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Remanufacturing: Aus alt mach neu

Kreislaufwirtschaft beim Produktdesign mitdenken

© Miha Creative / stock.adobe.com
Wer bereits bei der Produktentwicklung die Recyclingfähigkeit eingesetzter Materialien, die Eignung für Aufarbeitung und Zerlegung durch intelligentes Produktdesign mitdenkt, hat einen großen Schritt in die Kreislaufwirtschaft getan. FUCHSBRIEFE nennen Ihnen erfolgreiche Beispiele dafür.

Denken Sie die Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) gleich beim Produktdesign mit. Denn erstens gibt es in ihr keinen Ablauf der Produktlebensdauer mehr. Zweitens können erhebliche Ressourcen gespart und sogar neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Eine aussichtsreiche Methode ist das Remanufacturing. Dabei werden Ersatzteile und Komponenten demontiert, aufbereitet und in einen zweiten Lebenszyklus überführt.

Beispiel Liebherr

Durch die Aufarbeitung gebrauchter Komponenten lassen sich bis zu 75% Rohmaterial und Energie einsparen. Auch der CO2-Fußabdruck verringert sich um über 50%. Das zumindest meint die Firma Liebherr. Die Firmengruppe, einer der größten Baumaschinenhersteller der Welt (Zentrale in Baden-Württemberg), bietet auch weltweit eine Remanufacturing-Dienstleistung für die eigenen Großgeräte an (Baumaschinen, Kräne, Aerospace, Verkehrstechnik etc.). 

Gebrauchte Bauteile und Komponenten werden im Rahmen des „Reman-Programms“ nach industriellen Standards zu neuwertigen Teilen aufbereitet. Dazu gehören Dieselmotoren, Hydraulikkomponenten, Getriebe und vieles mehr. Bei einem Verbrennungsmotor seien zu 80% der Teile wiederzuverwenden. Bei einem Getriebe oder einer Hydraulik sind es immernoch über 50%, heißt es. Möglich: Austauschkomponente, Generalüberholung und Reparatur. Das Programm wird stetig weiterentwickelt.

Fraunhofer hilft beim Aufarbeiten

Die Wiederverwendung gebrauchter Teile reduziert Materialkosten. Diese Einsparung gibt Liebherr an den Kunden weiter. Die Instandhaltung der Maschinen wird für so günstiger und finanziell besser planbar. Bei Rücksendung eines aufarbeitungsfähigen Alt-Teils gewährt Liebherr zudem eine Vergütung. Überdies werden weitere aufgearbeitete Austauschkomponenten bereitgehalten (Lieferservice). Liebherr nutzt das Altmaterial auch als Ressource für aktuelle Serienprodukte.

Derzeit erfolgt die Demontage von Produkten weitgehend noch manuell. Ganz einfach ist das nicht: Schrauben sind verrostet, Teile deformiert. Digitale Industrie 4.0-Technologien und smarte Lösungen helfen, geschlossene Wertstoffkreisläufe und ein hocheffizientes manuelles Recycling möglich zu machen. Das Fraunhofer IFF (Magdeburg) unterstützt Fachkräfte mit digitalen Werker-Assistenzsystemen bei zerstörungsfreier Demontage, Reinigung und Wiederaufbereitung.

Fazit: Denken Sie bereits bei der Produktentwicklung das Recycling eingesetzter Materialien, die Zerlegung, Aufarbeitung und neue Nutzung mit. Ein intelligentes Produktdesging kann Ihnen neue Geschäfte ermöglichen und ist ein großer Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft.

Liebherr (Remanufacturing)

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