Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1198
Unternehmer sind verunsichert

Coronahilfen nicht richtig durchdacht

Um in den nächsten Woche über die Runden zu kommen, müssen Kleinstunternehmer verschiedene staatliche Leistungen kombinieren. Dabei müssen sie bisweilen etwa gegenüber dem Finanzamt auch auf Ihren Rechten beharren. Manche Hilfen, wie etwa die Aussetzung der Mietzahlungen, sind nicht ganz durchdacht. Sie sollten daher nur in Absprache mit dem Vermieter genutzt werden.

Gut gemeint ist nocht nicht gut – das zeigt sich auch bei den Schnellhilfen für KMU. Viele Unternehmer sind verunsichert, ob und wann sie die Hilfen in Anspruch nehmen können. Denn es gibt dafür keine klaren Vorgaben. Bei Fehlverhalten droht das Strafrecht: Subventionsbetrug. Zwar werden die Steuerbehören bei der Prüfung in einigen Jahren nur Stichproben machen. Aber dennoch: Das gesellschaftliche Kilma wird dann ein anderes sein, der Solidaritätsrausch vorüber, Verteilungskämpfe herrschen. Im BMWi kennt man die Problemlage, aber hat noch keine Lösung. Unternehmer müssen bei der Inanspruchnahme das (strafrechtliche) Restrisiko übernehmen.

Um mit den staatlichen Hilfen über die Runden zu kommen, müssen Unternehmen verschiedene Leistungen kombinieren. Steuerstundungen sind möglich, wenn die Einnahmen zurückgegangen sind. Zur Bezahlung der Mitarbeiter gibt es das Kurzarbeitergeld. Die Soforthilfen für Kleinstbetriebe sollten besonders für dauerhafte Zahlungsverpflichtungen wie Mieten und Pachten genutzt werden.

Mietaussetzung möglich, aber riskant

Zwar können Kleinstunternehmer (weniger als zehn Beschäftigte, Jahresumsatz bzw. -bilanz unter 2 Mio. Euro) ihre Mietzahlungen vom 1. April bis 30. Juni aussetzen. Ihnen darf nicht gekündigt werden. Das gilt auch für Pachten. Der Mieter muss dazu glaubhaft machen, dass er wegen Auswirkungen der Pandemie seine Miete nicht leisten kann. Er muss die Miete dann später bezahlen. Die Zeit nach Juni ist aber in dem Gesetz nicht geregelt. Die Mieter setzen sich also dem Risiko aus, dass sie nach dem 30.6. gekündigt werden. Mietaussetzungen sollten daher in Absprache mit dem Vermieter erfolgen.   

Soforthilfen bei Liquiditätsabfluss

Die Einnahmen Vdürfen nicht ausreichen, um die laufenden Kosten zu decken. Das ist die Voraussetzung für die Soforthilfe für Selbständige und Kleinstbetriebe. Beantragen Sie Hilfen rechtzeitig, wenn ihre Barbestände im Zuge der Coronakrise schwinden. Rechnen Sie mit ein bis zwei Wochen Bearbeitungszeit. Warten Sie nicht ab, bis ihre liquiden Mittel komplett aufgebraucht sind.

Um später einen Nachweis für Ihre Liquiditätsnöte zu haben, dokumentieren Sie jetzt Ihre Liquiditätslage und Verpflichtungen. Stellen Sie eine Hochrechnung für die kommenden Monate an. Das kann Ihnen im Zweifelsfall bei der BP helfen.

Insolvenzantragspflicht ausgesetzt

Die Insolvenzantragspflicht wurde ausgesetzt. Überschuldete Unternehmen müssen bis zum 30. September nicht innerhalb von drei Wochen nach Feststellung der Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden. Voraussetzung: Zum einen muss die Zahlungsunfähigkeit auf den Folgen der Covid-19-Pandemie beruhen. Zum anderen muss eine Aussicht auf Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit beruhen, etwa weil Hilfen beantragt sind oder Finanzierungsvereinbarungen getroffen werden. Während der ausgesetzten Insolvenzpflicht haften Geschäftsführer nur eingeschränkt für Zahlungen, die sie nach Eintritt der Insolvenzreife des Unternehmens vornehmen, so die gesetzliche Regelung.

Fazit: Das Hilfspakt der Regierung ist recht umfassend. Aber es ist mit ganz heißer Nadel gestrickt. Für die Unternehmer, die die Hilfen in Anspruch nehmen wollen und müssen, bedeutet das, dass sie ein strafrechtliches Restrisiko (er)tragen müssen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • FUCHS-Devisenprognose für das 4. Quartal 2020 (29.10.)

Dollar dreht kurz nach oben

Der Dollar dreht kurz nach oben. Copyright: Pexels
Der US-Dollar wird nach der US-Präsidentenwahl frische Aufwärtsimpulse bekommen. Das wird aber nur eine kleine Zwischenrally sein. Die FUCHS-Prognose für die Zeit danach lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Ran an die Bullions

Silber-Nachfrage zieht an

Der kleine Bruder des Goldes ist gefragt. Vor allem Privatanleger greifen aktuell zu Silber und bunkern das Edelmetall. Die Institutionellen sind noch etwas zurückhaltend. Dennoch steigt die Nachfrage insgesamt an.
  • Fuchs plus
  • Sinkflug beendet

Maispreis muss technische Hürden nehmen

Der Preis ist heiß bei Mais. Copyright: Pixabay
Der Preis für das Popcorn-Grundelement war lange Zeit in einem Sinkflug. Doch jetzt haben Aufwinde den Maipreis erfasst. In Kürze stößt er erst mal an die Wolkendecke.
Neueste Artikel
  • Berenberg im Fokus Private Banking

Beratung in allerletzter Sekunde

Berenberg im Fokus Private Banking. Copyright: Pixabay
Bei der altehrwürdigen Berenberg Bank erlebt unser Testkunde eine Beratung in allerletzter Sekunde. Corona-bedingt sollte die Beratung eigentlich abgesagt werden. Doch bei Berenberg findet man dennoch einen Weg, das Gespräch stattfinden zu lassen. Was unser Kunde dabei erlebte? Das erfahren Sie im neusten Video von Fokus Private Banking!
  • Fuchs plus
  • Angebot und Nachfrage entwickeln sich unerwartet

Platin vor dem Dreh

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Hin und wieder ist es Platin. Doch dessen Preis ist zuletzt ordentlich gefallen. FUCHS sieht jedoch einen Dreh bevorstehen.
  • Fuchs plus
  • Der Spaltpilz im Rat frisst sich immer tiefer

Die EZB will nachlegen

Der EZB-rat ist gespalten. Copyright: Pixabay
Manche Geldpolitiker scheinen gar nicht genug von Krise bekommen zu können. Denn jedesmal ist ein neuer Grund da, den Geldhahn länger bis zum Anschlag offen zu lassen. Und einseitig Geldpolitik zu betreiben. Das wird Falken und Tauben weiter auseinandertreiben.
Zum Seitenanfang