Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
3279
Immer mehr Seniorchefs überlegen Schließung

Mehr Betriebsaufgaben, weniger Übernahmen

Die Zahl der Betriebsaufgaben wird in wenigen Jahren stark zunehmen. Denn es wird immer schwerer für die Betriebsinhaber, Nachfolger zu finden. Die Zahl der Interessenten ist in den letzten Jahren stark gesunken. Immerhin gibt es hier einen kleinen Lichtblick.

Die Zahl der Betriebsaufgaben wird in den kommenden Jahren stark zunehmen. Dabei geht es um bedeutende Summen, die verloren gehen. Die Bürgschaftsbanken, die in Deutschland einen wesentlichen Teil der externen Unternehmensnachfolgen absichern, haben im ersten Halbjahr 2024 Kredite für 738 Nachfolgeregelungen und einen Kreditbetrag von 849,5 Mio. Euro abgesichert. Die Käufer benötigen also im Schnitt 380.000 Euro als Kredit für die Übernahme. 

Für die steigenden Schließungszahlen gibt es mehrere Gründe. 

  • Zum einen haben sich die Bedingungen für Übernahmen stark verschlechtert. Die schlecht laufende Konjunktur macht Betriebsübernahmen allgemein wenig interessant.
  • Steigende Zinsen haben Betriebsübernahmekredite verteuert. 
  • Vor allem gibt es immer weniger Interessanten für Übernahmen. Das zeigen Zahlen der IHK-Beratung zur Unternehmensnachfolge.

 2012 war das letzte Jahr, in dem es mehr Interessenten für Übernahmen, als abgabewillige Seniorunternehmer gab. Die Coronakrise sorgte dann für einen starken Rückgang bei den Kaufinteressenten. Immerhin gab es 2023 erstmals seit Corona wieder mehr Interessenten, aber das Missverhältnis zwischen Abgabewilligen und Interessenten bleibt groß. 8.276 Seniorunternehmern standen 2023 noch 2.760 Interessenten gegenüber. Dreimal mehr Unternehmen als Interessenten.

Interessenten und Betriebe passen oft nicht zusammen

Außerdem passen Interessenten und Nachfolger suchende Unternehmer oft nicht zusammen. Ein Drittel der Interessenten suchen Industriebetriebe. Die machen aber nur 19% der angebotenen Betriebe aus. Beim Handel, im Gastgewerbe, in Verkehr/ Logistik, bei personenbezogenen und unternehmensbezogenen Dienstleistungen dagegen gibt es mindestens drei Mal mehr Unternehmen als Interessenten.

Immer mehr Betriebsinhaber ziehen deshalb die Aufgabe ihres Geschäftes in Betracht. 2022 dachten 25% der Inhaber über eine Schließung nach, 2023 waren es schon 28%. Ein fehlender Nachfolger ist der wichtigste Grund für eine Unternehmensschließung.

Fazit: Die Zahl der Unternehmensschließungen wird in den kommenden Jahren nochmals stark zunehmen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • ESG im Private Banking - Die Ratingstufen der FUCHSBRIEFE Prüfinstanz

Vom Novizen zum Großmeister - Die fünf Grade nachhaltiger Beratung

Illustriert mit ChatGPT
Die FUCHSBRIEFE Prüfinstanz beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Frage, wie nachhaltig vermögende Kunden beraten werden. Seit dem ersten Nachhaltigkeits-Rating im Jahr 2011 („Wer kann nachhaltig?“) hat sich das Bild stetig weiterentwickelt. Heute unterscheiden wir fünf Entwicklungsstufen, die inhaltlich klar gefasst und mit eingängigen Begriffen versehen sind. Welche Institute werden sich dieser Herausforderung in diesem Jahr wohl stellen?
  • Monitoring bestätigt positiven Eindruck bei der TOP Vermögen AG

Grünes Signal für TOP Vermögen

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Die TOP Vermögen AG gewährt der FUCHSBRIEFE PRÜFINSTANZ Einblick in ihre Organisations- und Beschwerdestrukturen. Der Vermögensverwalter aus Starnberg setzt auf persönliche Kundenbeziehungen, kurze Entscheidungswege und eine ausgeprägte Empfehlungskultur. Vertrauensampel und die Ampel zu Selbstauskunft stehen auf Grün. Lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit im Stresstest der Finanzwelt

Deutschland, Österreich und die Schweiz entdecken ESG neu

Illustriert mit ChatGPT
Wer den ESG-Zug bereits auf dem Abstellgleis sieht, sollte nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz blicken. Drei aktuelle Studien zeichnen ein anderes Bild. Banken, Vermögensverwalter und Fondsanbieter ziehen sich nicht aus nachhaltigen Finanzthemen zurück. Sie verlagern den Fokus. Klimarisiken, Transformationspläne, ESG-Daten und regulatorische Nachweise rücken in den Mittelpunkt. Aus einem Marketingbegriff wird zunehmend ein Instrument der Steuerung. Damit beginnt eine neue Stufe.
Zum Seitenanfang