Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1498
Sanierung des Entwässerungskanals

BFH rechnet Sanierungskosten den Werbungskosten zu

Auch ein Entwässerungskanal hält nicht ewig. Muss er saniert werden, fallen auch private Kosten auf dem eigenen Grundstück an. Der BFH hatte darüber zu entscheiden, ob dies Anschaffungskosten oder Betriebsausgaben sind. Das hat für die steuerliche Abzugsfähigkeit erhebliche Relevanz.
Die Aufwendungen für die Ersetzung, Modernisierung oder ggf. teilweise Instandsetzung einer vorhandenen Kanalisation sind als Werbungskosten oder Betriebsausgaben sofort abziehbar. Denn sie zählen weder zu den Anschaffungs- noch zu den Herstellungskosten. Vielmehr dienen sie lediglich der Erhaltung des Grundstücks. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden.

Im Urteilsfall wurde ein Altbau abgerissen und ein zur Vermietung bestimmtes Zweifamilienhaus neu errichtet. Auf dem Grundstück des Klägers war ein teils auf dem Grundstück und teils unter öffentlichem Straßengrund verlaufender, noch funktionsfähiger Abwasserkanal vorhanden. Dieser verband das Grundstück mit dem öffentlichen Abwassernetz.

Kernsatz: Aufwendungen dienen dem Erhalt des Grundstücks

Die Kosten für die Instandsetzung und teilweise Erneuerung dieses vorhandenen und funktionsfähigen Abwasserrohrsystems ordnete der BFH den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung zu. Begründung: Die Aufwendungen dienten lediglich der Erhaltung des Grundstücks. Insoweit ist unerheblich, ob die Kosten auf privatem oder auf öffentlichem Grund entstanden sind, so der BFH. Die Aufwendungen führten nicht zu Herstellungskosten der neu errichteten Mietimmobilie, da sie weder der Herstellung eines neuen, bisher nicht vorhandenen Abwasserrohrsystems führten. Noch dienten sie der Wiederherstellung eines zerstörten oder unbrauchbar gewordenen Rohrsystems. Auch veränderten sie nicht das Grundstück in seiner Funktion bzw. in seinem Wesen. Lediglich die Aufwendungen für die Verbindung des sanierten Abwasserkanals (z.B. für die Anschlussbohrung ins Haus) mit dem neuen Gebäude wurden den Herstellungskosten der neu errichteten Immobilie zugeordnet.

Grundsätzlich gilt: Stellen Baumaßnahmen an einer vermieteten oder anderweitig zur Einkünfteerzielung eingesetzten Immobilie Anschaffungs- oder Herstellungskosten dar, können sie nur über die Abschreibung des Gebäudes steuerlich geltend gemacht werden. Ist das nicht der Fall, können sie sofort bei Zahlung in voller Höhe als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abgesetzt werden. Aufwendungen für die Erst- oder Zweitherstellung von Zuleitungsanlagen eines Gebäudes zum öffentlichen Kanal gehören zu den Herstellungskosten des Gebäudes. Voraussetzung ist: Die Kosten für Anlagen sind auf privatem Grund und nicht für Anlagen der Gemeinde außerhalb des Grundstücks entstanden.

Fazit: Die Sanierung des Entwässerungskanals fällt unter die Werbungskosten. Sie ist somit steuerlich sofort absetzbar.

Urteil: BFH, Urt. IX R 2/19

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Öl- & Ölinfrastruktur-Aktien

Venezuela: Wer hebt den Öl-Schatz?

© sankai / Getty Images / iStock
Die USA streben langfristig nach venezolanischem Erdöl und haben bereits Gespräche mit US-Ölfirmen initiiert. Trotz der enormen Ölreserven Venezuelas zeigen sich die Firmen zögerlich, da frühere Enteignungen und die marode Infrastruktur Bedenken aufwerfen. Werden die USA es schaffen, sich den Zugang zu diesem „Schwarzen Gold“ zu sichern - und wer wird davon profitieren?
  • Fuchs plus
  • Messe in München: Fokus Umwelttechnologie

Geschäfte mit UN-Einkäufern machen

Einkäufer der Vereinten Nationen suchen Lieferanten bzw. Partner im Bereich Umwelttechnologien. KMU können im Mai in München Anbahnungsgespräche führen. FUCHSBRIEFE stellen Ihnen die Möglichkeiten vor.
  • Fuchs plus
  • Übernahme-Kampf im Turnaround bei Puma

Lukrative Aktienanleihe auf Puma

Puma
Anta Sports hat ein Übernahmeangebot für 29% von Puma an die Pinault-Familie abgegeben. Doch die Verhandlungen stocken, da Artemis mehr als 40 Euro pro Aktie fordert, ein deutlicher Aufschlag zum aktuellen Kurs. Wir haben eine Aktien-Anleihe gefunden, die Anlegern eine interessante Möglichkeit bietet.
Zum Seitenanfang