Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
675
Kredite für Mittelständler

Steigende Kosten in Sicht

Noch begünstigen die niedrigen Zinsen mittelständische Unternehmen. Doch die Kreditkosten könnten bald wieder steigen.
Mittelständische Unternehmen sollten sich trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfelds auf steigende Kreditkosten einstellen. Denn die Sonderbedingungen für Mittelstandskredite stehen auf der Kippe. Bisher gilt die Regel, dass die Eigenkapitalunterlegung von Krediten bis zu 1,5 Mio. Euro durch die Banken niedriger ausfallen kann. Damit kommen Mittelständler preiswerter an Kredite als andere Unternehmen. Die Europäische Bankaufsichtsbehörde (EBA) will jetzt aber prüfen, ob die Reduzierung der Eigenkapitalunterlegung angemessen ist. Für den DIHK ist das kein gutes Zeichen. Denn die EBA habe den Korrekturfaktor in der Vergangenheit abgelehnt und wollte – ungeachtet der Auswirkungen für die Unternehmensfinanzierung– alle Kredite über einen Kamm scheren. Zwar zeigt sie sich mittlerweile etwas offener, aber sie unterschätzt weiterhin die Bedeutung von Mittelstandskrediten als Stabilitätsanker für Unternehmen wie für Banken, so der DIHK. Nach dem EBA-Bericht im Februar 2016 wird die Europäische Kommission darüber entscheiden, ob der KMU-Korrekturfaktor dauerhaft erhalten bleibt. Der DIHK fordert eine höhere Obergrenze für die Kreditsumme bei KMU. Denn die derzeit maximale Kreditobergrenze von 1,5 Mio. Euro wird auch bei kleinen Unternehmen schnell erreicht. Gerade bei Einzelunternehmern werden zudem auch private Kredite des Unternehmers grundsätzlich mit eingerechnet. Da das Risiko für die Banken auch nicht sprunghaft zunimmt, wenn die Kredithöhe von 1,5 Mio. überschritten wird, bleibt hier Raum für eine Erhöhung. Hintergrund: Mit Basel III wurden insgesamt deutlich höhere Eigenkapitalquoten für Banken beschlossen. Ein Korrekturfaktor soll aber verhindern, dass die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) darunter leidet. Kredite an KMU bis zu einer Höhe von 1,5 Mio. Euro sind von der allgemeinen Erhöhung ausgenommen – sie profitieren derzeit also von günstigeren Krediten.

Fazit: Die Mittelstandskomponente bei Bankkrediten ist ernsthaft gefährdet. Um sicherzugehen, sollten Sie schon heute Kreditverhandlungen auf Basis der geltenden Regelungen führen und sich damit günstigere Konditionen sichern.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Lagerbestände steigen geringer als erwartet

Mais schmeckt Anlegern wieder

Die Bodenbildung schreitet voran. Copyright: Pixabay
Grundnahrungsmittel, Nutztierfutter, Energierohstoff: Mais ist vielfältig verwendbar. In den USA hat die Landwirtschaftsbehörde USDA deshalb ein Auge auf Anbau und Ernte. In diesem Sommer rechnet die USDA mit einem Minus, das ein Plus für die Anleger bedeutet.
  • Fuchs plus
  • Chart der Woche: SÜSS MicroTec

Ausbruch, die zweite

Die Aktie des Maschinenbauers Süss MicroTec schwankt heftig auf und ab. Der Corona-Crash zerstörte den starken Aufwärtstrend. Es ging weit abwärts. Nun setzt die Aktie zu einem neuen starken Anlauf nach oben an.
  • Fuchs plus
  • Chart der Woche vom 23. Juli 2020

BMW stößt an Schranke

Die Aktie von BMW hat in der Corona-Krise scharf den Rückwärtsgang eingelegt und dann auch noch den Turbo angeschmissen. Inzwischen ist der Titel mit den Börsen wieder ein gutes Stück vorgefahren. Nun könnte er sogar noch einmal beschleunigen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Ankündigung zu Modernisierungsvorhaben

Einfache Begründungen reichen aus

Kündigen Eigentümer Modernisierungsvorhaben bei ihren Wohnungen an, beäugen das die Mieter oft mit viel Skepsis. Dahinter steckt die Angst vor Mieterhöhungen. Darum ist für Vermieter wichtig, die geplanten Maßnahmen umfänglich zu begründen.
  • Fuchs plus
  • Bundesfinanzhof bestätigt FG Münster

Pfändung der Corona-Soforthilfe ist unzulässig

Darf das Finanzamt Coronahilfen pfänden? Das Finanzgericht Münster fällte dazu bereits ein Urteil (FUCHSBRIEFE berichteten). Jetzt war der Bundesfinanzhof an der Reihe.
  • Fuchs plus
  • Negative Bericht über Geschäftsführer und Firma sind nicht automatisch zu löschen

Informationsrecht schlägt Persönlichkeitsrecht

Es gibt auch für Unternehmen und deren Geschäftsführer kein automatisches "Recht auf Vergessenwerden" im Internet. Kritische Artikel über Firmen und deren Führungskräfte sind dabei nicht anders zu behandeln als die von Privatleuten. Gilt das aber auch dann, wenn im Zeitungsartikel Klarnamen der Firma und Person genannt sind?
Zum Seitenanfang