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Unternehmensmarkt bleibt im Abschwung-Modus

Doppelter Preisdruck für Verkäufer absehbar

Fallende Börsenkurse. © coffeekai / Getty Images / iStock
Der Unternehmensmarkt ist ein guter Seismograph für die Wirtschaft - und der signalisiert im Oktober, dass ein frostiger Winter bevorsteht. Das zeigt sich in der Anzahl der Übernahmen und auch im umgesetzten Volumen. Insbesondere für Verkäufer ist das Umfeld nicht gerade komfortabel. Auch die Richtung der Multiples ist weiter vorgezeichnet, mit wenigen Ausnahmen.

Der Unternehmensmarkt (M&A) ist weiter im Abschwung-Modus gefangen. Größter Belastungsfaktor – in den USA und in Europa – sind die steil steigenden Zinsen. Die Zinsanhebungen der Notenbanken und der Zinsanstieg am langen Ende verteuern die Finanzierungskosten.

Der Zinsanstieg schlägt insbesondere auf die Aktivitäten der Finanzinvestoren zurück. Die Kreditkonditionen haben sich binnen Jahresfrist immerhin fast verdreifacht. Den Private-Equity-Käufern fehlt das frische Geld, denn die Banken halten sich zurück. Hinzu kommt, dass auch Debt-Fonds (Kreditvergabefonds), die in die Banken-Lücke springen könnten, die Zügel eher anziehen.

Viele Faktoren bremsen den Unternehmensmarkt

Hinzu kommen Faktoren, die sowohl Finanzinvestoren als auch Strategen ausbremsen. Das globale konjunkturelle Umfeld trübt sich ein und erhöht die Unsicherheit bei Übernahmen. Die Prognose der Entwicklung der avisierten Übernahmeziele ist schwerer abschätzbar. Das macht die Vertragsgestaltung und die Einigung auf entsprechende pay-out-Klauseln und Risikogrenzen schwieriger.

Der Ukraine-Krieg kommt insbesondere in Europa noch als Sonderfaktor hinzu. Er hat gravierende Verschiebungen in den Branchen-Entwicklungen ausgelöst. Einige Branchen gewinnen Geschäfte, aber etliche Branchen verlieren massiv oder sind mit hohen Unsicherheiten bis hin zu Sanktionsrisiken behaftet.

Anzahl der Deals und das Volumen gehen zurück

Der Abschwung zeigt sich sowohl in der Zahl der Deals als auch im abgewickelten Volumen. Während die Zahl der Unternehmenskäufe in Deutschland in den ersten drei Quartalen um 22% gesunken ist, ging das Volumen sogar um 44% zurück. Bis Oktober wurden Unternehmensübernahmen im Volumen von nur 98 Mrd. Dollar in Deutschland angekündigt (noch nicht umgesetzt). Zuletzt lag das Deal-Volumen der ersten drei Quartale im Jahr 2017 unter der Marke von 100 Mrd. Dollar.

Multiplikatoren sinken im breiten Markt

Der Abwärtstrend zeigt sich in der Entwicklung der Multiplikatoren. Die sind weiter über viele Branchen im sanften Sinkflug. Nur wenige Branchen halten sich auf konstantem Niveau. Die höchsten Preise erzielen weiterhin Pharma-Unternehmen (EBIT-Multiple zwischen 9,6 und 12) und Software-Unternehmen (9,3 – 11,5). In beiden Branchen sinken die Multiplikatoren leicht. 

Einen leichten Anstieg der Multiples sehen wir in den Sektoren, die schon lange preislich unter Druck stehen. So steigt der EBIT-Multiplikator im Bau am unteren Ende (6,4) leicht an, am oberen Ende fällt er (8,2). Die Bandbreite der Preise wird somit kleiner. Das gleiche Bild sehen wir bei Textil/Bekleidung (6,4 – 8,1) und bei Maschinen- und Anlagenbau (6,9 – 8,4).

Fazit: Die Preise für Unternehmenskäufe stehen im Trend weiter unter Druck. Teilweise haben einige Branchen allmählich offenbar einen Boden erreicht. In den Highflyer-Branchen sinken die Preise weiter. Das Finanzierungsumfeld bleibt schwierig, die Vertragsverhandlungen oft langwierig. Gehen mit der globalen Konjunkturabkühlung die Umsätze zurück, wird das einen doppelten Preisdruck auf Verkäufer erzeugen.
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