Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
844
Fuchsbriefe-Serie (6): Die Blockchain im Unternehmen

Blockchain und KI und automatisierte Landwirtschaft

Ein Landwirt mit einem Tablett vor seinem unbemannten Traktor © Picture Alliance
Im 6. Teil unserer Serie „Die Blockchain im Unternehmen" geben wir ein Beispiel für das Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz (KI), Blockchain und Robotics. Vor allem die Landwirtschaft könnte auf diese Weise revolutioniert werden. Insbesondere für einen Kontinent hätte das große Auswirkungen.

Die Verbindung von Blockchain, Robotics und KI ist eines der zentralen Zukunftsthemen. Es geht darum, den Schatz  universell verfügbarer und absolut dokumentenfester Daten zunächst auf der Blockchain (vgl. FD 14.09) festzuhalten.  Dann automatisiert auszuwerten, daraus zu lernen und Ergebnisse wieder zurück auf die Blockchain zu spielen. Dort  können dann Menschen und Maschinen wieder entsprechend darauf reagieren.

KI soll Landwirtschaftsbetriebe steuern

Die Plattform Farmboek will die Bücher von Landwirtschaftsbetrieben auf der Blockchain führen und den Betrieb mittels KI steuern. „Die Produktivität der Landwirte in Afrika könnte leicht verzehnfacht werden, wären Eigentumsverhältnisse und Verträge sicher dokumentier- und durchsetzbar", so Prof. Peer Ederer beim Financial Service Summit 2017 in Frankfurt.

„Teil 1 kann die Blockchain mit Smart-Contracts übernehmen." Über die Auswertung von Satellitenbildern und Wetterdaten könnten Landwirte zur richtigen Dosierung von Bewässerung und Düngemitteleinsatz und zum Anbau optimaler Sorten angeleitet werden. Eine Künstliche Intelligenz wertet die Daten im Hintergrund laufend aus und lernt dabei, welche Einsatzkombinationen zu optimalen Ernteerträgen führen.

Autonome Maschinen

Autonom gesteuerte Landmaschinen könnten die Befehle als Roboter entsprechend umsetzen. Landwirte, die sich nicht an die auf der Blockchain vereinbarten Verträge und Eigentumsverhältnisse halten, könnten per Sanktion aus dem Netzwerk ausgeschlossen werden. Das hätte für sie dann die Konsequenz, wieder auf vorindustriellem Produktivitätsniveau arbeiten zu müssen.

Ein Social-Network für Farmer sorgt für „klare Verhältnisse". Recht und Eigentum wären durch die Gemeinschaft abgesichert. Die Produktivität stiege massiv.

Verlässliche Daten und Verträge?

Doch wer verifiziert die Echtheit dieser Daten, unterscheidet sie von Fake-News? Wer bestimmt also auf der Blockchain in Streitfällen, welche Partei sich nicht an einen Vertrag gehalten hat? Auf der Blockchain verifizierte Nutzermeinungen, deren Reputation (Treffsicherheit aus der Vergangenheit) dokumentiert ist, könnten hier, ähnlich wie ein Geschworenengericht, Abhilfe schaffen. Menschliche Schwarm- oder Expertenintelligenz würde so mit KI und Blockchain verschmelzen.

Daran arbeitet das Start-up 7s.org in München. Es will Nutzermeinungen in sozialen Netzwerken auf der Blockchain intelligent nutzbar zu machen. Nach eigenen Angaben setzt es dazu sog. Smart-Oracles ein. Darunter versteht man Datenbanken, auf die (nur) über Smart-Contracts zugegriffen werden kann.

Die Verbindung von Blockchain, Robotics und KI ist eines der zentralen Zukunftsthemen. Es geht darum, den Schatz universell verfügbarer und absolut dokumentenfester Daten zunächst auf der Blockchain (vgl. FD 14.09) festzuhalten. Dann automatisiert auszuwerten, daraus zu lernen und Ergebnisse wieder zurück auf die Blockchain zu spielen. Dort können dann Menschen und Maschinen wieder entsprechend darauf reagieren.
Die Plattform Farmboek will die Bücher von Landwirtschaftsbetrieben auf der Blockchain führen und den Betrieb mittels KI steuern. „Die Produktivität der Landwirte in Afrika könnte leicht verzehnfacht werden, wären Eigentumsverhältnisse und Verträge sicher dokumentier- und durchsetzbar“, so Prof. Peer Ederer beim Financial Service Summit 2017 in Frankfurt. „Teil 1 kann die Blockchain mit Smart-Contracts übernehmen.“ Über die Auswertung von Satellitenbildern und Wetterdaten könnten Landwirte zur richtigen Dosierung von Bewässerung und Düngemitteleinsatz und zum Anbau optimaler Sorten angeleitet werden. Eine Künstliche Intelligenz wertet die Daten im Hintergrund laufend aus und lernt dabei, welche Einsatzkombinationen zu optimalen Ernteerträgen führen.
Autonom gesteuerte Landmaschinen könnten die Befehle als Roboter entsprechend umsetzen. Landwirte, die sich nicht an die auf der Blockchain vereinbarten Verträge und Eigentumsverhältnisse halten, könnten per Sanktion aus dem Netzwerk ausgeschlossen werden. Das hätte für sie dann die Konsequenz, wieder auf vorindustriellem Produktivitätsniveau arbeiten zu müssen.
Ein Social-Network für Farmer sorgt für „klare Verhältnisse“. Recht und Eigentum wären durch die Gemeinschaft abgesichert. Die Produktivität stiege massiv.
Doch wer verifiziert die Echtheit dieser Daten, unterscheidet sie von Fake-News? Wer bestimmt also auf der Blockchain in Streitfällen, welche Partei sich nicht an einen Vertrag gehalten hat? Auf der Blockchain verifizierte Nutzermeinungen, deren Reputation (Treffsicherheit aus der Vergangenheit) dokumentiert ist, könnten hier, ähnlich wie ein Geschworenengericht, Abhilfe schaffen.Menschliche Schwarm- oder Expertenintelligenz würde so mit KI und Blockchain verschmelzen.
Daran arbeitet das Start-up 7s.org in München. Es will Nutzermeinungen in sozialen Netzwerken auf der Blockchain intelligent nutzbar zu machen. Nach eigenen Angaben setzt es dazu sog. Smart-Oracles ein. Darunter versteht man Datenbanken, auf die (nur) über Smart-Contracts zugegriffen werden kann.

Fazit:

Blockchain, KI und Robotics wirken zusammen. Sie haben die Macht, ganze Industrien umzukrempeln und deren Produktivität wie von Geisterhand massiv zu steigern.

Hinweis:

Im nächsten Teil unserer Serie zeigen wir Ihnen am 17.12, wie die Blockchain ein dezentrales Internet ermöglicht und wie und mit welchen Vorteilen das für Unternehmen nutzbar ist.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japans gefesselte Notenbank

Der Yen ist weiter sehr gefragt

Die aktuellen Zahlen in Japan sehen ebenfalls schlimm aus. Aber dennoch besser als in anderen Ländern. Darum ist der Yen der "Einäugige unter den Blinden".
  • Fuchs plus
  • Problematische Statik des Finanzgebäudes

Rezessionsnachricht drückt den Yen nur kurz

Die erneute Rezession setzt den Yen kurzfristig unter Druck. Doch dieser Druck dürfte bald verfliegen. Die japanischen Währungshüter haben noch weniger Raum für Lockerungen als die Kollegen in den USA oder in der Eurozone.
  • Im Fokus: Unternehmen mit Staatsbeteiligung

Top oder Flop?

Welche Unternehmen mit Staatsbeteiligung sind lukrativ? Copyright: Pixabay
Das Ringen um einen Staatseinstieg bei Lufthansa geht weiter. Doch welche Perspektive haben eigentlich Unternehmen, von denen der Staat einen wesentlichen Anteil hält? Und: Sind diese Aktien ein gutes Investment?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Politik schafft neue Unsicherheiten

Der Ölpreis stößt vorläufig an die Decke

Das lief ja gerade wie geschmiert: Nachdem die Abnahme von Öl zeitweise Geld eingebracht hatte (wenn auch nur sehr kurz am Spotmarkt), ging es nun kräftig aufwärts. Doch neben der anziehenden Konjunktur bestimmen plötzlich wieder ganz andere Faktoren die Perspektiven.
  • Fuchs plus
  • Zins- und Währungsprognosen für Juni 2020

Rückenwind für den Euro

Der Euro gewinnt zum Dollar an Stärke, erwarten die von uns befragten Finanzhäuser. Copyright: Picture Alliance
Das Wiederaufbaupaket der EU ist auch an den Devisenmärkten in aller Munde. Allerdings ist es noch nicht in die Vorhersagen eingepreist. Die Richtung, die es den Wechselkursen gibt, wird aber einhellig beurteilt.
  • Fuchs plus
  • Fuchs-Devisenprognose Mai 2020

Der Dreiviertel-Billionen-Euro-Turbo

Die EU pumpt viel Geld in die Corona gebeutelte EU-Wirtschaft. Copyright: Picture Alliance
Brüssel hat für den Euro den Turbo angeworfen und zunächst ordentlich betankt. Die Gemeinschaftswährung profitiert aktuell stark vom Wiederaufbaufonds. Sogar der Franken lässt die Flügel hängen. Aber wie lange reicht der Sprit? Ist diese Perspektive von Dauer?
Zum Seitenanfang