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Unternehmens-Übernahme

Aixtron: Doppeltes Spiel der Amerikaner

Die Übernahme von Aixtron steht auf der Kippe. Die USA spielen dabei eine entscheidende Rolle.
In Sachen Aixtron-Übernahme brodelt in der Bundeshauptstadt die Gerüchteküche. Das Technologie-Unternehmen soll von der chinesischen Grand Chip Investment GmbH (GCI) übernommen werden. Die USA haben ihr Veto beim Bundeswirtschaftsminister eingelegt. Und der ist der US-Vorgabe zuletzt gefolgt. Pikant: Es gibt Hinweise, dass mögliche Sicherheitsgefährdungen nur ein vorgeschobener Grund für das Veto sein könnten. Der US-LED-Anlagenbauer Veeco wäre von der Übernahme erheblich betroffen. Das Unternehmen ist etwa doppelt so groß wie Aixtron und einer der größten Konkurrenten der Deutschen. Auch das Geschäft der Amerikaner steht kräftig unter Druck. Der Umsatzerlös lag 2015 bei 477 Mio. US-Dollar, der Verlust bei 0,8 Mio Dollar. Aixtron wies im gleichen Zeitraum einen Umsatz von 197 Mio. Euro aus (Verlust 0,26 Mio. Euro). Auch Veeco ist auf dem chinesischen Markt aktiv und muss Billigkonkurrenz aus dem Reich der Mitte fürchten. Das könnte der wahre Grund für das US-Veto sein, so die Vermutung einiger Händler. Denn wenn Aixtron von den Chinesen übernommen wird, dürften die Absatzchancen von Veeco in China in Richtung Null sinken. Außerdem könnte der LED-Branche ein noch extremerer Preiswettbewerb drohen, wie schon bei Solarmodulen. Gut möglich, dass dies durch die US-Blockade der Aixtron-Übernahme verhindert werden soll. Bemerkenswert ist, dass beide Unternehmen in der Vergangenheit LED-Maschinen nach China exportiert haben. Das wurde bisher nie durch Sicherheitsbedenken eingeschränkt. Im Reich der Mitte stehen bereits etliche hundert Maschinen beider Unternehmen. Diese sind bereits in der Lage, die sicherheitsbedenklichen Produkte für ein Atomprogramm herzustellen. Auffällig sind auch die Aktienkursbewegungen bei Veeco. Der Aktienkurs des US-Unternehmens stand lange Zeit massiv unter Druck. Seit dem Übernahmeangebot der Chinesen an Aixtron schossen die Notierungen bei hohen Umsätzen von 15 auf über 25 US-Dollar in die Höhe. Händler interpretieren das als Wissensvorsprung einiger Adressen, die darauf spekulieren, dass die Aixtron-Übernahme scheitert und Veeco auch künftig gute Geschäfte in China machen kann.

Fazit: Es ist nicht sicher zu klären, wie weit diese Fakten das Handeln der Amerikaner bestimmen. Sicher ist nur, dass die USA beim Aixtron-Verkauf handfeste Wirtschaftsinteressen haben.

Hinweis: Wie sich Anleger in Aixtron positionieren sollten, haben wir in FUCHS-Kapital beleuchtet.

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