Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
226
Mehr als ein Feigenblatt

Compliance: Wichtige Kodizes und Schutz für Whistleblower

Durch ein Compliance-System schaffen Sie Sicherheit. Lesen Sie, welche Kodizes Sie formulieren sollten und wie Sie Whistleblower schützen können.
Eine Compliance-Organisation ist eine Maßnahme betriebswirtschaftlicher Vernunft. Auch wenn für Ihr Unternehmen keine Rechtspflicht bestehen mag, sollten Sie sich damit auseinandersetzen. Vorteile: Transparenz, Absicherung vor eventuell existenzgefährdenden Risiken, bessere Stellung im Wettbewerb etc.  Compliance umfasst ein breites Themenfeld. Dazu gehören neben den für Ihr Unternehmen relevanten Gesetzen (etwa zu Kartell-, Arbeits-, Datenschutz- oder Produktsicherheitsrecht) auch stark regulierte Themenfelder wie Wirtschaftskriminalität, Kartellrecht. Hinzu kommen soziale und umweltbezogene Schwerpunkte. Mit bloßen Ethikleitlinien ist es nicht getan. Sie brauchen Strukturen (mind. einen Beauftragten) und Maßnahmen (Standards, Kodizes, Schulungen etc.). Und Sie müssen konsequent formulieren, reagieren und sanktionieren.

So setzen Sie Compliance richtig um

Das sollten Sie formulieren: Code of Conduct: Ein Verhaltenskodex sollte eine Unternehmenskultur formulieren, die Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit sowie gegenseitigen Respekt dokumentiert und Anleitung für Ihre Mitarbeiter bietet. Ein Kodex kann z.B. enthalten: Präambel; Allgemeine Grundsätze, Recht und Gesetz; Absätze zu Korruption, Kartellrecht, Zwangsarbeit, Kinderarbeit; Verhalten im Wettbewerb (Kartellrecht); Grundsätze zur sozialen Verantwortung (Menschenrechte, Diskriminierung, Gesundheitsschutz, faire Arbeitsbedingungen, Umweltschutz, Geschäftsgeheimnisse); Absätze zu Lieferanten und Einhaltung der Grundsätze sowie ein Anhang zum

United Nations Global Compact (10 Prinzipien)

Supplier Code of Conduct: Um verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln auch in Ihrer Wertschöpfungskette voranzubringen, sollten Sie einen Supplier Code of Conduct aufsetzen. Den müssen  zunächst  Ihre wichtigsten Lieferanten unterschreiben (Ziel: 100%.) Dann  auf andere ausweiten. Wer nicht mitzieht, wird konsequent ausgesondert. Der SCoC kann umfassen: Anwendungsbereich des Abkommens, sog. Red Flag Issues (das Wichtigste, nicht verhandelbar), Aussagen zu Menschenrechten, Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Sicherheit, Umweltbedingungen, Ethik.

Weitere mögliche Dokumente: Conflicts of Interest Policy (soll Interessenkonflikten vorbeugen, etwa in Sachen Geschenke) und Anti-Corruption Policy (Umgang mit Gewährung von Vorteilen, Unternehmensfusionen, Sponsoring, Lobbying etc.).

Whistleblower schützen

Schützen Sie Whistleblower! Schaffen Sie für Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und andere Interessengruppen eine vertrauliche Möglichkeit, Hinweise auf kriminelle Handlungen und sonstige schwerwiegende Verstöße gegen bedeutende  unternehmensinterne Regelungen an Ihr Unternehmen (Ihren Compliance-Beauftragten) zu adressieren. Nutzen Sie dafür eine gesicherte Kommunikationsplattform zur Abgabe anonymer Meldungen. Alternativ hilft die Einrichtung eines anonymen Postkastens.

Fazit: Werben Sie mit und für Compliance. Ein System stärkt Ihr Unternehmen. Formulieren Sie unbedingt auch Konsequenzen bei Nichteinhaltung Ihrer Regeln. Handeln Sie bei Verstößen rigoros. Schließlich geht es um Ihr Image, um Haftungsfragen und um Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Hinweis: Auf Wunsch erhalten Abonnenten von uns eine ausführliche Fassung des Artikels sowie weiterführende Informationen. Fordern Sie diese bei redaktion@fuchsbriefe.de an unter dem Stichwort: Compliance.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Erbschaftsteuergesetz ist offensichtlich verfassungswidrig

Der Staat macht den Erbfall zum Risiko

Erblasser werden vom Staat im Stich gelassen. Das deutsche Erbschaftsteuerrecht ist nach Meinung des ehemaligen Verfassungsrichter Prof. Paul Kirchhof nicht verfassungskonform – Gestaltungen geschehen unter Vorbehalt. © PictureAlliance
Erst vor Kurzem hat die (alte) Bundesregierung das Erbschaftsteuerrecht geändert. Doch auch die Neuregelung ist klar verfassungswidrig. Das sagt der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Prof. Paul Kirchhof. Das bringt erhebliche Unsicherheit für Steuergestaltungen mit sich.
  • Verbraucherschutz als Wiedergutmachungsprogramm

Das Märchen vom Bürokratieabbau

Chefredakteur Ralf Vielhaber
Vor dreizehn Jahren schaffte es die Entbürokratisierung als Ziel in den Koalitionsvertrag der ersten großen Koalition. Kanzlerin Angela Merkel erklärte ihn zur Chefinnensache. Inzwischen wurde er längst ins Reich der Märchen verbannt wurde, erzählt Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber.
  • Fuchs plus
  • Die Majors im Überblick

Der Euro hinkt hinterher

Dollar und Yen zeigen im Vergleich zum Euro eine bessere Performance. Copyright: Picture Alliance
Während in der Eurozone die Euphorie über Konjunktur und Zinsentwicklung langsam schwindet, wird die Dollar-Stärke momentan lediglich vom eigenen Präsidenten ausgebremst. Die Geldpolitik Japans kurbelt indes kräftig die Binnennachfrage an.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Viel zu billig gegenüber Gold

Der Silberpreis mit Aufholpotenzial

Der Silberpreis folgt gewöhnlich dem Goldpreis. Doch diesmal ist alles anders – bisher jedenfalls. Doch eine Beobachtung spricht dafür, dass sich das in nächster Zeit wieder ändert.
  • Fuchs plus
  • Sanktionen zeigen deutliche Wirkung

Der Aluminiumpreis läuft davon

Der Preis für Aluminium wird durch die Sanktionen weiter steigen. Das Industriemetall ist für viele Branchen relevant. Copyright: Picture Alliance
Die Sanktionen der US-Regierung gegen russische Oligarchen zeigen Wirkung bei den Industrierohstoffen. Der Aluminiumpreis steigt kräftig an. Doch es gibt noch weitere Gründe für einen anhaltenden Preisanstieg.
  • Fuchs plus
  • Südafrika schafft die wirtschaftliche Wende

Langfristige Investitionen lohnen sich wieder

Mit dem neuem Präsidenten Cyril Ramaphosa macht Südafrika eine beeindruckende Entwicklung. Copyright: Picture Alliance
Die jüngsten Daten aus Südafrika spiegeln die positive Entwicklung des Landes wider. Die Produktionszuwächse und der Anstieg der Reallöhne zeigen Wirkung. Die Arbeitslosenquote ist jedoch nach wie vor hoch. Was das nun für Anleger und Investoren bedeutet.
Zum Seitenanfang