Hinweis
Bitte beachten Sie, dass es am Samstag, den 07.08.2021 von 9:00 bis voraussichtlich 12:00 Uhr wegen Wartungsarbeiten zu Beeinträchtigungen kommen kann. Wir bitten um Ihr Verständnis!
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1173
Ende des Insolvenzschutzes

Bangen um die Altersvorsorge

Im Corona-Halbjahr von März bis einschließlich September ist in Deutschland die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, ausgesetzt. Doch für viele Firmen kommt jetzt das dicke Ende. Schulden sind aufgelaufen. Wer aufgeben muss, hat gleich einen weiteren Schrecken zu vergegenwärtigen.

In vielen Unternehmen hat das große Zittern begonnen. Ab 1. Oktober gilt wieder die Insolvenzantragspflicht. Und die Zahlen schießen ins Kraut, wie viele Firmen dann „die Grätsche“ machen. Denn zwischenzeitlich aufgeschobene Verpflichtungen aus Mieten, Strom, Wasser, Internet sind nur gestundet. Sollte es im letzten Moment (wider Erwarten) doch noch zu einer Verlängerung der „Stillhalteoption“ bis 31.3.2021 kommen, wachsen die Schuldenberge nur noch weiter. Bei Gastwirten kursieren Zahlen, dass mehr als 60% aufgeben: durch Liquidation oder Insolvenz.

Für Inhaber und Geschäftsführer steht nicht nur das Einkommen, sondern auch die Altersvorsorge auf dem Spiel. Darauf weist uns RA Dr. Johannes Fiala aus München zusammen mit dem Aktuar Peter Schramm hin. Der Bundesgerichtshof habe dem Insolvenzverwalter weitergehende Möglichkeiten eröffnet, auf das Vermögen der Mittelstandskapitalgesellschaft zur Rückdeckung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zuzugreifen; und zwar bis zu mehr als 10 Jahre rückwirkend. Das gelte insbesondere bei Pensionszusagen an geschäftsführende Gesellschafter.

Insolvenzverwalter kann Sicherheiten anfechten

Der Insolvenzverwalter kann die Bestellung von Sicherheiten für den Geschäftsführer (z.B. Verpfändung oder Abtretung) anfechten. Dazu reicht es aus, dass der Geschäftsführer mit 50% am Gesellschaftskapital beteiligt und zugleich deren alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer ist (§ 134 InsO).

Ist die Pensionszusage „unangemessen hoch“, wird der Insolvenzverwalter von einer Schenkung ausgehen – und diese anfechten. Diese Möglichkeit hat laut Fiala auch jeder Gläubiger. Bei einer Verpfändung der Rückdeckung komme es mittlerweile nicht mal mehr auf das Ziel der Gläubigerbenachteiligung an, um eine Anfechtung vorzunehmen.

Fazit: Ein wirksamer Vermögensschutz kann im Prinzip nur über Auslandskonstruktionen erreicht werden. Ohne eingehende fachliche Beratung sollte man davon aber die Finger lassen. Und: Für die jetzt betroffenen Unternehmer ist es ohnehin zu spät.

Urteile: BGH, vom 18.07.2013, Az. IX ZR 219/11; LG Bochum, vom 10. Mai 2011, Az. 9 S 251/10

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Ziegel und Beton für Häuslebauer

Wienerberger profitiert vom Bauboom

Wienerberger profitiert vom Bauboom. Copyright: Pexels
Ein Effekt der Pandemie ist, dass im ländlichen Bereich inzwischen viel mehr investiert wird. Wienerberger ist weltweit der größte Ziegelproduzent für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie europäischer Marktführer bei Tondachziegeln. Die Aktie profitiert vom Bauboom.
  • Fuchs plus
  • Licht mieten, Geld und C02 sparen

Beleuchtung clever mieten

Intelligente, energieeffiziente und CO2-sparende Beleuchtungsmodernisierung hat als Mietmodell zahlreiche Vorteile. LED-Beleuchtung senkt messbar die Kosten und verringert den Unterhaltsaufwand. Mieter schonen das Kapital und sind immer auf dem aktuellsten Stand der Lichttechnik.
  • China: Don't shoot the pianist

It’s Socialism, Stupid!

Chinesischer Volkskongress. Copyright: Picture Alliance
Der Reformdruck in China hoch, die internationalen Märkte haben letzte Woche mit Enttäuschung auf die Kehrtwende in der Bildungspolitik und die stärkere Regulierung von Technologie-Unternehmen reagiert. Im Handelskonflikt bauen die Amerikaner zeigen die Reaktionen der Chinesen, dass der Konflikt sich fest fährt. Die USA bauen nun mehr Druck auch beim Verteidigungspartner Deutschland auf, den langfristigen wirtschaftlichen Nutzen der Technologie-Transfers nach China neu zu bewerten.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Wie die neue deutsche Regierung europäische Politik gestalten wird

Vorerst führungslos

Die Bundestagswahl steht an – und sie ist nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa von Bedeutung. Angela Merkel, die in den vergangenen 16 Jahren maßgeblich die Geschicke Europas mitbestimmt hat, verabschiedet sich in den Ruhestand. Eine neue Regierung wird an die Macht kommen. Wie wird sie die deutsche Europa-Politik weiterentwickeln?
  • Der Fünf-Jahres-Plan soll nicht im Spieltrieb untergehen

Mehr Bildung per Dekret in China

Mit welchem Vorlauf wurde in den westlichen Gesellschaften durch Bildung die industrielle Revolution vorbereitet? Xi Jinping jedenfalls wartet nicht mehr darauf, dass sich die alternde, chinesische Gesellschaft aus eigenem Antrieb verbessert. Er braucht dringend gute Ingenieure für das sog. "Hard-Tech", also eigene Chips, Mars-Touren, Marine, Schienennetze, sparsame vernetzte E-Autos, Roboter, Biotech und vieles mehr. Nach monatelangen Vorgesprächen wird dem Volk der Kopf gewaschen.
  • Fuchs plus
  • Kurs des Corona-Impfstoffherstellers kennt derzeit nur eine Richtung

BioNTech hat noch so einiges in der Pipeline

Im Zuge der Corona-Pandemie erlebte die Aktie des Impfstoffherstellers BioNTech einen rasanten Aufstieg. Der Börsenwert übersteigt den realen Unternehmenswert mittlerweile bei weitem. Allerdings hat BioNTech noch weitere vielversprechende Projekte in der Pipeline. Wie sollen Anleger damit umgehen?
Zum Seitenanfang