Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
242
Elektromobilität

Masterplan für Europa

Der Ausbau der Elektromobilität zwingt die beteiligten Unternehmen zur engen Kooperation – branchen- und länderübergreifend.
Der Ausbau der Elektromobilität zwingt die beteiligten Unternehmen zur engen Kooperation – branchen- und länderübergreifend. Auf dem zweiten Kongress „Innovations(t)raum Elektromobilität“ des Elektromobilitäts-Förderprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums wurde klar: Die deutsche Wirtschaft arbeitet auf diesem Sektor an einem Masterplan. Denn alle Beteiligten haben begriffen: Kein Unternehmen schafft den Sprung zur E-Mobilität im Alleingang. So ist die Automobilindustrie stark auf die Energiewirtschaft und beide auf die Anbieter der Informations- und Telekommunikationstechnologien angewiesen. Wer sich nicht abstimmt, riskiert enorme Fehlinvestitionen. Beispiel RWE: Der Energieriese aus NRW hat bereits 100 Mio. Euro in eine Ladesäuleninfrastruktur investiert. Jedoch haben bis heute nicht alle auf deutschen Straßen zugelassenen Elektroautos dafür passende Anschlüsse. Auch der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugen, Tesla, setzt auf eine eigene Ladesäuleninfrastruktur. Diese will das US-Unternehmen von den Niederlanden aus in ganz Europa ausbauen. Der Strom an diesen Ladesäulen soll für die Verbraucher frei verfügbar sein. Angesichts hoher Strom- und Infrastrukturkosten geht Tesla damit das große Risiko einer Fehlinvestition ein – vorausgesetzt, alle anderen Anbieter ziehen weiterhin gemeinsam an einem Strang. Der Dialog zwischen den Branchen läuft bereits und intensiviert sich. Unter den beteiligten Unternehmen sind die Autohersteller BMW und Opel, der E-Taxi-Anbieter Vispiron, Anbieter für Software-Plattformen wie OsCar und Siemens, Ladesäulenhersteller wie Bosch und RWE sowie mehrere wissenschaftliche Einrichtungen (z. B. RWTH Aachen, Fraunhofer Institut). Erst durch ihre Vernetzung konnten die einzelnen Akteure alle Herausforderungen erkennen. Dazu gehören eine kompatible Ladesäuleninfrastruktur sowie Bezahlsysteme, Stromanbindung, Netzüberlastung oder Informationsaustausch (z.B. Smartphone-Anwendungen für Autofahrer). Nun sind die beteiligten Akteure dabei, die praktische Umsetzung einzelner Schritte technisch und zeitlich aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig denken die betroffenen Industrien grenzüberschreitend. Damit die Autofahrer z.B. aus Belgien oder Niederlanden mit ihren Elektroautos auch in Deutschland Strom „tanken“ können, bedarf es einer gemeinsamen Infrastruktur. Dazu haben Akteure aus den unterschiedlichen Ländern, wie in Deutschland zuletzt auch RWE, die sogenannten Protokolle zur IT-Steuerung offengelegt. Damit schaffen sie eine gemeinsame Plattform. Sie ist vergleichbar mit der von unterschiedlichen Mobilfunkanbietern, deren Kunden problemlos und grenzübergreifend miteinander telefonieren können.

Fazit: Noch stehen einzelne Akteure am Anfang des Weges. Die Erkenntnis, dass keine der betroffenen Branchen weitere Schritte autonom gehen kann, zeigt sich in einer engeren Zusammenarbeit.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Produktcheck

Jyske Stable Strategy schafft, was der Name verspricht

Der Jyske Invest Stable Strategy ist ein klassischer Mischfonds. Er legt den Fokus auf besonders risikoarme, aber dennoch lukrative Anlagestrategien. Damit gelingt dem Fondsmanagement eine beachtliche Durchschnittsrendite.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang