Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
499
Unternehmensfinanzierung

Zinsboden erreicht

Die Märkte spekulieren darüber. ob die EZB ihr Anleihenkaufprogramm auslaufen lässt - und ob das auf eine Trendwende am Zinsmarkt hinausläuft.
Spekulationen über ein Ende der Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) bringen den Kreditmarkt in Schwung. Am besten sichtbar wird das an der Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe. Deren Wert kletterte seit dem Aufkommen der Gerüchte Mitte der vorigen Woche von -0,14% auf immerhin fast 0,05% ins Plus. Für Unternehmen verbindet sich damit die Frage, ob am Zinsmarkt die Trendwende eingeläutet ist. Wir können dies allerdings noch nicht erkennen. Zwar ist das Kaufprogramm der EZB zunächst bis März/April 2017 begrenzt. Allerdings dürfte es zu heftigen Markverwerfungen kommen, wenn die Geldhüter ihre Anleihenkäufe einstellen oder spürbar zurückfahren. Deshalb: Die EZB wird ihre Anleihenkäufe auch im nächsten Jahr fortsetzen. Dafür spricht einerseits, dass sie erst kürzlich die Käufe auf Unternehmenspapiere ausgeweitet hat. Andererseits möchte die EZB mit ihrer Politik die Inflationsrate und die Konjunktur ankurbeln.

Die Geldhüter haben ihre beiden Kernziele bisher noch nicht erreicht. Die Konjunktur in der Eurozone berappelt sich zwar. Von einer stabilen Entwicklung kann aber noch keine Rede sein. Auch die Inflationsrate (0,2%) bleibt in der Eurozone darum noch moderat. Allerdings ist absehbar, dass die Inflationsrate per Jahreswechel spürbar steigen wird. Grund ist allerdings schlicht der statistische Basiseffekt. Denn der Ölpreis notierte im Januar 2016 an seinem zyklischen Tiefpunkt bei 29 US-Dollar je Fass. Demgegenüber ist er im Jahresvergleich nun bei 52 US-Dollar je Barrel deutlich höher. Das wird sich in der Inflationsrate spiegeln. Dass dieser Effekt eine Politikveränderung der EZB auslösen wird, halten wir aber für unwahrscheinlich. Der grundsätzliche Zugang der Unternehmen zu Krediten bleibt ebenfalls historisch einfach. Die Zahl der Unternehmen, die sich über restriktive Banken beklagen, ist laut ifo-Kredithürde wieder leicht rückläufig gewesen. Allerdings differenziert sich der Kreditzugang insbesondere über die Branchen weiter aus. Während es Industrieunternehmen wieder deutlich leichter haben, Kredite zu bekommen, spüren Bau- und Handelsunternehmen eine zunehmende Zurückhaltung der Banken. Dabei sagt die Kredithürde nur aus, für wie restriktiv Unternehmen den Kreditzugang empfinden. Die Konditionen spielen keine Rolle.

Fazit: Grundsätzlich bleibt es bei der lockeren Geldpolitik – und damit auch bei sehr günstigen Finanzierungskonditionen für Firmen. Diese Konditionen haben ihren Boden allerdings nun erreicht. Billiger wird es nicht.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Erbschaftsteuergesetz ist offensichtlich verfassungswidrig

Der Staat macht den Erbfall zum Risiko

Erblasser werden vom Staat im Stich gelassen. Das deutsche Erbschaftsteuerrecht ist nach Meinung des ehemaligen Verfassungsrichter Prof. Paul Kirchhof nicht verfassungskonform – Gestaltungen geschehen unter Vorbehalt. © PictureAlliance
Erst vor Kurzem hat die (alte) Bundesregierung das Erbschaftsteuerrecht geändert. Doch auch die Neuregelung ist klar verfassungswidrig. Das sagt der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Prof. Paul Kirchhof. Das bringt erhebliche Unsicherheit für Steuergestaltungen mit sich.
  • Fuchs plus
  • Die Majors im Überblick

Der Euro hinkt hinterher

Dollar und Yen zeigen im Vergleich zum Euro eine bessere Performance. Copyright: Picture Alliance
Während in der Eurozone die Euphorie über Konjunktur und Zinsentwicklung langsam schwindet, wird die Dollar-Stärke momentan lediglich vom eigenen Präsidenten ausgebremst. Die Geldpolitik Japans kurbelt indes kräftig die Binnennachfrage an.
  • Verbraucherschutz als Wiedergutmachungsprogramm

Das Märchen vom Bürokratieabbau

Chefredakteur Ralf Vielhaber
Vor dreizehn Jahren schaffte es die Entbürokratisierung als Ziel in den Koalitionsvertrag der ersten großen Koalition. Kanzlerin Angela Merkel erklärte ihn zur Chefinnensache. Inzwischen wurde er längst ins Reich der Märchen verbannt wurde, erzählt Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Viel zu billig gegenüber Gold

Der Silberpreis mit Aufholpotenzial

Der Silberpreis folgt gewöhnlich dem Goldpreis. Doch diesmal ist alles anders – bisher jedenfalls. Doch eine Beobachtung spricht dafür, dass sich das in nächster Zeit wieder ändert.
  • Fuchs plus
  • Südafrika schafft die wirtschaftliche Wende

Langfristige Investitionen lohnen sich wieder

Mit dem neuem Präsidenten Cyril Ramaphosa macht Südafrika eine beeindruckende Entwicklung. Copyright: Picture Alliance
Die jüngsten Daten aus Südafrika spiegeln die positive Entwicklung des Landes wider. Die Produktionszuwächse und der Anstieg der Reallöhne zeigen Wirkung. Die Arbeitslosenquote ist jedoch nach wie vor hoch. Was das nun für Anleger und Investoren bedeutet.
  • Fuchs plus
  • Norwegen mit neuem Inflationsziel

Zinserhöhung steht bevor

Aus der norwegischen Regierung kommen neue Vorgaben für die Inflation. Die Notenbank wird wohl  die Zinsen erhöhen. Dafür sprechen fundamentale Gründe.
Zum Seitenanfang