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Maschinenbau: Stark wachsender Softwaremarkt

Chancen bei Software und digitalen Zwillingen

Der Maschinenbau ist derzeit in einer Krise, die Branche wächst nicht. Aber dennoch gibt es gute Zukunftsaussichten. Denn ein Bereich wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Software bzw. Digitalisierung werden in den nächsten fünf Jahren auf dem Vormarsch sein.

Der Software-Bereich verspricht ein großer Wachstumsmarkt für Maschinenbau-Unternehmen zu werden. Damit rechnet der Unternehmensberater Bain. Einer Analyse zufolge wird der Markt für Software und in die Maschinen integrierte digitale Lösungen von etwa 225 Mrd. Euro in diesem Jahr auf etwa 360 Mrd. Euro im Jahr 2030 wachsen. 

Das starke Wachstum kommt daher, dass die bisher entwickelten digitalen Geschäftsmodelle eine Marktreife erreicht haben. Hinzu kommt, dass die Kunden der Maschinenbauer durch die ungünstigeren Bedingungen (neue Konkurrenten, schwache Konjunktur, Fachkräftemangel) stärker als noch vor wenigen Jahren zu Rationalisierung und Digitalisierung gezwungen sind.

Digitale Zwillinge sind eine große Chance

Besondere Chancen versprechen digitale Zwillinge einer Maschine. Das ist ein digitales Modell einer Maschine, das über Fernüberwachung mit den Nutzungsdaten der laufenden Maschinen gespeist wird. Das ermöglicht eine starke Optimierung der vorausschauenden Wartung. (Verschleiß-)Teile können dann vor deren Ausfall ersetzt werden und die Ausfallzeiten der Maschinen sinken. Das senkt die Kosten.

Für die Maschinenbauer bedeutet das einige Veränderungen. Denn Maschinen erzeugen die meisten Kosten in der Produktion. Software- und Digitalisierungslösungen sind dagegen vor allem im Vertrieb teuer. Schon vor dem Verkauf ist daher eine umfangreiche Beratung der Kunden nötig, danach Hilfe bei der Einrichtung und Schulung der Kundenmitarbeiter. 

Konzentration notwendig

Die Einnahmen verlagern sich darum von den Produkten zum Service. Weil die Anforderungen an die Digitalisierung sich je nach Branche stark unterscheiden, müssen sich Maschinenbauer stärker noch als bisher auf eine oder wenige Branchen als Kunden spezialisieren. Sonst ist die Komplexität des Angebots kaum noch beherrschbar.

Um digitale Lösungen zu entwickeln, sollten sich Maschinenbauer zwei zentrale Fragen stellen. Für Kunden welcher Branche gehört das Unternehmen zu den wichtigsten Lieferanten? Und welche digitalen Lösungen würden die Probleme der Kunden lösen? 

Vorsprung deutscher Unternehmen

Die deutschen Maschinenbauer sind übrigens in einer sehr guten Ausgangslage, um zu den führenden Anbietern digitalisierter Produktion weltweit zu werden. Für die großen Digitalkonzerne wie Microsoft ist das Geschäft viel zu kleinteilig, von dort ist nicht mit Konkurrenz zu rechnen. Gleichzeitig haben deutsche Unternehmen oft schon digitale Angebote. Fraunhofer-Institute und Unis können für Entwicklungspartnerschaften genutzt werden. Der Aufbau und die Nutzung digitaler Zwillinge als Kernmodell der Digitalisierung fällt ihnen leichter, als Konkurrenten aus anderen Ländern.

Fazit: Software und Digitalisierung werden in den kommenden Jahren zu einem Wachstumsschub bei den Maschinenbauern führen. Kernfrage für Unternehmen ist, welche Kundenprobleme sich mit Digitalisierung besser lösen lassen.
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