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Elektromobilität

Masterplan für Europa

Der Ausbau der Elektromobilität zwingt die beteiligten Unternehmen zur engen Kooperation – branchen- und länderübergreifend.
Der Ausbau der Elektromobilität zwingt die beteiligten Unternehmen zur engen Kooperation – branchen- und länderübergreifend. Auf dem zweiten Kongress „Innovations(t)raum Elektromobilität“ des Elektromobilitäts-Förderprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums wurde klar: Die deutsche Wirtschaft arbeitet auf diesem Sektor an einem Masterplan. Denn alle Beteiligten haben begriffen: Kein Unternehmen schafft den Sprung zur E-Mobilität im Alleingang. So ist die Automobilindustrie stark auf die Energiewirtschaft und beide auf die Anbieter der Informations- und Telekommunikationstechnologien angewiesen. Wer sich nicht abstimmt, riskiert enorme Fehlinvestitionen. Beispiel RWE: Der Energieriese aus NRW hat bereits 100 Mio. Euro in eine Ladesäuleninfrastruktur investiert. Jedoch haben bis heute nicht alle auf deutschen Straßen zugelassenen Elektroautos dafür passende Anschlüsse. Auch der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen, Tesla, setzt auf eine eigene Ladesäuleninfrastruktur. Diese will das US-Unternehmen von den Niederlanden aus in ganz Europa ausbauen. Der Strom an diesen Ladesäulen soll für die Verbraucher frei verfügbar sein. Angesichts hoher Strom- und Infrastrukturkosten geht Tesla damit das große Risiko einer Fehlinvestition ein – vorausgesetzt, alle anderen Anbieter ziehen weiterhin gemeinsam an einem Strang. Der Dialog zwischen den Branchen läuft bereits und intensiviert sich. Unter den beteiligten Unternehmen sind die Autohersteller BMW und Opel, der E-Taxi-Anbieter Vispiron, Anbieter für Software-Plattformen wie OsCar und Siemens, Ladesäulenhersteller wie Bosch und RWE sowie mehrere wissenschaftliche Einrichtungen (z. B. RWTH Aachen, Fraunhofer Institut). Erst durch ihre Vernetzung konnten die einzelnen Akteure alle Herausforderungen erkennen. Dazu gehören eine kompatible Ladesäuleninfrastruktur sowie Bezahlsysteme, Stromanbindung, Netzüberlastung oder Informationsaustausch (z.B. Smartphone-Anwendungen für Autofahrer). Nun sind die beteiligten Akteure dabei, die praktische Umsetzung einzelner Schritte technisch und zeitlich aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig denken die betroffenen Industrien grenzüberschreitend. Damit die Autofahrer z.B. aus Belgien oder Niederlanden mit ihren Elektroautos auch in Deutschland Strom „tanken“ können, bedarf es einer gemeinsamen Infrastruktur. Dazu haben Akteure aus den unterschiedlichen Ländern, wie in Deutschland zuletzt auch RWE, die sogenannten Protokolle zur IT-Steuerung offengelegt. Damit schaffen sie eine gemeinsame Plattform. Sie ist vergleichbar mit der von unterschiedlichen Mobilfunkanbietern, deren Kunden problemlos und grenzübergreifend miteinander telefonieren können.

Fazit: Noch stehen einzelne Akteure am Anfang des Weges. Die Erkenntnis, dass keine der betroffenen Branchen weitere Schritte autonom gehen kann, zeigt sich in einer engeren Zusammenarbeit.

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