KEFF+ in Aktion: Ein Praxisbeispiel, das zeigt, wie KMU Ressourcen sparen können
Vielen Unternehmen fehlen Zeit und Kapazitäten, um Ressourceneffizienzpotenziale anzugehen. FUCHSBRIEFE stellen Ihnen ein aktuelles KMU-Beispiel aus Stuttgart vor, bei dem sich auch die Mitarbeiter clever eingebracht haben.
In Baden Württemberg bilden ministeriumsgeförderte regionale Kompetenzstellen für Ressourceneffizienz (KEFF+) ein landesweites Netzwerk. Damit haben KMU, insbesondere das verarbeitende Gewerbe, eine neutrale und kostenfreie Anlaufstelle mit Unterstützungsangeboten in Sachen Ressourceneffizienz und Klimaschutz. Unternehmen können sich kostenlos einbringen. Sie werden analysiert, erarbeiten Know-how, sparen Kosten und Emissionen – und werden so wettbewerbsfähiger.
KFF+Check
Schlüsselelement des Projekts ist der KEFF+Check, den Moderatoren vor Ort im Unternehmen durchführen. Und zwar neutral, kostenfrei und unabhängig. Ziel: Unternehmen für die Potenziale von ressourceneffizienten Prozessen und Technologien zu sensibilisieren, auf Fördermöglichkeiten hinzuweisen und Maßnahmen anzustoßen. Nach der Ersterfassung möglicher Effizienzpotenziale besteht die Möglichkeit, Berater, Planer und Umsetzer nach Bedarf einzubeziehen. Im gesamten Bereich der IHK Region Stuttgart haben seit Projektstart 122 Unternehmen das KEFF+-Label erhalten. Dabei wurden auch Möglichkeiten zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit aufgezeigt.
Aktuelles Beispiel
Ende Januar hat mit der Kommunikationsagentur Magaziniker GmbH (Stuttgart) erstmals ein Unternehmen aus der Landeshauptstadt das Label bekommen. Nach dem initialen KEFF+Check wurden eine Reihe emissionssenkender Maßnahmen umgesetzt: etwa eine von den Mitarbeitern entwickelte browsergestützte App, mit der die CO₂-Bilanz des Unternehmens umfassend verbessert werden kann. Dann: Durch einen spielerischen Ansatz mit Quizfragen und wöchentlichen Challenges werden die Mitarbeiter zu umweltbewusstem Verhalten animiert – z.B. eine Woche lang ohne Auto zur Arbeit zu pendeln. An der ersten Runde haben zwei Drittel der Belegschaft teilgenommen.
Und: Die Magaziniker haben ihre CO₂-Emissionen genau erfasst und dokumentiert. Nach der Erneuerung der Fenstern wurde der Wärmebedarf deutlich reduziert. Und als das Trinkwasserangebot für die Mitarbeiter auf Sprudelspender umgestellt wurde, wurden 960 Wasserflaschen eingespart.
Fazit: Befragen Sie Ihre zuständige IHK zu Unterstützungsmaßnahmen. Einige der hier genannten Maßnahmen (KFF+Check) könnten Sie auch schon ohne Hilfe anschieben.
Hinweis: Im Ländle kann über "Wirtschaft digital Baden-Württemberg" eine „Digitalisierungsprämie Plus“ genutzt werden. Gefördert werden Maßnahmen zur IT-Sicherheit in KMU. Antragsteller können unter zwei Optionen wählen: Zuschussvariante oder zinsverbilligte Darlehensvariante. Was gefördert wird: Einführung neuer digitaler Systeme für Produkte, Dienstleistungen, Prozesse; Verbesserung der IKT-Sicherheit; KI-Anwendungen; im Rahmen des Projekts notwendigen Schulungen der Mitarbeiter.