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Über Liechtenstein nach Europa

Chinesen kaufen Raiffeisen Privatbank

Der chinesische Finanzinvestor Mason kauft die Liechtensteinische Privatbank. Dafür zahlen die Chinesen einen erklecklichen Preis. Und sie haben langfristige Vorstellungen.

China bleibt im europäischen Bankenmarkt aktiv. Die in Hongkong beheimatete Mason Group, ein börsennotiertes Unternehmen, das sich auf gehobene Finanz- und Gesundheitsdienstleistungen fokussiert, kauft die kleine, feine Raiffeisen Privatbank in Liechtenstein für 54 Mio. Euro. Ein stolzer Preis. Das Eigenkapital der Liechtensteiner, bisher eine Tochter der Walser Privatbank, beträgt rund 40 Mio. Euro.

Die Chinesen drehen damit den Spieß um. Bisher waren es vor allem Schweizer Banken oder auch die Liechtensteinische LGT, die mit hohen Investitionen den asiatischen Markt aufzumischen versuchen. So wie Fosun bereits mit dem Kauf der deutschen Privatbank Hauck & Aufhäuser einen Fuß in den europäischen Markt der Reichen gestellt hat, so versucht es Mason nun mit den Liechtensteinern. 65% der rund 3.000 Kunden der Raiffeisen Privatbank sind allerdings Mandate bis 250.000 Euro. Die Bank verwaltetet per Ende 2016 Assets in Höhe von 1,046 Mrd. Schweizer Franken.

Raiffeisenbank soll chinesischer Markt geöffnet werden

Das Management von Mason verfolgt einen sehr langfristigen Ansatz. Man gebe der Bank Zeit. Sie kann ihr Geschäft mit dem bisherigen Mitarbeiterstamm in Ruhe fortsetzen, sagt uns der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Raiffeisen Privatbank, Dr. Alexander Putzer. Man will der Raiffeisen Privatbank wiederum den chinesischen Markt öffnen. Gleichzeitig will man vom Beratungs-Knowhow der Liechtensteiner profitieren. In den Markttests der Private Banking Prüfinstanz gibt die kleine feine Bank auch regelmäßig eine gute Figur ab.

Liechtenstein hat freien Zugang zum europäischen Wirtschaftsraum. Bankberater dürfen – anders als aus der Schweiz – in Deutschland akquirieren. Gleichzeitig hat Vaduz ein liberales Finanzmarktgesetzt und sich konsequent vom Image der Schwarzgeld-Oase befreit.

Fazit: Die Chinesen werden weiterhin als Käufer am europäischen Bankenmarkt auftreten. Die augenblickliche Konsolidierungswelle gibt ihnen dazu beste Gelegenheiten. Sie zahlen strategische Preise.

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