Insgesamt stagniert der Unternehmensmarkt im zweiten Quartal 2025. Im ersten Quartal war schon ein Rückgang der M&A-Aktivitäten zu verzeichnen. Sowohl die Anzahl der Transaktionen als das Transaktionsvolumen war rückläufig. Insbesondere bei großen Unternehmen ist dieser Trend zu beobachten. Die Nachfrage nach Mittelständlern und kleinen Unternehmen ist relativ stabil.
Für KMU dürfte das Umfeld in den nächsten Jahren im Trend schwieriger werden - unabhängig von den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Denn im deutschen Mittelstand baut sich allmählich die Nachfolge-Welle auf. Bis 2026 stehen rund 190.000 Nachfolgen an. "Diese Zahl wird sich durch den demografischen Wandel mittelfristig auf über 500.000 erhöhen", so André Laner von RSM Ebner Scholz.
Notleidende Kredite erhöhen Verkaufsdruck
Neben dem demografishcen Verkaufsdruck wächst akut auch der Druck bei angeschlagenen Unternehmen ("disstressed"). Die Zahl dieser M&A-Deals wächst seit Monaten, parallel zu den steigenden Zinsen und zunehmenden Insolvenzen. Da die Banken eine wachsende Anzahl notleidender Kredite in ihren Büchern haben, wird dieser Impuls ebenfalls nicht so schnell nachlassen.
Für Mittelständler ergeben sich im aktuellen Marktumfeld allerdings auch Kaufchancen. Denn viele Unternehmen, voran Konzerne, stellen derzeit ihre Portfolios auf den Prüfstand und trennen sich von Randgeschäften. Daraus können sich gute Opportunitäten für ergänzende Käufe ergeben.
Multiples im Blick
Die Multiplikatoren sind im Vergleich zum vorigen Quartal weitgehend stabil. Gefragt ist weiterhin die Software- und IT-Branche. Hier liegen die EBTIT-Multiplikatoren für kleine und mittlere Unternehmen zwischen 7,5 und 11,2. Auch die Pharma-Branche ist an der Preisspitze zu finden (Multiples 7,2 - 9,9). Am unteren Ende der Preisskala rangieren Transport / Logistik (4,4 - 7,1), Bau (4,4 - 7,0) und Fahrzeugbau (3,9 - 6,3).