Cyberangriffe zeigen Wirkung
Der IT-Branchenverband Bitkom hat bei 900 deutschen Unternehmen nachgefragt, die 2023 Opfer von Hacker-Angriffen waren. Sie sind Opfer von Diebstahl, Spionage und Sabotage, Erpressung, Systemausfällen und Betriebsstörungen. Beim Diebstahl stehen Kunden- und Mitarbeiterdaten im Vordergrund.
Die häufigsten Schäden entstehen durch Phishing, Passwortklau und Malware. Acht von zehn Unternehmen sind mehrfach Opfer von Cyberangriffen. Nach ihren Angaben ist ein Schaden von rund 148 Milliarden Euro entstanden. Mehr als Hälfte der Firmen fühlt sich in ihrer Existenz bedroht.
Betriebe verlangen mehr Informationen
Deshalb ist es folgerichtig, dass der Anteil für die Sicherheit bei IT-Investitionen auf 14 % gestiegen ist. Die übergroße Mehrheit der Betriebe erwartet von den staatlichen Sicherheitsbehörden mehr Informationen über die Cybersicherheit und bekannte Schwachstellen. Außerdem sollte die Meldung über Angriffe verpflichtend sein. Viele Firmen verschweigen Hackerangriffe lieber und zahlen das geforderte Lösegeld.
Cyber Security Report 2024 von Horizon3.ai ergänzt die Bitkom-Daten, wenn er davon berichtet, dass mehr als ein Drittel (37 %) der Angreifer über N-Day-Schwachstellen in Unternehmensnetzwerke eindringt. Dabei handelt es sich um bereits bekannte, ausnutzbare Software-Einfallstore, die von den Unternehmen noch nicht behoben (gepatcht) sind. Deshalb ist das Patch-Management wichtig. Ein weiteres Viertel der Hacker verschafft sich Zugang zu sogenannte Zero-Day-Schwachstellen, die vom Softwarehersteller noch nicht entdeckt, den Cyberkriminellen aber bekannt sind. In diesem Fall ist der Nutzer machtlos.
Funktionierende Backups sind zwingend notwendig
Gegen Bedrohungen aus dem Cyber-Raum schützen Firewalls, Spamschutz und automatische Datensicherungen. Backups sind laut einer HDI-Studie am häufigsten im Einsatz. Seltener genutzt sind Multi-Faktor Authentifizierungen oder verschlüsselte Zugänge zum Unternehmensnetzwerk zum Beispiel über VPN.
Organisatorische Präventionsmaßnahmen sind verbindliche Passwort-Standards oder Schwachstellen-Scans der IT. Am weitesten verbreitet sind verbindliche Standards für den Umgang mit Passwörtern. Zur Prävention gehört auch die Vorbereitung von Notfallmaßnahmen. Nur bei jedem zweiten Unternehmen sind allerdings die Zuständigkeiten nach einem Cyberangriff eindeutig festgelegt.
Fazit: Sicherheitskritische Zugangsdaten sind das Hauptziel von Hackern.
Sorgen Sie für klare Zuständigkeiten im Unternehmen im Falle eines Angriffs, einschließlich Kommunikationsstrategie sowie eindeutige Regeln für den Passwortgebrauch und -schutz.