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Bauindustrie

Wachstumsmarkt serielle Sanierung

Dämmung einer Hausfassade © maho / Fotolia
Serielle Sanierungen werden zu einem Wachstumsmarkt in Deutschland. Dabei verändert sich der Bauvorgang: Er wird von der Baustelle weg verlagert. Das Schwergewicht liegt auf einer digitalisierten Planung und industrieller Vorfertigung.

Die serielle Sanierung von Gebäuden steht derzeit am Übergang von der Erprobungsphase zu einer gängigen Vorgehensweise der Bauwirtschaft. Bei der seriellen Sanierung wird die Wertschöpfung der energetische Sanierung eines Gebäudes weg von der Baustelle verlagert. Der Bauvorgang wird digitalisiert und industrialisiert. 

Zunächst wird ein 3-D-Scan des zu sanierenden Gebäudes gemacht. Daraus wird ein digitales Modell des zu sanierenden Hauses errechnet. Aus dem Modell wird dann errechnet, wie vor allem die Fassade, aber auch Dachelemente zur Dämmung vorgefertigt werden können. Teilweise wird mit Hilfe des Modells auch die Erneuerung der Heiztechnik geplant. Die Fassaden- bzw. Dachelemente werden dann am Fließband vorgefertigt. Auf der Baustelle verbleibt nur die Montage der Elemente.

Kosten werden weiter sinken

Bei den 60 Pilotprojekten, die bisher in Deutschland mit der Technik durchgeführt wurden, konnten schon große Einsparungen erreicht werden. Das zeigt eine Studie des Energiewende-Analysten Agora Energiewende. Die Planungszeit liegt bei etwa einem halben Jahr. Die Kosten erreichen um die 1.000 Euro/m2. Sie liegen derzeit etwa gleichauf mit konventionellen Sanierungen. Sie werden weiter sinken, das zeigen Erfahrungen aus den Niederlanden, wo serielle Sanierungen schon länger angewandt werden. Die Montage vor Ort dauert etwa drei bis vier Wochen. Das ist nur etwa ein Drittel bis die Hälfte der Zeit, die solche umfangreichen Sanierungen normalerweise benötigen. Damit sinken für Eigentümer die Einnahmeausfälle aus Mietminderungen während der Bauzeit.

Großes Marktpotenzial, auch ohne politischen Zwang

Das Marktpotenzial ist groß. Ein Sanierungszwang wird von der Politik wohl nicht kommen, weil der Wohnungsmangel zu groß ist und voraussichtlich erst im kommenden Jahrzehnt nachlassen wird. Aber die steigenden CO2-Preise machen sanierte Wohnungen für Mieter attraktiv. Für Vermieter sind die Sanierungen attraktiv, weil sie den Wert der Immobilie dauerhaft erhöhen.

Millionen unsanierter Wohnungen in Deutschland

Das Marktpotenzial ist riesig. Es gibt etwa 500.000 unsanierte Mehrfamilienhäuser mit 3 Mio. Wohnungen in Deutschland. Viele davon in Siedlungen gleichartiger Häuser, die von Wohnungsbaugesellschaften errichtet wurden. Dort können die Baukosten durch serielle Sanierung besonders stark gesenkt werden. 

Das Marktpotenzial bei diesen Gebäuden liegt bei über 100 Mrd. Eur in den nächsten Jahren. Insgesamt sind über 15 Mio. Wohnungen in Deutschland sanierungsbedürftig, etwa 4 Mio. Einfamilienhäuser und bis zu 400.000 Nicht-Wohngebäude. Die meisten davon sind für eine serielle Sanierung geeignet: letztlich alle Gebäude, die geometrische Formen aufweisen ohne Verzierungen, die erhalten werden müssen.

Fazit: Serielle Sanierungen werden die Kosten für die Energetische Sanierung von Wohn- und anderen Gebäuden stark senken. Der Markt steht noch am Anfang, verspricht aber großes Potenzial.
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