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Unternehmensfinanzierung: Zinsstruktur steiler

Das Finanzierungsumfeld für Unternehmen bleibt günstig. Aber das Timing wird wieder wichtiger.
Die Zinsen laufen kurz vor dem Jahreswechsel in eine Steilkurve. Vor allem am langen Ende geht es mit den Konditionen weiter nach oben. Die Rendite der 10-jährigen Staatspapiere hat sich binnen Monatsfrist von 0,15% auf über 0,37% mehr als verdoppelt. Am ganz kurzen Ende ging es aber sogar nochmal minimal abwärts. Das Finanzierungsumfeld für Unternehmen bleibt damit insgesamt günstig. Aber es wird wieder wichtiger, sich über die Laufzeiten und das Timing der Kreditaufnahme Gedanken zu machen. Am kurzen Ende werden die Konditionen sicher noch eine ganze Weile im negativen Bereich notieren. Die Ausschläge am langen Ende dürften dagegen größer werden.

Wichtigster Taktgeber bleibt die Europäische Notenbank (EZB). Die trifft sich am 8. Dezember (kommenden Donnerstag) zum letzten Mal im Jahr 2016. Eine Zinsänderung wird es nicht geben. Dafür ist wahrscheinlich, dass die Währungshüter ihr Anleihenkaufprogramm über den März 2017 hinaus verlängern. Gut möglich ist, dass die Währungshüter das monatliche Kaufvolumen dagegen um einige Milliarden Euro senken (derzeit 80 Mrd. pro Monat). Das würde an zwei Fronten helfen: Einerseits würde die EZB ihr Problem entschärfen, dass es bald nicht mehr genügend Anleihen gibt. Auf der anderen Seite könnte sie die Märkte auf ein Ausgleiten der Anleihenkäufe vorbereiten, zugleich aber die Maßnahme erst einmal verlängern. Wir können uns angesichts der aktuellen Inflationsdaten sogar vorstellen, dass es keine neue konkrete Aussage zu einem Endtermin geben wird. Für die Zinsmärkte bedeutet das mittelfristig klare Sicht. Am kurzen Ende bleiben die Zinsen wegen der EZB am Boden. Am langen Ende wird es volatiler. Großen Aufwärtsdruck gibt es aber auch dort nicht, denn die Inflation in der Eurozone springt noch nicht an. Unternehmen bewegen sich auch beim grundsätzlichen Zugang zu Darlehen weiter in der Comfort-Zone. Das signalisiert die ifo-Kredithürde mit aktuell 14,6%. Allerdings zeigt sich eine fortgesetzte Verschiebung mit Verschlechterungen beim Kreditzugang für Bau- und Handelsunternehmen. Nochmals leichteren Zugang haben dagegen Industrieunternehmen, die aufgrund ihrer guten Auftragslage für Banken wenig riskant erscheinen.

Fazit: Die Zinsstruktur wird etwas steiler, weil die Konditionen am langen Ende allmählich klettern.  Die Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen bleiben aber dennoch sehr gut und günstig.

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