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Zeit zu disponieren

Finanzierung: Kreditnachfrage dreht nach oben

Zum ersten Mal seit Frühjahr 2015 fragen die deutschen Unternehmen mehr neue Kredite nach. Sie sollten jetzt ebenfalls disponieren.
Die deutschen Unternehmen fragen wieder mehr neue Kredite nach – insbesondere langfristige. Auch im 4. Quartal hat sich die leichte Belebung der Kreditnachfrage fortgesetzt. Bereits im 3. Quartal war sie laut Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestiegen (+1% ggü. Vj.). Damit hat sich der Trend in der Kreditnachfrage seit Frühjahr 2015 gedreht. Für 2017 ist damit zu rechnen, dass sich die Kreditnachfrage weiter stabil entwickelt und leicht ansteigen wird. Die Unternehmen geben offenbar ihre Investitionszurückhaltung allmählich auf. Die dauerhafte Erhöhung der Kreditnachfrage wird von der KfW jedenfalls so interpretiert. Treiber sind die sich verbessernden Konjunkturaussichten, Nachholeffekte bei Investitionen, aber auch die Erwartung allmählich steigender Marktzinsen. Auffällig ist auch: Viele Unternehmen disponieren momentan sehr aktiv und strukturieren ihre Schulden neu. Sie nutzen die extrem günstigen Finanzierungsbedingungen für zahlreiche Umschuldungen und handeln langfristige Anschlussfinanzierungen aus. Das hat die Bundesbank zuletzt ermittelt. Angesichts der noch günstigen Zinsen ist es jetzt an der Zeit, die Investitionsfinanzierung langfristig auszurichten. Denn noch ist die Kreditnachfrage nicht so hoch, dass die Banken große Preissetzungsmacht haben. Zuletzt hatten einige Institute ihre Sicherheitsansprüche angesichts des starken Wettbewerbs um Unternehmenskunden sogar noch einmal etwas gelockert.

Fazit: Der Zeitpunkt, sich langfristige Kredite zu besorgen, ist günstig. Disponieren Sie jetzt und warten Sie nicht zu lange, bis die Nachfrage und die Preise deutlich steigen.

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