Japan will Fracht autonom verschicken
Japan will eine automatisierte Frachttransportstrecke zwischen Tokio und Osaka bauen. Diese Förderbandstraße oder „conveyor belt road“ soll eine Länge von etwa 500 Kilometern haben. Das Projekt soll helfen, den grassierenden Mangel an Lkw-Fahrern zu lindern und die CO2-Emissionen zu reduzieren.
Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Planungsphase. Testläufe sind für das Jahr 2027 geplant. Mitte 2030 soll die Strecke dann in Betrieb genommen werden. Die schlaue Lösung der genannten Probleme: Die Transportboxen sollen sich weitgehend autonom auf der Transportstrecke bewegen. In einem Computer-Video der japanischen Regierung ist zu sehen, wie sich auf Rädern befestigte Kisten auf einem speziell dafür eingerichteten dreispurigen Korridor in der Mitte einer großen Autobahn bewegen.
Autonomer Frachttransport geplant
„Wir müssen beim Straßenbau innovativer sein,“ sagte Yuri Endo, der die Bemühungen im Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus beaufsichtigt. „Das Schlüsselkonzept der Auto-Flow-Road besteht darin, im Straßennetz spezielle Bereiche für die Logistik zu schaffen und dabei ein rund um die Uhr verfügbares automatisiertes und unbemanntes Transportsystem zu nutzen“, so Endo. Den Plänen zufolge soll die Beladung automatisiert und mit Gabelstaplern erfolgen. Gleichzeitig will man mit Flughäfen, Eisenbahnen und Häfen enger kooperieren.
Hintergrund: Die japanische Logistikbranche leidet unter einem akuten Mangel an Lkw-Fahrern. In der Branche spricht man von dem „2024 Problem“. Seit dem April dieses Jahres ist eine neue gesetzliche Regelung in Kraft getreten, die die jährlichen Überstunden auf 960 Stunden begrenzt, um Überarbeitung und Unfälle zu verhindern. Damit sieht sich das Land gezwungen, alternative Lösungen zu finden, um den Mangel an Fahrern auszugleichen.