Neue US-Exportkontrollen bedrohen europäische Wirtschaft
Die USA haben Exportbeschränkungen auf KI-Chips beschlossen. Das trifft indirekt auch deutsche Unternehmen. Der Chipmarkt weltweit erreichte 2024 nach vorläufigen Zahlen der Branchenorganisation WSTS (World Semiconductor Trade Statistics) einen Umsatz von 602 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 19% ggü. 2023. Wachstumstreiber sind KI-Chips, deren Absatz mit etwa 30% im Jahr zunimmt. 2024 erreichten Hersteller damit wohl einen Umsatz von etwa 60 Mrd. Euro. Anbieter von KI-Chips sind vor allem US-Konzerne, wie Nvidia, AMD oder Intel. Anbieter von außerhalb der USA, wie die britische Graphcore, kommen nur auf geringe Marktanteile.
Der Exportbann soll nicht-vertrauenswürdigen Ländern wie China oder Nordkorea der Zugang zu KI erschweren. Die Handelsbeschränkungen wurden noch von der Biden-Administration erlassen. Aber unter den Republikanern gibt es viel Zustimmung dafür. Sie entsprechen auch der politischen Linie Trumps, der eine harte Politik gegen China angekündigt hat. Das macht es wahrscheinlich, dass die Exportbeschränkungen tatsächlich kommen. Gibt es keine Einsprüche des neuen Präsidenten, wird die Verordnung im Mai 2025 in Kraft treten.
Große EU-Staaten ausgenommen, Exportbeschränkungen bedrohen aber Startups in Osteuropa
Die großen EU-Staaten, darunter Deutschland, sind von den Beschränkungen ausgenommen. Aber 17 EU-Länder, vor allem in Süd- und Osteuropa, darunter die baltischen Staaten, Österreich, Polen, Portugal oder Tschechien, fallen unter den Bann. Sie sollen eine Genehmigung beantragen können, um in den kommenden zwei Jahren bis zu 320.000 der modernsten KI-Prozessoren kaufen. Mit der Exportbeschränkung werden US-Nutzer der KI-Chips bevorzugt.
Der Bann kann die Entwicklung von Startups in Osteuropa und damit das Wirtschaftswachstum Europas stark einschränken. Startups werden gezwungen sein, ihren Sitz in die USA zu verlegen, um ihre Rechenleistung erhöhen zu können. In den letzten Jahren haben sich Technologieunternehmen in Osteuropa stark entwickelt, etwa der Datenanalyst UIPath aus Bukarest, der Mobilitätsanbieter Bolt aus Estland oder die Computerspiele-Entwickler aus Polen.
Fazit: Die USA machen Ernst und spielen ihre Führung in der Digital-Technologie aus. Das bedroht Europas Wachstumschancen.