Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1769
Pentagon finanziert die Entwicklung

Ozeanriesen bald ohne Kapitän unterwegs

Die amerikanischen Behörden haben bei mehreren Werften gleichzeitig die Entwicklung großer Schiffe ohne Besatzungen in Auftrag gegeben. Federführend dabei ist - wie so häufig - zunächst das Militär. Die meisten der Werften haben aber auch umfangreiche Erfahrungen mit zivilen Schiffsbauten, die nun in die neuen Arbeiten einfließen sollen.

"Geisterschiffe" ohne Kapitän und Besatzung sollen bald den Treibstoffverbrauch von Ozeanriesen verringern helfen. Wie so oft bei technischen Neuerungen steht das US-Militär Pate. Trotz beträchtlichen Widerstands weiter Teile des US-Kongresses hat das amerikanische Verteidigungsministerium mehrere Entwicklungsaufträge finanziert. Lockheed Martin, Bollinger Shipyards, Marinette Marine, Gibbs & Cox sowie Austral USA sollen eine Generation besatzungslos fahrender großer Schiffe entwickeln. Sie sollen dazu bestehende Designs kommerzieller Schiffe entsprechend modifizieren. Vor allem sollen Aufwand und Kosten besatzungsloser Schiffe "im Rahmen" bleiben. 

Auftraggeber war in allen fünf Fällen die DARPA. Es handelt sich um eine dem Pentagon nahestehende amerikanische Behörde für Forschung und Entwicklung. Sie war 1958 als Advanced Research Project Agency vom damaligen Präsidenten Dwight D. Eisenhower ins Leben gerufen worden. Inzwischen firmiert sie, bedingt durch den Schwerpunkt ihrer Arbeit, als Defense Advanced Research Project Agency.

US-Militär entwickelt Automatik-Schiffe

Die U.S. Navy davon aus, dass besatzungslosen Überwasser-Kriegsschiffen "die Zukunft" gehört. Der Widerstand gegen diese Pläne erklärt sich hauptsächlich aus den mit diesem Konzept verbundenen Entwicklungskosten. Die DARPA geht jedoch davon aus, dass sich die Entwicklungskosten auch zivil nutzen lassen – und von daher rechnen. Denn die Anforderungen an die militärischen besatzungslosen Schiffe dürften weitgehend mit den von zivilen Schiffen übereinstimmen: Jedes Schiff muss sicher und zuverlässig von A nach B gelangen. Zumindest die erste Generation der besatzungslosen Schiffe soll aber anfänglich eine kleine Besatzung mitführen. Bei technischen Pannen sind Hilfedienste per Schiff oder Flugzeug vorgesehen. 

Zumindest für die Hauptverkehrsrouten der Schifffahrt erscheint die Idee interessant, die Schiffe in ganz kurzen Abständen hintereinander fahren zu lassen. Die Schiffe können im Treibstoffverbrauch vom jeweils Vorausfahrenden profitieren. Dieser Gedanke wird derzeit ebenso in der zivilen Luftfahrt verfolgt. Dort hat Airbus eine entsprechende Software nach dem Modell der Vogelschwarm-Flüge entwickelt. Sie wird gegenwärtig in Frankreich und Skandinavien getestet wird FB vom 18.9.20). 

Die Darpa hat jedenfalls Gibbs & Cox damit beauftragt, das Convoy-Fahren zur Treibstoffersparnis weiterzuentwickeln. Auftragswert: bis zu 280 Mio. Dollar. "Cruisen" könnten die Frachter vor allemauf dem Nordatlantik zwischen Europa und Nordamerika und auf dem Pazifik zwischen Ostasien und der u.s.-amerikanischen Westküste. 

Unklar sind bisher vor allem die "Nebenkosten" des besatzungslosen Frachtverkehrs. So müssen dieHäfen für den besatzungslosen Schiffsverkehr aufgemöbelt werden. Auch die elektronischen Überwachungssysteme für den Betrieb der neuen Schiffe verschlimgen hohe Summen. Nicht zuletzt sind Versicherungskosten für die besatzungslosen Frachter und ihre Ladungen noch ungeklärt.

Fazit: Es dürften noch gut 10 Jahre vergehen, bis die ersten großen Frachter besatzungslos auf den Ozeanen aufkreuzen. Bei militärischen Fahrzeugen könnte es etwas schneller gehen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Neuseeland-Dollar sackt ab

Kiwi-Notenbank unter Druck von zwei Seiten

Eingangstür Reserve Bank of New Zealand. © Copyright 2022 Reserve Bank of New Zealand
Inflation und Wirtschaft nehmen derzeit den Neuseeland-Dollar in die Zange. Denn die neuseeländische Notenbank kann sich nur auf eine Seite konzentrieren. Daraus ergeben sich Handlungsoptionen für Anleger.
  • Juristische Hindernisse stehen nach Zeitungsbericht im Weg

M.M. Warburg: Cum-Ex-Mitarbeiter bleiben vorerst an Bord

Seit vielen Monaten ist die Hamburger Privatbank M.M. Warburg mit der juristischen Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals belastet. Die Geister, die sie rief, wird sie nun nicht los.
  • Die Sozialstaats-Lobby ist viel zu mächtig

Deutschlands verkehrte Welt

FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber. © Verlag FUCHSBRIEFE
Unser Staat gängelt die Leistungsträger und bemuttert die Leistungslosen. Bedingungsloses Grundeinkommen: Der Name ist Programm. Noch wurde es im Gesetzgebungsverfahren abgelehnt. Doch schon das Bürgergeld führt in die falsche Richtung.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Tschechiens Notenbank auf Hold

Inflation sendet erste Entspannungssignale

Tschechische Krone. (c) cnb.cz
Während die deutsche Inflationsrate weiter steigt, scheint sich in Tschechien langsam die Trendwende einzustellen. Die Notenbank sieht sich daher in der Lage, ihre Zinserhöhungen zu pausieren. Daraus ergeben sich Chancen für Anleger.
  • Fuchs plus
  • Gold oder Bitcoin als Krisenwährung nutzen?

Krisenschutz funktioniert

Bitcoin auf Tastatur. © pinglabel / Getty Images / iStock
Als Absicherungsinstrument enttäuschen Gold und Bitcoin derzeit viele Anleger. Die Kurse des Edelmetalls und der Kryptowährung stehen unter Druck. Eignet sich Bitcoin also doch nicht als GAU-Schutz?
  • Fuchs plus
  • Bank of England will zaubern

Pfund verliert international an Bedeutung

United Kingdom. © 110544884 / NurPhoto / picture alliance
Das Pfund ist derb unter die Räder gekommen. Jetzt versucht die Bank of England - wie die EZB - die Quadratur des Kreises. Sie will die Zinsen anheben und zugleich die Renditen mit Anleihekäufen ausbremsen. Das Manöver kann nicht gelingen...
Zum Seitenanfang