Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1835
Kein Pardon bei der Prüfungsanordnung

Tod schützt nicht vor Außenprüfung

Lupe. © [M] toeytoey2530 / Getty Images / iStock
Wer glaubt, dass der Tod das Ende darstellt, wird von Außenprüfungen eines Besseren belehrt. Über die Rechtmäßigkeit und Zumutbarkeit solcher Prüfungen für die Erben, musste nun der Bundesfinanzhof urteilen.

Die steuerlichen Verhältnisse des Unternehmers können jederzeit geprüft werden. Auch wenn dieser das Unternehmen aufgegeben oder veräußert hat. Selbst nach seinem Tod kann das Finanzamt noch Außenprüfungen durchführen. Streitige Steuernachzahlungen aus einer früheren Außenprüfung oder der Mehraufwand für Erben stellen dabei kein Hindernis dar, entschied nun der Bundesfinanzhof (BFH).

Der Fall

Ein Vater hatte als Einzelunternehmer ein Bauunternehmen betrieben und hieraus Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt. Er verstarb im Dezember 2016. Das Finanzamt führte eine Außenprüfung für die Jahre 2010 bis 2012 durch. Bezüglich der daraus entstehenden Forderungen des Finanzamtes war zum Zeitpunkt des BFH-Urteils beim Finanzgericht (FG) noch ein Klageverfahren anhängig. Im Jahr 2019 beschloss das Finanzamt die steuerlichen Verhältnisse des Vaters erneut zu überprüfen, dieses Mal für die Jahre 2014 bis 2016.

Die beiden Kinder und gleichzeitig Erben des Bauunternehmers klagten dagegen. Ihrer Meinung nach müsste ein "ganz besonderer Anlass" vorliegen, um eine erneute Prüfung durchzuführen, da ihr Aufwand auch durch das hinzuziehen von Steuerberatern besonders groß sei. Ein ganz besonderer Anlass liege zum Beispiel vor, wenn mit erheblichen Steuernachforderungen gerechnet werden könne. Der Bundesfinanzhof sah dies anders. Auch ein zeitlicher oder finanzieller Mehraufwand, der entsteht, weil die Erben Auskünfte schwieriger erteilen könnten als der verstorbene Steuerpflichtige, mache eine ermessensgerecht eingeforderte Mitwirkungsmaßnahme noch nicht unverhältnismäßig.

Fazit: Auch nach dem Tod eines Unternehmers kann das Finanzamt noch Außenprüfungen durchführen. Dagegen haben die Erben keine Handhabe.

Urteil: BFH, X B 87/21

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Neue Produktionskette für Chemiefasern

Nachhaltige Polyesterfasern für Japan

Textilien © fomkin20 / stock.adobe.com
Sieben Unternehmen haben eine neue Produktionskette für Chemiefasern aufgebaut und benötigen kein Rohöl mehr in der Produktion. Erste Kleidungsstücke aus diesen Fasern kommen zur Zeit in Japan auf den Markt.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Risiko: Negative Margen durch schwankende Kurse

Währungsrisiken vermeiden

Wenn Kurse von Währungen schwanken, kann das für Unternehmen bedeuten, dass sie durch zuvor geschlossene Verträge nun Verluste machen. Offene Restzahlungen werden so allenfalls zu einem Risiko. Mit dem richtigen Management kann das vermieden werden.
  • Fuchs plus
  • Neue Wärmepumpe effizient bei unterschiedlichen Temperaturen

Wärmepumpe für die Industrie

Wärmepumpe © 2023 Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Die ETH hat eine neuartige Wärmepumpe entwickelt, die verschiedene Temperaturen effizient erzeugen kann. Gerade Industriebetriebe könnten großen Nutzen davon haben.
  • Fuchs plus
  • Trendwende-Anzeichen in der Türkei

Notenbank bleibt restriktiv

Der Verfall der Türkischen Lira kennt seit Jahren kein Halten. Gegenüber dem Euro verlor die Devise des Lands am Bosporus mehr als 70% ihres Werts. Die Hoffnungen in die geldpolitische Wende wurden vorerst enttäuscht. Allerdings gewährt der Lira-Rückgang Investoren einen Abschlag auf die Vermögenswerte des Landes. Zusätzliche Chancen winken bei einem Kurswechsel der Währung.
Zum Seitenanfang