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Personal: Zurück aufs Land

Junge Arbeitskräfte kehren zurück

Rückwanderungsbewegung: vor allem junge Arbeitnehmer zieht es zurück in ihre ländlichen Heimatgegenden. © picture alliance/chromorange
Viele Unternehmen in ländlichen Regionen hatten Jahre lang mit Personalmangel zu kämpfen. Vor allem junge Leute zogen aus ländlichen, strukturschwachen Regionen weg. Dieser Trend hat sich gedrehrt.
Es gibt eine gute Nachricht für die Unternehmen in ländlichen Regionen. In Deutschland kehrt jeder fünfte abgewanderte Arbeitnehmer zurück in den Heimatkreis. Die höchsten Rückkehr-Quoten verzeichnen ländliche Regionen. Ganz offensichtlich ist die Bindung an die Heimat ein wichtiger Standortfaktor. Und die brummende Konjunktur macht’s möglich. Insgesamt sind in den vergangenen Jahren mehr Männer als Frauen und mehr Jüngere als Ältere in ihre Heimatregion zurückgekehrt. Vor allem gibt es eine verstärkte Rückwanderung von unter 25-Jährigen. Sie kehren zurück nach Mecklenburg-Vorpommern, in große Teile Sachsen-Anhalts, Thüringens und Bayerns. Spitzenreiter bei der Rückwanderung von Erwerbspersonen im Zeitraum von 2001 bis 2014 waren der westthüringische Landkreis Eichsfeld (32% Rückkehrer), die bayerischen Landkreise Passau (26%) und Straubing-Bogen (26%) sowie der Landkreis Saarlouis (26%). Das geht aus Daten des IAB in Nürnberg hervor, die das Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig aufbereitet hat. Deutlich geringer fallen dagegen die Rückkehrquoten für Städte aus. Weniger als 15% der abgewanderten Beschäftigten sind in ihre Heimatorte Frankfurt (Oder), Offenbach a. M. und Heidelberg zurückgekehrt. Das heißt: Junge Menschen suchen zwar eine Ausbildung oder ein Studium in der Stadt. Doch den Job finden sie in ihrer ländlichen Heimatregion. Zudem zeigt sich für viele ostdeutsche Kreise, dass mehr Akademiker dorthin zurückziehen als Beschäftigte ohne Berufsabschluss. Auch das schafft Wettbewerbsvorteile für ländliche Regionen. Gerade ostdeutsche Länder hatten in den letzten Jahren mit massiver Abwanderung junger Menschen zu kämpfen. Das hatte dramatische Auswirkungen: Die junge Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter stellt die Grundlage der regionalen Wirtschaftskraft dar. Wenn die abwandert, gehen vor Ort in der Regel sehr schnell die Lichter aus. Doch dieser Trend hat sich gedreht. Von demografischer Schrumpfung betroffene Regionen sehen deshalb in der Rückkehr ehemals Abgewanderter eine gute Chance, der Nachfrage nach Arbeitskräften vor Ort gerecht zu werden. Das macht die betroffene Region für Betriebe wieder interessant.

Fazit: Betriebe in ländlichen Regionen und in Ostdeutschland sollten gezielt abgewanderte Fachkräfte und junge Erwerbstätige ansprechen. Deren Bereitschaft, in ihrer Heimat zu arbeiten, ist groß.

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