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Appetit mit Risiko

Die Firmeneinlagen sind so hoch wie nie zuvor, das Investitionsrisiko steigt. | © Getty
Hohe Cash-Bestände und wenig Anlagealternativen: Der deutsche Mittelstand ist wieder bereit, höhere Investitionsrisiken einzugehen.
Viele deutsche Mittelständler haben reichlich Geld in der Kasse und sind deshalb jetzt wieder bereit, höhere Investitionsrisiken einzugehen. Das ist eine der Botschaften, die wir vom 3. Platow-Forum „Family Office“ in Falkenstein bei Frankfurt mitnehmen. Laut Europäischer Zentralbank (EZB) belaufen sich die Firmeneinlagen bei deutschen Banken momentan auf knapp 460 Mrd. Euro. Das ist so viel Geld wie nie zuvor. Die hohen Liquiditätsreserven sind der wichtigste Grund für die sehr geringe Kreditnachfrage deutscher Unternehmen (FB vom 7.7.). Diverse Experten nennen uns im Gespräch mehrere Gründe für die hohe Überschussliquidität der Unternehmen.
  • Profitabilität: Deutsche Unternehmen – gerade im Mittelstand – sind enorm profitabel und generieren im aktuellen Umfeld einen hohen cash flow.

  • Investitionszurückhaltung: Die Unsicherheiten über die anstehende Politik der Energiewende reduzierten bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zuletzt die Investitionsbereitschaft, viel Geld wurde zurückgelegt.

  • Niedrigzinsen: Die geringen Zinsen beflügeln das Instrument der Gesellschafter-Darlehen. Der Gesellschafter entnimmt in diesem Modell die Gewinne nicht aus dem Unternehmen, um diese privat zu Minizinsen anzulegen. Vielmehr werden die entnommenen Gewinne der Firma sofort wieder als günstiges Darlehen angeboten. Dies ist von Vorteil für beide Seiten: Der Gesellschafter bekommt höhere Zinsen, die Firma spart oft Geld gegenüber einer Fremdfinanzierung. Die Höhe des Zinses für solche Darlehen liegt i.d.R. zwischen 3 und 5%.

Die unattraktiven Anlagealternativen führen zu einer wachsenden Bereitschaft von KMU, riskantere Investitionen zu tätigen. Die wachsende Risikobereitschaft zeige sich insbesondere darin, dass mehr Unternehmen als vor einem Jahr bereit sind, auch wieder als Venture-Kapitalgeber aufzutreten, so die Aussagen auf dem Platow-Forum. Im Fokus der Venture-Investitionen stehen „verlängernde Glieder der eigenen Wertschöpfungskette“ wie Service-Dienstleister oder Zulieferer. Daneben wird in Start-up-Unternehmen investiert, die vielversprechende Anwendungen für das eigene Geschäftsmodell im Portfolio haben.

Fazit: Die hohe Profitabilität des deutschen Mittelstandes in Kombination mit hohen Geldbeständen und schlechten Anlagealternativen führt zu einem höheren Risikoappetit bei Unternehmenskäufen. Vor diesem Hintergrund greifen deutsche Unternehmer immer öfter auch wieder zu Minderheitsbeteiligungen.

Hinweis: Die DenizBank (Wien) AG bietet speziell für Unternehmer ein attraktiv verzinstes Tagesgeld- und Festgeldkonto an. Das Deniz-Flex ist ein Online-Tagesgeldkonto und bringt 1,3% Zinsen. Beim Deniz-Fix Festgeldkonto variieren die Zinsen wie üblich je nach Laufzeit. Nähere Informationen unter Telefon 0800 - 488 66 00.

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