Serbien zieht Unternehmen an
Der Westbalkan und insbesondere Serbien beherbergen qualifizierte Lieferanten. Die Region ist ein attraktiver Beschaffungsmarkt direkt vor unserer Haustür. Deutsche sowie international agierende europäische Unternehmen können von den günstigen Kosten und den kurzen Lieferwegen aus dem Westen des Balkans profitieren. Auf diverse und sichere Lieferketten zu setzen, ist in der aktuellen geopolitischen Lage angesichts der diversen Zollstreitigkeiten und der Houthi-Miliz in Jemen von besonderer strategischer Bedeutung.
Zu den interessanten Ländern im Westen Europas gehören Serbien, Albanien, Bosnien & Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Nordmazedonien. Branchen wie die Metall-, Holz- und Kunststoffverarbeitung, Textilindustrie, IT oder auch die Landwirtschaft dürften zu diesen Ländern einen guten Zugang haben. Besonders serbische Handelspartner sind bei deutschen Unternehmen beliebt. Das BIP des mittelgroßen Landes mit über 6 Millionen Einwohnern stieg im vorigen Jahr nominal. Das deutsch-serbische Handelsvolumen betrug 2024 über 9 Milliarden Euro. Das ist mehr als das Handelsvolumen mit den anderen Westbalkanländern zusammen.
Serbien international gefragt
Auch andere Länder haben Interesse an Handelspartnerschaften mit Serbien. Serbiens wichtigster ausländischer Investor ist China. China zeigt Interesse an serbischen Ressourcen und sieht das Land als ein willkommenes Sprungbrett in den Binnenmarkt Europas. Deutschland ist innerhalb der EU der drittgrößte Handelspartner von Serbien und ist mit etwa 900 KMU auf dem serbischen Markt vertreten (z. B. Lidl oder Continental). Vor Ort haben deutsche Unternehmen oft Produktionsstätten und Logistikflächen. Ein großer Fokus deutscher Unternehmen liegt in der Produktion von Kfz- und Elektronik-Komponenten sowie von verschiedenen Maschinen.
Serbien setzt finanzielle Anreize für ausländische Investitionen. Die Regierung möchte insbesondere Produkte mit einer hohen Wertschöpfung sowie den Bereich der Forschung und Entwicklung fördern. Dafür subventioniert sie die entsprechenden Arbeitsplätze. Für den Zugang zu Subventionen für ausländische Investoren setzt die Regierung die serbische Entwicklungsagentur (RAS) als Anlaufstelle ein.
Fazit: Mittelständische Unternehmer sollten den Westbalkan, insbesondere Serbien, als strategischen Beschaffungsmarkt in Betracht ziehen. Die Region bietet Zugang zu qualifizierten Lieferanten bei günstigen Kosten, kurzen Lieferwegen und Investitionsanreizen. Eine auf die Region spezialisierte Bank ist die ProCredit Bank (FB vom 31.03.).
Hinweis: Der Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik veranstaltet zusammen mit den Auslandshandelskammern im Juni in Nürnberg eine Matchmaking-Veranstaltung. Auf der können sich Einkäufer mit Lieferanten des Westbalkans austauschen. Die kostenlose Anmeldung endet Anfang Mai. Mehr Informationen und das Anmeldeformular finden Sie unter: https://www.bmematchmaking.com/events/11th-purchasing-initiative-western-balkans/