Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
515
Mehrere Anwälte für einen Fall

Recht: An beauftragten Anwalt gebunden

Sie dürfen nicht hinter dem Rücken eines beauftragten Anwaltes einen weiteren hinzuziehen. Tun Sie dies, müssen Sie dennoch das vereinbarte Honorar zahlen.
Sie dürfen nicht hinter dem Rücken eines beauftragten Anwaltes einen weiteren zu einem Fall hinzuziehen. Tun Sie dies, müssen Sie dennoch das vereinbarte Honorar zahlen bzw. Sie erhalten das bereits gezahlte nicht zurück. So entschied das Oberlandesgericht Oldenburg (Urteil vom 9.2.1017, Az. 2 U 85/16). Der konkrete Fall: Ein Mandant hat zwei Anwälte mit der Wahrnehmung seiner Interessen vor Gericht beauftragt. Da er mit beiden unzufrieden war, beauftragte er hinter ihrem Rücken einen weiteren. Der neue Anwalt wurde sofort tätig und meldete sich bei dem zuständigen Richter. Auch davon hatten weder er noch der Auftraggeber die bisher allein beauftragten Anwälte informiert. Die Alt-Anwälte kündigten an, ihr Mandat niederzulegen, wenn der Neue weiter tätig wäre. Ihr Auftraggeber nahm das Angebot an und verlangte das bisher schon gezahlte Honorar zurück. Das Honorar dürfen die Alt-Anwälte behalten. Nach Auffassung des Gerichts ist eine Mandatsniederlegung in diesem Fall nicht vertragswidrig. Ganz im Gegenteil: Die Beauftragung eines weiteren Anwaltes ohne vorherige vertragliche Vereinbarung oder Übereinkunft der beklagten Anwälte könne deren Ruf schädigen.

Fazit: Damit Sie nicht nur an einen Anwalt gebunden sind, vereinbaren Sie eine Öffnungsklausel zur eventuellen Hinzuziehung eines weiteren Anwalts. Dieses Mandat müssen Sie dann aber mit dem Erst-Beauftragten einvernehmlich gestalten.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • VP Bank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

VP Bank: Nicht immer ganz den Ton getroffen

Die VP Bank erhält in der Gesamtwertung das rating »Gut«.
Selbst wenn die Komposition stimmig ist, der Ton macht die Musik: Den hat die VP Bank schon im Beratungsgespräch nicht immer ganz getroffen. Das setzt sich in der schriftlich ausgearbeiteten Vermögensstrategie stellenweise fort.
  • Fuchs plus
  • UBS Deutschland | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

UBS Deutschland : Qualität nicht durchgehalten

Die UBS Deutschland erhält in der Gesamtwertung das rating »Das weite Feld«.
„Unser Geschäftsmodell stellt Sie als Kunden in den Mittelpunkt und die gesamte Firma in Ihren Dienst, um Ihre Erwartungen zu erfüllen oder gar zu übertreffen." Über diesen Satz kann man eine Weile nachdenken, wenn man den Besuch bei der UBS Revue passieren lässt. Ergebnis: Stimmt. Hier und da.
  • Fuchs plus
  • Hypo Vorarlberg Bank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Hypo Vorarlberg Bank: Hin und wieder vorbeigeschossen

Die Hypo Vorarlberg Bank erhält in der Gesamtwertung das rating »Befriedigend«.
„Achtsam wirtschaften – wir gestalten Zukunft nachhaltig." Mit solchen Sätzen hat die Hypo Vorarlberg auch unseren Kunden für sich eingenommen. Doch um ihn wirklich zu gewinnen, hätte sie ihre eigenen Ansprüche konsequenter durchhalten müssen.
Neueste Artikel
  • In aller Kürze

Online-Handel: Doch keine Rechnungspflicht

Wenn Sie einen Web-Shop unterhalten, müssen Sie Kunden aus dem Ausland nach wie vor keine Zahlung auf Rechnung anbieten. Zwar gebietet die seit 3. Dezember geltende „Geoblocking-Verordnung" der EU prinzipielle Gleichbehandlung der Kunden. Doch für die Zahlung auf Rechnung gilt das wegen der Schwierigkeit, die Ausfallprüfung für Kunden im Ausland vorzunehmen, nicht. Vorkasse reicht.
  • In aller Kürze

Bürgschaftsbanken: Nachfolge fördern

2018 stieg der Anteil der von den Bürgschaftsbanken geförderten Unternehmensnachfolgen weiter an. Das Volumen wuchs um 8% auf über 352 Mio. Euro. Nachfolgefinanzierungen machen bei den Bürgschaftsbanken ein Drittel aller unterstützten Unternehmen und des gesamten Fördervolumens aus.
  • In aller Kürze

Polnische Fernfahrer erhalten ab Grenzübertritt Mindestlohn

Sobald ein polnischer Lkw das deutsche Straßennetz befährt, muss dem Fahrer der hiesige Mindestlohn gezahlt werden. Denn: Für Arbeit, die in Deutschland anfällt, müssen Arbeitgeber aus dem Ausland den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Das entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg und wies die Klage zweier polnischer Speditionen gegen die Geltung des Mindestlohngesetzes zurück. Auch wenn die Tätigkeit oft nur kurze Zeit dauert, gilt das Mindestlohn-Gesetz.

Urteil: FG Berlin-Brandenburg vom 16.1.2019, Az.: 1 K 1161/17.

Zum Seitenanfang