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Unternehmensübernahmen bekommen Rückenwind

Sektor-Rotation am M&A-Markt

Der Markt für Unternehmensübernahmen kommt wieder in Schwung. Vor allem die Nachfrage von Finanzinvestoren steigt kräftig an. Strategische Investoren fahren noch mit angezogener Handbremse. Einige Indikatoren deuten aber darauf hin, dass diese bald gelöst werden dürfte. Die Preise für Unternehmen werden in den nächsten Monaten darauf reagieren.
Der Markt für Unternehmensübernahmen (M&A) kommt wieder in Schwung. Vor allem die sinkenden Finanzierungskonditionen wirken sich positiv auf den Markt aus. Die sinkenden Finanzierungskonditionen ermöglichen wieder mehr Übernahmen durch Finanzinvestoren. Zudem heben die Inflation und die Kursgewinne an den Börsen die Stimmung und das Kaufinteresse an.

Zahl der Deals steigt, Kaufpreise auch

Die Belebung des M&A-Marktes zeigt sich in den Zahlen der Unternehmensübernahmen. 2024 war die Anzahl der M&A-Deals in Deutschland so hoch wie im Vorjahr. Das hat das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) ermittelt. Der durchschnittliche Dealwert ist sogar gestiegen. Der Gesamtwert der M&A-Transaktionen in Deutschland mit Beteiligung ausländischer Investoren hat bis zum Jahresende 2024 fast 104 Milliarden Euro erreicht (2023 waren es 70 Milliarden Euro). 

Die bislang angezogene Handbremse am M&A-Markt dürfte im Laufe des Jahres weiter gelöst werden. Einerseits erwarten wir weiter sinkende Leitzinsen. Das Interesse der Finanzinvestoren dürfte weiter steigen. Andererseits ist es wahrscheinlich, dass die Amtsübernahme von Trump und die Bundestagswahl im Februar in Laufe des Jahres Wirkung entfalten und die Aktivitäten in der Wirtschaft wieder zunehmen. 

Strategen werden an den Markt zurückkehren

Im Laufe des Jahres dürften auch die strategischen Investoren wieder "aufwachen". Die sind nach wie vor zurückhaltend. Ihr Anteil an den M&A-Transaktionen lag Ende 2024 bei 53% (2022 waren es 63%). Die Zurückhaltung wird oft mit "politischer Unsicherheit" begründet. 

Ausgewählte Branchen sind weiter stark gefragt. Dazu gehören in erster Linie Software (EBIT-Multiple mittelgroßes Unternehmen 10) und Maschinen- und Anlagenbau (Multiple mittelgroßes Unternehmen 7,3). Auch Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien (Multiple: 9,5) stehen oben auf der Kaufliste. Weniger gefragt sind dagegen gerade Handwerks- und Bauunternehmen (6,5). Die Probleme des Immobilienmarktes schlagen hier zu Buche. Der Druck auf die Preise dürfte weiter anhalten und erst bei einer deutlichen Belebung der Branche nachlassen. 
 
Fazit: Es gibt eine Sektor-Rotation am M&A-Markt. In lange vernachlässigten Branchen, in denen die Preise länger stagnierten oder gefallen sind, greifen Käufer zu. In hochpreisigen Branchen (z. B. Pharma) ist das Preisniveau ausgereizt. Im Trend dürften die Preise in den nächsten Monaten ansteigen.
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