Unternehmen und ihre Angestellte zweifeln am Nutzen von KI
KI ist eine der disruptiven Technologien, die grundlegend produktivitätssteigernd sein kann – aber die Erfahrungen vieler Unternehmen sind andere. Eine Automatisierung kognitiver Tätigkeiten ist damit möglich, etwa im Rechnungswesen, im Controlling oder bei Verwaltungsabläufen. Weitere Möglichkeiten sind verbesserte Entscheidungsprozesse durch die Analyse großer Datenmengen, oder neue Einnahmequellen durch neue, datenbasierte Geschäftsmodelle.
Nur ein Drittel der deutsche Unternehmen haben bisher positiven Erfahrungen damit gemacht. Das zeigt eine Befragung durch den Unternehmensberater EY. Demnach haben nur 11% der Unternehmen, die KI nutzen, Kosten gespart, 11% den Umsatz gesteigert und 12% beides erreicht. Zusammen haben also 34% gute Erfahrungen gemacht. 33% der Unternehmen konnte aber mit KI nichts erreichen. 33% hält es für zu früh, um eine Aussage zu treffen.
Manager heben hohe Produktivitätsziele, Angestellte sehen nur Mehrarbeit
Bei KI gibt es eine großen Unterschied zwischen den Zielen, die leitende Angestellte haben, und den Effekten, die tatsächlich entstehen. Die Manager erwarten Produktivitätserhöhungen. Die Angestellten berichten aber, dass sie vor allem Mehrarbeit durch die KI haben. Das zeigt eine Studie des Instituts Wair im Auftrag der Freiberufler-Plattform Upwork. 77% der Angestellten berichten danach von Mehrarbeit.
Ein wesentlicher Grund für die ineffektive Nutzung sind unzureichende Schulungen für die KI-Nutzung. 79% der Angestellten in Deutschland sind damit unzufrieden. Die Schulungen sind häufig zu wenig auf den tatsächlichen Job der Angestellten bzw. ihre speziellen Anwendungen zugeschnitten. Sie gehen zu sehr auf die allgemeine Nutzung von KI ein, zu wenig auf spezielle anforderungen im jeweiligen Tätigkeitsfeld der Angestellten. Daher können Angestellte das Potenzial der Technik im Beruf nicht nutzen.
Fazit: Die Anwendung von KI in Unternehmen steht noch am Anfang. Das eine neue Technik zu Anfang wenig produktiv genutzt wird, ist nicht selten. Spezifische Anwendungen, verbunden mit besseren Schulungen können Abhilfe schaffen.