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Unternehmensmarkt

Mehr Zwangs-Hochzeiten

Unternehmens-Übernahmen in Deutschland tragen zunehmend den Charakter von Zwangs-Hochzeiten. Das deutet auf eine Überhitzung hin.
Auf dem deutschen Unternehmensmarkt wird das Klima rauer. Die Anzahl feindlicher Übernahme(versuche) steigt spürbar. Jüngstes Beispiel war die Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia (zuvor Deutsche Annington). Ein anderer Versuch war die erneut gescheiterte Übernahme von K+S durch die kanadische Potash. Die wachsende Zahl von Zwangs-Hochzeiten ist ein Zeichen für Überhitzung. Unternehmenseigentümer (Aktionäre) verlangen entweder höhere Gewinnausschüttungen oder Investitionen vom Unternehmensmanagement. Viele Firmen können zudem in etlichen Branchen ihren Umsatz nur noch durch Zukäufe nennenswert steigern. Angeheizt wird das Übernahmefieber auch durch glänzende Rahmenbedingungen. Oftmals prall gefüllte Unternehmenskassen, günstige Finanzierungskonditionen und gute Börsenbewertungen treiben den Markt auf seinen Höhepunkt zu. So fällt auf, dass 2015 viele Deals mit Aktienkomponenten (Aktientausch oder Finanzierung über Emissionen) abgewickelt wurden. Konsequenterweise werden steigende Preise bezahlt. Die EBIT-Multiplikatoren liegen bei kleinen Unternehmen in Deutschland zwischen 6 (Textil und Bekleidung) und 10,2 (Pharma). Bei Firmen mit einem Umsatz von 50 - 250 Mio. Euro liegen sie zwischen 6,7 (Textil und Bekleidung) und 11 (Pharma). Technologie-Start-ups werden einen weiteren Schub bekommen. Gesucht sind Technologien, die neue Anwendungen oder Einsatzgebiete für bereits bestehende Komponenten möglich machen. Wichtigster Markt sind die USA. Dort sehen sich auch viele deutsche Unternehmen nach Kaufobjekten um.   Die Preise in den Branchen Umwelttechnik und Erneuerbare Energie stehen dagegen unter Druck. Die Multiples liegen zwischen 6 für kleine und 9,3 für große Unternehmen. Auch Firmen im Fahrzeugbau und der Elektronikbranche müssen leichte Preisrückgänge verkraften. Hier wird von Beobachtern gemunkelt, dass dies der VW-Effekt sei, der Käufer solcher Unternehmen vorsichtiger werden lässt. Die EBIT-Multiplikatoren liegen im Fahrzeugbau um 7 und in der Elektronik um 8. Das zeigt, dass Käufer äußerst sensibel auf negative Überraschungen reagieren.

Fazit: Der Unternehmensmarkt steuert langsam auf seinen Höhepunkt zu. Die Nachfrage bleibt hoch, die Rahmenbedingungen günstig. Verkäufer haben auf absehbare Zeit noch gute Karten.

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