deutscher Unternehmen zur  europäischen Konkurrenz wird im Trend immer kleiner. Parallel zur Rally an den Staatsanleihenmärkten und der sich stabilisierenden Konjunktur sinken auch die Refinanzierungskosten für die Wirtschaft in den Krisenländern. So lag der Zinsaufschlag für spanische Unternehmen gegenüber deutschen für Kredite unter einer Mio. Euro mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren im März bei 146 Basispunkten. Auf dem Krisen-Höhepunkt im Sommer 2012 waren die Aufschläge doppelt so hoch.

Quelle: SEB Group, EZB

Bei den Kreditbedingungen für Unternehmen in der Euro-Peripherie gibt es einige Zeichen der Entspannung. Das zeigen die Ergebnisse der jüngsten SAFE-Umfrage der EZB zum Kreditangebot in der Währungsunion. Demnach ist die Finanzierungslage in der Peripherie weiterhin angespannt. Jedoch gibt es deutliche Anzeichen einer Verbesserung: Quer durch die Eurozone sank der Anteil der Befragten, die den Zugang zu Krediten als ihr größtes Problem benannten. Außerdem wurde eine höhere Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe diagnostiziert. Für den Fall, dass sich diese Entwicklung nicht einstellt, hat EZB-Präsident Mario Draghi bereits weitere Maßnahmen wie einen konditionierten Langfristtender in Aussicht gestellt. Die Finanzierungsbedingungen für deutsche Unternehmen sind weiter ausgezeichnet. Die ifo-Kredithürde eilt von einem historischen Tiefststand zum nächsten: Lediglich 18,2% der befragten Unternehmen berichteten im April von Restriktionen bei der Kreditvergabe durch die Banken (März: 18,5%). Nach wie vor rechnen wir allerdings damit, dass es in Deutschland in der zweiten Hälfte 2014 einen Anstieg bei den Finanzierungskosten geben dürfte. Denn dann dürfte die anziehende Investitionstätigkeit der deutschen Firmen zu einer Belebung des Kreditgeschäfts und damit zu ansteigenden Zinsen führen.

Fazit: Die Finanzierungssituation in Deutschland gibt weiter keinen Grund zur Klage. Allerdings sollten sich Unternehmen darauf einstellen, dass ihr finanzierungsbedingter Wettbewerbsvorteil gegenüber der europäischen Konkurrenz kleiner wird.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
  • Peking verlagert den Schwerpunkt

Chinas Wirtschaftsdynamik lässt weiter nach

Die Dynamik der chinesischen Wirtschaft lässt in allen Sektoren sichtbar nach. Hintergrund sind aus unserer Sicht nachlassende fiskalische Impulse. Die Pekinger Führung nimmt andere Ziele in den Fokus.
Neueste Artikel
  • Wie transparent sind die Compliance-Maßnahmen?

ThyssenKrupp mit einem gelungenen Compliance Management System

ThyssenKrupp ist bei seinen Compliance Maßnahmen nicht nur transparent. Sie sind auch weitgehend stimmig. daher nur eine geringes Risiko aus Investorensicht.
Die Milliardenstrafen liegen nicht lange zurück, und jetzt lasten schon wieder schwerwiegende Korruptionsvorwürfe auf ThyssenKrupp. Am Compliance Management System liegt das kaum, das ist eigentlich gut konzipiert. Den Platz unter den ersten drei im Rating verdankt der Konzern seinem CMS. Thyssen-Chef Heinrich Hiesinger scheint die Untiefen im umstrittenen U-Boot-Rüstungsdeal monatelang nicht ernst genug genommen zu haben. Da hilft dann auch kein noch so gutes Compliance-Warnsystem mehr. 
  • Triumph der Hidden Champions

Österreich die neue Nummer 1 im Private Banking

Sie nahmen für Ihre Häuser die Ehrenurkunde für sehr gute Leistungen entgegen (v.l.n.r.): Robert Hager / Bankhaus Spängler (2.v.l.), Dr. Mathias Albert / Bank Gutmann, Wolfgang Fusek / Bankhaus Krentschker, Arnd Brüggenwirth / DekaBank Luxemburg, Martin Engler / VP Bank, Wolfgang Ules / Capital Bank, Michael Krume / Merck Finck Privatbankiers, Thomas Acker / Spiekermann & Co sowie Wolfgang Harth / Weberbank. Links und rechts außen die Moderatoren des Abends, Dr. Jörg Richter / IQF und Ralf Vielhaber / Verlag FUCHSBRIEFE. Foto: Stefanie Loos, Copyright: Private Banking Prüfinstanz FUCHS | RICHTER
Österreich ist die neue Nummer 1 im Private Banking. Gleich vier Anbieter aus der Alpenrepublik überzeugten im Markttest der Private Banking Prüfinstanz FUCHS | RICHTER mit sehr guten Leistungen im Beratungsgespräch, in der Vermögensstrategie, der Portfolioqualität und der Transparenz. Jahressieger ist zum zweiten Mal hintereinander das Salzburger Bankhaus Carl Spängler. Die Nummer 1 der Ewigen Bestenliste ist die Wiener Bank Gutmann.
  • Die Politik nimmt immer mehr Einfluss auf die Kunst

Künstler lassen sich von der Politik instrumentalisieren

Für Künstler ist es profitabel geworden, sich bei der Politik anzubiedern. Das instrumentalisiert Kunst immer stärker – zum Nachteil von Kunstinteressierten und Sammlern.
Zum Seitenanfang