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Compliance: Wichtige Kodizes und Schutz für Whistleblower

Durch ein Compliance-System schaffen Sie Sicherheit. Lesen Sie, welche Kodizes Sie formulieren sollten und wie Sie Whistleblower schützen können.
Eine Compliance-Organisation ist eine Maßnahme betriebswirtschaftlicher Vernunft. Auch wenn für Ihr Unternehmen keine Rechtspflicht bestehen mag, sollten Sie sich damit auseinandersetzen. Vorteile: Transparenz, Absicherung vor eventuell existenzgefährdenden Risiken, bessere Stellung im Wettbewerb etc.  Compliance umfasst ein breites Themenfeld. Dazu gehören neben den für Ihr Unternehmen relevanten Gesetzen (etwa zu Kartell-, Arbeits-, Datenschutz- oder Produktsicherheitsrecht) auch stark regulierte Themenfelder wie Wirtschaftskriminalität, Kartellrecht. Hinzu kommen soziale und umweltbezogene Schwerpunkte. Mit bloßen Ethikleitlinien ist es nicht getan. Sie brauchen Strukturen (mind. einen Beauftragten) und Maßnahmen (Standards, Kodizes, Schulungen etc.). Und Sie müssen konsequent formulieren, reagieren und sanktionieren.

So setzen Sie Compliance richtig um

Das sollten Sie formulieren: Code of Conduct: Ein Verhaltenskodex sollte eine Unternehmenskultur formulieren, die Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit sowie gegenseitigen Respekt dokumentiert und Anleitung für Ihre Mitarbeiter bietet. Ein Kodex kann z.B. enthalten: Präambel; Allgemeine Grundsätze, Recht und Gesetz; Absätze zu Korruption, Kartellrecht, Zwangsarbeit, Kinderarbeit; Verhalten im Wettbewerb (Kartellrecht); Grundsätze zur sozialen Verantwortung (Menschenrechte, Diskriminierung, Gesundheitsschutz, faire Arbeitsbedingungen, Umweltschutz, Geschäftsgeheimnisse); Absätze zu Lieferanten und Einhaltung der Grundsätze sowie ein Anhang zum

United Nations Global Compact (10 Prinzipien)

Supplier Code of Conduct: Um verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln auch in Ihrer Wertschöpfungskette voranzubringen, sollten Sie einen Supplier Code of Conduct aufsetzen. Den müssen  zunächst  Ihre wichtigsten Lieferanten unterschreiben (Ziel: 100%.) Dann  auf andere ausweiten. Wer nicht mitzieht, wird konsequent ausgesondert. Der SCoC kann umfassen: Anwendungsbereich des Abkommens, sog. Red Flag Issues (das Wichtigste, nicht verhandelbar), Aussagen zu Menschenrechten, Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Sicherheit, Umweltbedingungen, Ethik.

Weitere mögliche Dokumente: Conflicts of Interest Policy (soll Interessenkonflikten vorbeugen, etwa in Sachen Geschenke) und Anti-Corruption Policy (Umgang mit Gewährung von Vorteilen, Unternehmensfusionen, Sponsoring, Lobbying etc.).

Whistleblower schützen

Schützen Sie Whistleblower! Schaffen Sie für Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und andere Interessengruppen eine vertrauliche Möglichkeit, Hinweise auf kriminelle Handlungen und sonstige schwerwiegende Verstöße gegen bedeutende  unternehmensinterne Regelungen an Ihr Unternehmen (Ihren Compliance-Beauftragten) zu adressieren. Nutzen Sie dafür eine gesicherte Kommunikationsplattform zur Abgabe anonymer Meldungen. Alternativ hilft die Einrichtung eines anonymen Postkastens.

Fazit: Werben Sie mit und für Compliance. Ein System stärkt Ihr Unternehmen. Formulieren Sie unbedingt auch Konsequenzen bei Nichteinhaltung Ihrer Regeln. Handeln Sie bei Verstößen rigoros. Schließlich geht es um Ihr Image, um Haftungsfragen und um Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Hinweis: Auf Wunsch erhalten Abonnenten von uns eine ausführliche Fassung des Artikels sowie weiterführende Informationen. Fordern Sie diese bei redaktion@fuchsbriefe.de an unter dem Stichwort: Compliance.

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