Immer mehr Zombie-Unternehmen in Deutschland
Die Zahl der Zombie-Unternehmen, deren Gewinne nicht ausreichen, um ihre Kredite dauerhaft zu bedienen, nimmt stark zu. Derzeit kämpft etwa der Agrar- und Baustoffhändler BayWa und die Meyer-Werft um ihre Refinanzierung und damit um das Überleben. 2023 waren es laut einer Studie des Unternehmensberaters Kearney 6,7% der börsennotierten Unternehmen in Deutschland, oder 23% mehr, als im Jahr zuvor. Die Zahl der Zombie-Unternehmen wird in diesem Jahr weiter steigen, weil Kredite gerade für jene Unternehmen teurer werden, deren Finanzierung für die Banken ein Risiko bedeutet.
Noch höhere Anteile an Zombie-Unternehmen haben Frankreich, Großbritannien und Kanada. Hier sind 9% bzw. 7,1%, sowie 9,2% der börsennotierten Unternehmen betroffen. Nur wenig darunter liegen Italien (6,2%) und die USA (5,9%). Die am stärksten betroffenen Branchen sind Urlaub/Tourismus (16,7% der Unternehmen weltweit), Immobilien (16,2%), Handel (9,4%), Telekommunikation und Medien (8,4%), Konsumgüter (6,7%) und Energie (6,4%).
Übernahmen von Zombies lohnen sich häufig nicht
Die Übernahmen derartiger Unternehmen lohnen sich häufig nicht. Die Zombies werden hoch bewertet, mit dem vierfachen des Umsatzes höher bewertet, als gesunde Unternehmen (2,5-fache des Umsatzes). Die Käufer erwarten also, das Unternehmen sanieren zu können. Das ist häufig nicht der Fall. 20% der aufgekauften Zombies werden bald erneut verkauft.
Fazit: Steigende Zinsen haben die Zahl der Unternehmen, die ihre Schulden nicht dauerhaft refinanzieren können, stark erhöht. Die Pleitewelle geht weiter.