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Zölle, Währungen, Unsicherheit: Trumps Wirtschaftspolitik im Stresstest

Big-Mac-Index offenbart globale Währungsverzerrungen

© Ken Cedeno / Pool via CNP / Captital Pictures / picture alliance
Donald Trump dreht an der Zollschraube – und bringt das globale Handelssystem ins Wanken. Neue Strafzölle, Währungsdifferenzen und steigende Verbraucherpreise setzen vor allem amerikanische Unternehmen unter Druck. Der Big-Mac-Index zeigt, wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinanderliegen.

Donald Trump macht Ernst: Ab dem 1. August drohen neue Importzölle auf Waren aus über 20 Ländern sowie der EU – es sei denn, sie beugen sich dem Druck und schließen neue Handelsabkommen. Zusätzlich kündigte Trump am 14. Juli sogenannte „sekundäre Zölle“ in Höhe von 100 % auf Geschäfte mit Russland an, sollten Friedensverhandlungen mit der Ukraine binnen 50 Tagen scheitern.

Solche Drohungen wirken überzogen, sind jedoch nicht folgenlos. Auch wenn Trump bei Marktturbulenzen zum Rückzug neigt, zeigt sich eine klare Richtung: Die durchschnittliche effektive US-Zollrate ist innerhalb eines Jahres von 2,5 % auf 17 % gestiegen – ein drastischer Bruch mit Jahrzehnten des Freihandelskurses.

Handelsdefizit als Feindbild

Trump sieht in den Exportüberschüssen anderer Länder einen systematischen Nachteil für die USA. Vor allem Länder mit hohen Handelsüberschüssen und – aus seiner Sicht – manipulierten Währungen stehen im Fokus. Ziel der Strafzölle sei es, diese Ungleichgewichte zu korrigieren und die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft zu stärken.

Doch wie erfolgreich ist diese Strategie? Eine Antwort liefert der Big-Mac-Index des Economist, der die Kaufkraftparität von Währungen auf Basis der Burgerpreise weltweit vergleicht. Die Ergebnisse zeichnen ein ernüchterndes Bild für Trumps Politikansatz.

Big Mac, große Differenzen

Beispiel Taiwan: Ein Big Mac kostet dort 78 Taiwan-Dollar, in den USA hingegen 6,01 Dollar. Das ergibt einen impliziten Wechselkurs von 1:13, real liegt er jedoch bei 1:29. Fazit: Der Taiwan-Dollar ist laut Index um 56 % unterbewertet – ähnlich wie der indische und indonesische Währungswert. Trotz eines um über 10 % gesunkenen Dollarwerts seit Januar bleibt der Dollar global überbewertet.

Besonders brisant: Die vom US-Finanzministerium überwachten Länder – darunter China, Japan, Südkorea, Taiwan und Vietnam – zeigen kaum eine Veränderung. Ihre Währungen sind heute teils noch stärker unterbewertet als zu Jahresbeginn. Die erhoffte Umkehr blieb aus.

Zölle treffen die Falschen

Was ist die Ursache? Zwar ist der US-Dollar schwächer geworden, doch gleichzeitig sind die US-Verbraucherpreise gestiegen. Der Preis für einen Big Mac legte seit Januar von 5,79 auf 6,01 Dollar zu. Die Preissteigerung frisst die Wechselkursentwicklung auf – und zeigt die Schattenseite der Trump’schen Wirtschaftspolitik.

Trumps ehemaliger Finanzminister hatte noch erwartet, dass Zölle den Dollar stärken und so Preissteigerungen abfedern würden. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Das Vertrauen internationaler Investoren schwindet, der Dollar verliert, die Verbraucherpreise steigen. Die Inflationsrate liegt bereits bei 2,7 %.

Doppelte Belastung für US-Verbraucher

Damit geraten die Amerikaner in eine doppelte Zange: Sie zahlen höhere Preise für Importe, ohne dass ihre Währung real an Wettbewerbsfähigkeit gewinnt. Für exportorientierte US-Unternehmen ist das ein denkbar schlechter Deal – und für ihre Handelspartner ein klares Signal, sich auf unberechenbare Maßnahmen einzustellen.

Auch für Unternehmen aus Europa ist das Szenario relevant. Wer in den USA tätig ist, muss künftig mit deutlich mehr Unsicherheiten, abrupten Kostensteigerungen und politischen Interventionen rechnen. Die regelbasierte Weltwirtschaftsordnung gerät unter Druck – mit unabsehbaren Folgen für globale Lieferketten.

Fazit: Trumps Zollpolitik erzeugt auch in den USA Unsicherheit statt Stärke. Unternehmen mit US-Geschäft müssen sich auf höhere Importkosten, volatile Wechselkurse und politische Eingriffe einstellen. Jetzt gilt es, Lieferketten abzusichern und Preisanpassungsklauseln zu prüfen.


 
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