Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
953
Arbeitsmarkt

Reform ohne Wirkung

Berge kreisten... Die Arbeitsmarktreformen sind weit entfernt vom großen Wurf.
Die gerade beschlossenen Arbeitsmarktreformen (Stichworte Leiharbeit und Flexi-Rente) machen Ihnen vermutlich nur mehr Aufwand. Dass Unternehmer von ihnen einen größeren Nutzen haben, bezweifeln wir. Im Einzelnen:
  • Flexi-Rente: Die Anreize für ein Weiterarbeiten sind eher gering. Haupthindernis: Wer als Rentner mehr als 450 Euro verdient, bekommt vom Mehrverdienst satte 40% als Abgabe abgezogen. Das ist zwar weniger als bisher, bleibt aber eine durch nichts gerechtfertigte Sondersteuer. Warum hier nicht der normale Steuersatz greift, sondern ein Extra-Recht geschaffen wird, ist nicht erklärbar – und dürfte nicht gerade motivierend wirken. Auch der Wegfall der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (1,5%) bringt materiell wenig. Ein zugkräftiger Anreiz zur Weiterbeschäftigung mit 63 Jahren sieht anders aus.

  • Rentenbeiträge: Diese sollen künftig tatsächlich zur Rentenerhöhung beitragen. Neben den Arbeitgebern (wie bisher) sollen auch die Arbeitnehmer einzahlen dürfen. Die Möglichkeit, die Rente aufzubessern, haben aber vor allem Geringverdiener nötig, nicht die umworbenen, gut verdienenden Fachkräfte, die länger im Unternehmen gehalten werden sollen.

  • Leiharbeit: Die Veränderungen (auch bei Werkverträgen) sind nur Kosmetik. Die durchschnittliche Dauer der Leiharbeit liegt bei einem Vierteljahr. Die Befristung auf 18 Monate Dauer und die Verpflichtung, nach neun Monaten Leiharbeiter so wie Stammarbeiter zu bezahlen, bringt also kaum etwas. Bei den Werkverträgen gibt es nur eine Informationspflicht an Betriebsräte – aber keine Mitbestimmung.

Fazit: Die 2013 verabredete Reform tut nicht weh – sie wirkt aber auch kaum bei der angestrebten Behebung von Missbräuchen, bei der Reduzierung von Altersarmut und Fachkräftemangel.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein

Nippons Geldhüter überraschen den Yen nicht

Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein. Copyright: Pexels
Nach zweitägiger Beratung verkündeten die Geldhüter Japans – für die Märkte wenig überraschend – dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten. Sorgen machen sollten allerdings die dahinter liegenden Gründe. Dennoch gibt es gute Nachrichten – auch für Anleger.
  • Fuchs plus
  • Optimistische Weizen-Prognosen aus Down Under

Angeknackster Preistrend

Optimistische Weizen-Prognosen aus Down Under. Copyright: Pixabay
Das Bauern Freud' ist des Investors Leid: Das gilt auch bei Agrarrohstoffen. Aktuell ist Weizen betroffen. Noch vor einem Monat sah es hier mit den Ernten düster aus. Doch es hat sich etwas geändert.
  • Fuchs plus
  • Kündigung eines Prämiensparvertrages

Sparkasse kündigt Sparverträge, weil sie ihr zu teuer sind

Sparkasse kündigt Sparverträge, weil sie ihr zu teuer sind. Copyright: Pixabay
Prämienspar­verträge waren lange ein Sparkassen-Bestseller. Zusätzlich zum Zins erhält der Sparer eine jähr­liche Prämie, die mit der Lauf­zeit ansteigt. In Niedrigzins-Zeiten wird diese Prämie aber zur Belastung. Die Sparkassen kündigen nun alte Spar­verträge. Ist das zulässig?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • EuGH verhängt finanzielle Sanktionen gegen Polen

Der Zloty unter Druck: Bleibt Polen in der EU?

Der Zloty unter Druck: Bleibt Polen in der EU? Copyright: Pixabay
Polens Regierung muss nun erstmals vom EuGH verhängte finanzielle Sanktionen hinnehmen. Der Anlass: Ein vom Nachbarn Tschechien betriebenes Verfahren um den Braunkohletagebau Turow. Das dürfte nur ein Testlauf sein für weitere Sanktionen im Streit um die Justizreform. Offenbar werden nun auch die Finanzmärkte davon beeinflusst.
  • Fuchs plus
  • Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein

Nippons Geldhüter überraschen den Yen nicht

Japans Notenbank steigt im Dezember in die grüne Finanzierung ein. Copyright: Pexels
Nach zweitägiger Beratung verkündeten die Geldhüter Japans – für die Märkte wenig überraschend – dass sie an ihrer Geldpolitik festhalten. Sorgen machen sollten allerdings die dahinter liegenden Gründe. Dennoch gibt es gute Nachrichten – auch für Anleger.
  • Fuchs plus
  • China will ausufernden Immobilien(preis-)boom stoppen

Evergrande erschüttert Rohstoff-Lieferanten – Renminbi bleibt unberührt

China will ausufernden Immobilien(preis-)boom stoppen. Copyright: Pexels
Seit Tagen ist die drohende Pleite des chinesischen Bauträgers Evergrande Marktgespräch. Es geht darum, die Schieflage und ihre Folgen möglichst treffsicher einzuschätzen. Die Devisenmärkte haben das (wie die Aktienmärkte auch) bereits getan.
Zum Seitenanfang