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Hypothekendarlehen

Steuervorteil als Schuldentreiber

Die Abzugsfähigkeit von Hypothekenschulden bei der Steuer sorgt in den Industriestaaten weltweit für Probleme. Deutschland ist eine Ausnahme.
Die steuerliche Abschreibungsmöglichkeit von Hypothekendarlehen ist international ein zentraler Faktor für ausufernde Kreditvergabe. Und in der Folge für Immobilienblasen und eine kaum tragfähige Schuldenlast. In vielen Ländern – darunter die USA, Großbritannien, die Schweiz – lassen sich Hypothekenzinsen für selbstgenutzte Immobilien bei der Steuer anrechnen. In Deutschland – außer über Spezialkonstruktionen – nicht. Es handelt sich um eine erhebliche Subvention zur Eigenheimförderung. Die Niederlande kostet die Hypothekensubvention Steuern in Höhe von jährlich 2% des BIP, in den USA sind es 1%. Die Anreizwirkung ist enorm: Die Anrechenbarkeit der Schuldzinsen bei der Steuer führt zu einer Reduzierung der jährlichen Zinszahlung für einen Kredit von 1 Mio. US-Dollar um ein Viertel. Das hat der britische Economist berechnet. Meist stammen die Vergünstigungen aus Zeiten, in denen sie noch kaum genutzt werden konnten oder besonderen Lenkungszielen dienten. Doch wie jede Subvention haben sich auch diese Abschreibungsmöglichkeiten hartnäckig gehalten. Der offensichtliche Fehlanreiz hat erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtverschuldung – Private, Staat, Unternehmen – vieler Staaten. In den meisten Industriestaaten, die die Abzugsfähigkeit von Immobilien-Schuldzinsen praktizieren, hat sich die Gesamtverschuldung gemessen am BIP seit 15 Jahren krass verschlechtert. In Deutschland, das die steuerliche Absetzbarkeit so nicht kennt, hat sie sich dagegen seit 2000 – trotz der Finanzkrise und ihrer Belastung für den Staatshaushalt – leicht verbessert. Lag sie hier in 2000 bei rund 270% vom BIP, betrug sie Ende 2014 etwa 260%. In den Niederlanden stieg sie im gleichen Zeitraum von 510 auf knapp 700%, in Spanien von knapp 200 auf über 400%, in den USA von 200 auf 280%, in Japan von 420 auf 510%. Zwar ist die Anrechenbarkeit der Schuldzinsen von Immobilien nicht der einzige, aber ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung.

Fazit: Deutschland hat insbesondere im vergangenen Jahrzehnt etliche Steuervergünstigungen abgebaut, etwa durch die Verbreiterung der Bemessungsgrundlage. Damit ist das Land insgesamt nicht schlecht gefahren.

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