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Neues Provisionsmodell für Einzelhandels-Betriebe

Mehr Umsatz mit Mystery Boxes

Überraschungsboxen bieten Nervenkitzel. Wer einen solchen Automaten aufstellt, kann 24 Stunden am Tag Zusatzumsatz generieren - und das bei geringem Aufwand. Wir sagen, wie das geht.

Vending-Automaten mit „geheimnisvollen“ Inhalten sprießen wie Pilze aus dem Boden. Beladen sind sie mit Mystery Boxes, in denen sich wertvolle Gegenstände verbergen können – bei geringer Gebühr für den Kunden. FUCHSBRIEFE erklären das Geschäftsmodell dahinter.

Wir erläutern Ihnen den Trend am Beispiel Tankstellen, denn auch an einem solchen Standort lässt zusätzlicher Umsatz mit einem Vending-Automat generieren. So geht es: Dieser wird mit Mystery Boxes bestückt, in denen sich in der Regel unbekannte Retouren-Neuware befindet. Der Kunde wirft Geld ein - und folgt damit dem Reiz, gegen geringe Gebühr wertvolle Inhalte zu „generieren“ zu können, die im besten Fall (viel) mehr wert sind als das Paket kostet.

Was ist im „Überraschungsei“?

Automatenbetreiber Risto Vending (Marienheide) etwa bestückt Mystery Boxen angeblich mit „coolen Technik-Gadgets, stilvollen Lifestyle-Highlights oder echten Knallern wie Apple AirPods, Nintendo-Konsole oder sogar einem iPhone“, wie es heißt. Kosten pro Box: 15 oder 20 Euro. Bei den Inhalten handelt es sich um Retouren-Ware, die Kunden aus ganz Europa aus verschiedenen Gründen an den Lieferanten zurückgesendet haben, z.B. weil sie nicht passen oder nicht abgeholt wurden. 

Auch Tankstellenbetreiber könnten sich den Nervenkitzel zunutze machen. Grund: hohe Kundenfrequenz und spontane Mitnahmeimpulse. Über einen solchen Automaten kann 24 Stunden am Tag Zusatzumsatz generiert werden, und das bei geringem Aufwand.

Umsatzprovision

Die Stephan Tankstellengruppe (Stuttgart) bietet folgendes Modell: Der Vertragspartner (also hier der Tankstellenpächter) erhält monatlich 20% vom Netto-Automatenumsatz und zzgl. 75 Euro netto pauschal für Strom. Bei einem täglichen Verkauf von 20 bis 50 Päckchen liegt die monatliche Provision laut Stephan zwischen 1.000 und 2.500 Euro pro Monat – reines Zusatzgeschäft ohne zusätzliche Manpower. Und wer die gelieferten Boxen selbst befüllt, profitiert auch davon. Ebenfalls möglich: Mystery Packs im Shop auf eigene Rechnung verkaufen.

Kurze Beispielrechnung: Bei einem Verkauf von 10 Paketen zu 20 Euro pro Tag: 10 Pakete/Tag x 7,41 Euro Nettogewinn/Paket = 2.223 Euro Nettogewinn/Monat x 12 Monate = ca. 26.676 Euro Nettogewinn pro Jahr

Kein Ramsch

Je nachdem wie der Automat befüllt werden soll: Mystery Boxes sollten keine minderwertigen Inhalte enthalten, etwa Kindersocken. Das führt zu Unzufriedenheit. Hochwertige Retouren machen die „Überraschungseier“ erst interessant auch für weitere Käufe. Die Menschen sind dann „angefixt“ – das Geschäftsmodell kann langfristig "funzen".  

Fazit: Interessant vor allem in hoch frequentierten Geschäften in guten Lagen. Dass Retouren wiederverwendet statt entsorgt werden, ist ein willkommener Nebeneffekt. Achtung: keine Ramschware in die Boxen stecken!

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